Erfolgsgeschichten zeigen Kindern: "Du kannst das auch schaffen!"
LAAKIRCHEN/OÖ. „Was willst du werden?“, diese Frage kennt wohl jedes Kind. Doch Herkunft, sozialer Status oder andere Gründe machen manchen den Weg zum Traumjob schwer. Dass es trotzdem klappen kann – und was es dazu braucht, das erzählt die Laakirchner Polizistin Klarina Balukcic in Schul-Workshops.

„Mein Leben ist ein Sprung ins kalte Wasser, und ich weiß, wie man schwimmt“, erzählt Klarina Balukcic: Mit neun Jahren kam sie, wie sie selbst sagt „aus dem ehemaligen Jugoslawien“ nach Kärnten und musste sowohl die Sprache als auch die Schrift neu lernen. Ihre Eltern waren beide voll berufstätig und konnten sie in dieser Zeit nur wenig unterstützen. Sie sahen ihre Tochter als künftige Friseurin, „aber das war nicht meins“, schmunzelt Balukcic. Weil sie schon als Kind Ungerechtigkeit massiv gestört hatte, entschied sie sich schließlich, nach mehreren Berufsstationen, zu einer Ausbildung als Polizistin: „Ich hab gedacht, die nehmen mich sicher nicht. Aber sie haben mich genommen“. Mittlerweile ist sie in Laakirchen im Einsatz.
An die eigenen Ziele glauben
Seit einigen Monaten ist sie zudem als „Erfolgsvisionärin“ tätig. Ihr Ziel: Kindern Mut machen, ihre Berufs- und Bildungsträume zu erfüllen – auch, wenn die Rahmenbedingungen schwierig sind. Rund 50 derartige Visionäre gibt es bereits, „Handwerker, Psychotherapeuten aber auch zum Beispiel einen Olympiasieger“, freut sich Ceydag Meral.
Die Volksschullehrerin mit türkischen Wurzeln ist im Verein Integration, Bildung und Kultur (ibuk) engagiert. Im Rahmen ihres Projekts „Eduvision Your Decision!“ hält sie gemeinsam mit den Erfolgsvisionären wie Klarina Balukcic Workshops in Schulklassen ab. „Die Visionäre erzählen ihre Geschichte, auch die Rückschläge. Wir wollen die Kinder motivieren, an ihre Ziele zu glauben und etwas dafür zu tun, sie auch zu erreichen“, so Meral. Dabei geht es nicht nur um Kinder mit Migrationshintergrund, betont sie: „Auch Kinder aus schlechter sozialer Lage profitieren von dem Programm, Mädchen – und alle anderen.“ Durch zusätzliche Gespräche mit Eltern und Lehrern will man auch sie „ins Bildungsboot reinholen“.
Die Workshops selbst sind je nach Alter der Kinder und je nach Klasse verschieden. „Wir vermitteln, dass die deutsche Sprache wichtig für die Integration ist, und dass sie die zusätzliche Sprache als Vorteil sehen sollen“, erzählen Ceydag Meral und Klarina Balukcic. Auch der gewaltfreie Umgang mit Wut wird oft thematisiert: „Die obersten Regeln sind immer Respekt und Ehrlichkeit, auch zu sich selbst.“


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.
Jetzt anmelden