Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

GOSAU. Wie kommt eine Gosauerin in die Welt der Operette nach Wien? Im Tips-Gespräch erzählt Sopranistin Katharina Linhard ihren Weg zur klassischen Musik, warum es auf der Bühne am wichtigsten ist, zu improvisieren und wie sie mit Heimweh umgeht.

Sopranistin Katharina Linhard aus Gosau erzählt von ihrem Weg zur Operette. (Foto: Wimmer)
  1 / 2   Sopranistin Katharina Linhard aus Gosau erzählt von ihrem Weg zur Operette. (Foto: Wimmer)

„So tun, als gehöre natürlich alles zum Stück“, sagt Katharina Linhard lachend auf die Frage, was ein Bühnendarsteller tut, wenn auf der Bühne ein Missgeschick passiert. Die gebürtige Gosauerin lebt seit mittlerweile 13 Jahren in der Bundeshauptstadt Wien, unterrichtet an einer Musikschule in Niederösterreich und singt in verschiedensten Produktionen mit – hauptsächlich Operetten.

„Ich wollte schon immer etwas mit Musik machen“

Momentan steht die 31-Jährige als Protagonistin Lisa in Franz Lehárs Operette „Land des Lächelns“ im Stadttheater Bad Hall auf der Bühne, ihre erste Hauptrolle. „Tatsächlich bin ich in die Operette etwas hineingestolpert“, meint Linhard. Dass sie später „etwas mit Musik“ machen möchte, sei ihr bereits als Kind klar gewesen. Linhard besuchte die Musikhauptschule in Gosau, wo sie ihre erste Gesangslehrerin Susanna Fabian kennenlernte, die sie damals bereits sehr gefördert habe. Nach der Hauptschule absolvierte Linhard das musische Gymnasium in Gmunden, nahm weiter Gesangsunterricht bei Fabian. Mit 17 Jahren habe die ihr offenbart, dass Linhards Stimme „perfekt für klassischen Gesang“ sei. „Im ersten Moment wusste ich nicht recht was ich damit anfangen soll“, erinnert sich Linhard, denn sie hatte bis zu dem Zeitpunkt keine Berührungspunkte mit klassischer Musik. Sie habe gerne Pop und Musicals gesungen und „daheim liefen eher die Beatles als Mozart“, lacht sie.

Harte Arbeit und eine Portion Glück

Dennoch entschied sich Linhard nach der Matura bei ihrer Aufnahmeprüfung zum Gesangsstudium in Wien für klassische Musik. Um sich finanziell „ein bisserl abzusichern“, studierte Linhard letztendlich Gesangspädagogik, wobei sie eine pädagogische Ausbildung bekam und nun Kinder zwischen sechs und 16 Jahren in Gesang an einer Musikschule unterrichtet. Während ihres Studiums ergab sich schließlich die Möglichkeit, einen Operettenlehrgang an der Musik und Kunst Privatuniversität Wien (MUK) zu absolvieren. Durch die harte Arbeit und „das Glück, dass ich die richtigen Leute kennengelernt habe“, landete Linhard schließlich bei ihren ersten größeren Produktionen. Letztes Jahr sang sie etwa die Rolle der „Mercedes del Rossa“ in Franz Lehárs „Schön ist die Welt“ beim Lehár Festival in Bad Ischl. Heuer spielt sie ihre erste Hauptrolle in Lehárs „Land des Lächelns“ im Stadttheater Bad Hall. Nächstes Jahr folgt eine Inszenierung von „Schön ist die Welt“ an der Oper Graz.

Tips verlost 3x2 Tickets für die Zusatzvorstellung von „Land des Lächelns“ im Stadttheater Bad Hall.

„Klassik ist so farbenreich und bunt im Charakter der Musik“

Als Operettendarstellerin muss Linhard neben Singen freilich auch zu einem gewissen Grad Schauspielern und Tanzen können. Beim Operettenlehrgang sei „Bühnentanz“ ein Fach gewesen, sonst „beschränkt sich meine Tanzausbildung auf eine Volkstanzgruppe in Gosau“, lacht Linhard. Auf der Bühne seien ihr bereits viele Missgeschicke passiert, erzählt sie. Etwa letztes Jahr bei „Schön ist die Welt“ sei ihr während eines Solos, bei dem sie gleichzeitig singen und tanzen musste, ein Schuh aufgegangen. Nach kurzer Überlegung „schmiss ich den Schuh auf die Seite und tanzte auf den Zehenspitzen weiter“. Zögern gäbe es in solchen Momenten nicht, Improvisation sei das große Thema. „Ich muss dem Publikum rüberbringen, dass das natürlich alles zum Stück gehört“, lacht sie.

Der Weg zur klassischen Musik habe sich laut Linhard letztlich entwickelt: „Klassik ist mein sicherer Hafen. Ich habe meine eigene Liebe dazu gefunden“. Und wenn sie davon erzählt, ist diese Liebe deutlich zu spüren. „Mir geht mein Herz auf, wenn ich klassisch singen kann, da fühl‘ ich mich wohl“, beschreibt sie.

Heimweh nach Gosau

Durch ihre derzeitige Rolle in „Land des Lächelns“ in Bad Hall komme sie öfter heim nach Gosau. „Das genieße ich sehr und bin viel am Berg oder am See“. Obwohl sich Linhard im Moment nicht vorstellen kann, wieder fix ins Salzkammergut zu ziehen, plage sie freilich auch ab und an Heimweh. In solchen Momenten höre sie gerne Musik: „Ich habe eine eigene Playlist, die heißt ‚Dahoam‘ – mit viel Volksmusik oder auch Hubert von Goisern“. Das sei ihre Art, mit Heimweh umzugehen – „auch, wenn es davon meistens nicht besser wird“. Denn obwohl es sie aufgrund beruflicher Möglichkeiten in größere Städte zieht, komme sie immer wieder gern nach Hause ins Salzkammergut.

 

 


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Mona Schmaranzer aus Gmunden gewinnt Geschichtenwettbewerb

Mona Schmaranzer aus Gmunden gewinnt Geschichtenwettbewerb

GMUNDEN. Beim Geschichtenwettbewerb des Familienbundes überzeugte die neunjährige Mona Schmaranzer aus dem Bezirk Gmunden mit ihrer Geschichte ...

Tips - total regionalBarbara Gröstlinger
Große Herbstübung der Kirchhamer Feuerwehren

Große Herbstübung der Kirchhamer Feuerwehren

KIRCHHAM. Menschenrettung und Brandbekämpfung standen im Mittelpunkt der alljährlichen Herbstübung der Feuerwehr Kirchham und der Feuerwehr ...

Tips - total regionalBarbara Gröstlinger
Salzkammergut Tourismus: 100 Mitarbeiter auf gemeinsamer Entdeckungstour

Salzkammergut Tourismus: 100 Mitarbeiter auf gemeinsamer Entdeckungstour

SALZKAMMERGUT. Schifffahrt, Bergwanderung und Brauereibesuch. Rund 100 Mitarbeiter der neuen Salzkammergut Tourismus Marketing GmbH erlebten ...

Tips - total regionalThomas Leitner
40 Jahre ÖGK Gesundheitszentrum Tisserand in Bad Ischl

40 Jahre ÖGK Gesundheitszentrum Tisserand in Bad Ischl

BAD ISCHL. Das Gesundheitszentrum Tisserand der Österreichischen Gesundheitskasse besteht seit 40 Jahren am heutigen Standort in Bad Ischl. ...

Tips - total regionalBarbara Gröstlinger
55. Obertrauner Seniorenfahrt führte zum Grundlsee

55. Obertrauner Seniorenfahrt führte zum Grundlsee

OBERTRAUN. Die Gemeinde Obertraun lud am ersten Oktoberwochenende zum 55. Mal zur Seniorenfahrt ein. Ziel des gemeinsamen Ausflugs war das oberhalb ...

Tips - total regionalBarbara Gröstlinger
Bahnhof Ebensee: Historisches Gebäude weicht moderner Bahnstation

Bahnhof Ebensee: Historisches Gebäude weicht moderner Bahnstation

EBENSEE. Ein Bahnhof verschwindet nach fast 150 Jahren. In Ebensee sorgt der Abriss des historischen Gebäudes für Unmut. Auch ein fehlendes ...

Tips - total regionalThomas Leitner
Weitere Beiträge