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BEZIRK. Die Schule hat wieder begonnen und somit die Arbeit der ehrenamtlichen Schulwegpolizisten. Der Bezirk Gmunden hat die größte einheitliche Organisation von Schulwegpolizisten, und das seit 27 Jahren.

Organisator Reinhard Held, Johann Schatzl, Fritz Hansl, Peter Hammerschmid, Manfred Majer und Kommandant Gerald Bartosch (von links) (Foto: Hörmandinger)

Reinhard Held, ein ehemaliger Polizist aus Bad Goisern, der aber seit geraumer Zeit in Laakirchen wohnt, war früher selbst oft als Polizist zur Sicherheit der Kinder vor Schulen eingeteilt. „Das Problem war“, so Held, „dass dann oft nach kurzer Zeit eine Durchsage kam, wir Polizisten sollen den Dienst vor der Schule verlassen und dafür zu einem Einsatz irgendwo anders hinfahren. Dann waren die Kinder wieder schutzlos vor gefährlichen Übergängen oder unübersichtlichen Kreuzungen.“ So kam Held die Idee, ein Netzwerk aus Schulwegpolizisten im Bezirk Gmunden aufzubauen. Schulwegpolizisten sind freiwillige, ehrenamtliche, erwachsene Personen, die willens sind, einmal pro Woche in unmittelbarer Nähe von Schulen an für Kinder gefährlichen Schulweg-Querungsstellen die Schulwegsicherung zu übernehmen. „1997 habe ich das erste Mal mit den Schulwegpolizisten in Gmunden und in Ohlsdorf begonnen. Anfangs war es mühsam, Leute dafür zu gewinnen“, erinnert sich der 70-Jährige. Nach einer Aussendung in diversen lokalen Medien kam die Sache allerdings dann ins Rollen.

Ausbildung zum Schulwegpolizisten

„Ein Schulwegpolizist ist kein Schullotse“, erklärt Held. Ein Schullotse ist jemand, der Kinder über die Straße begleitet. Er darf keinen Verkehr aufhalten. Der Schulwegpolizist aber schon. Dazu benötigen sie eine Ausbildung. „Die Menschen, die sich bei mir als Schulwegpolizist melden, werden auch von mir persönlich ausgebildet. Einerseits müssen sie mindestens 18 Jahre alt sein, einen Führerschein der Kategorie B und einen tadellosen Leumund haben. Wenn das alles passt, bekommen sie von mir einerseits eine theoretische Ausbildung und andererseits eine praktische Ausbildung in Sachen, wie hält man regelkonform den Verkehr auf zum Beispiel.“

Je nach Art der Straße (Gemeinde-, Landes- oder Bundesstraße) bekommen dann die Schulwegpolizisten einen Ausweis von der Gemeinde oder vom Land.

100-prozentiger Fokus auf die Kinder

Der große Vorteil von Schulwegpolizisten ist, dass deren Fokus rein auf der Sicherheit der Kinder liegt. Während Polizeibeamte, die ebenfalls oft bei Schulen stehen, mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllen müssen, darunter auch das oftmalige Verkehrschaos vor Schulen zu regeln, und sich so nicht immer 100-prozentig um die Kinder kümmern können, steht bei den Schulwegpolizisten rein die Sicherheit der Kinder im Mittelpunkt, da sie keine anderen Aufgaben ausführen dürfen.

150 Freiwillige im Bezirk

Mittlerweile gibt es im Bezirk an die 150 Schulwegpolizisten. In acht Gemeinden (Ohlsdorf, Gmunden, Pinsdorf, Traunkirchen, St. Konrad, Scharnstein, Gschwandt und Laakirchen) sind zurzeit Schulwegpolizisten im Einsatz. Die Helfer sind vorwiegen Pensionisten, außer in Traunkirchen, und darauf ist Reinhard Held auch besonders stolz: „In Traunkirchen haben wir 30 Schulwegpolizisten und davon sind 29 arbeitende Mamas und Papas. Es freut mich sehr, dass sie sich die Zeit für so einen wichtigen Dienst nehmen.“ Die Schulwegpolizisten teilen sich ihren Dienst mittels WhatsApp-Gruppe selbst ein. Idealerweise gibt es bei jeder Schule fünf, für jeden Tag einen, damit niemand überlastet wird. Es gehe auch um die Harmonie zwischen Schülern, Eltern und den Freiwilligen, so Held.

22 Jahre Schulwegpolizist

Dass sein System bestens funktioniert, beweisen Peter Hammerschmid, 84 Jahre aus Gmunden, Johann Schatzl, ebenfalls 84, aus Laakirchen, Fritz Hansl, 86 Jahre, und Manfred Majer, 84 Jahre, beide aus Gmunden. Die vier ältesten fitten Schulwegpolizisten erfüllen ihre Aufgabe mit großer Freude. Hammerschmid ist bereits seit 22 Jahren als Schulwegpolizist im Einsatz. Gerald Bartosch, Kommandant der Stadtpolizei Gmunden, freut sich: „Wir sind sehr froh, dass es die Schülerlotsen gibt. Die Polizei alleine könnte das nicht bewältigen.“

In anderen Gemeinden, vor allem im Inneren Salzkammergut, ist es bislang noch nicht gelungen, ein Netzwerk aufzubauen. „Hier fehlt es leider an Menschen, die willig sind uns hier zu unterstützen“, sagt Held. Vor allem in Gosau sei die Situation für Schüler durchaus gefährlich, aber alle Versuche, hier ein Netzwerk aus Schulwegpolizisten aufzubauen, sind gescheitert. „Es hat sich außer einer einzigen Person leider niemand gemeldet.“

Anlaufstellen bei Interesse

Bei Interesse im Dienst der Schulwegpolizei mitzuhelfen, kann sich jeder, der die Kriterien erfüllt, an die jeweilige Schule, die Gemeinde oder die Polizei wenden.


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