ALMTAL. Trotz Millioneninvestitionen in die Almtalbahn steht die Regionalstrecke nun auf dem Prüfstand – Politik und Bevölkerung reagieren empört.

Die Almtalbahn – jahrzehntelang Rückgrat des öffentlichen Verkehrs im Almtal – droht zur Sparmaßnahme zu werden. Die ÖBB prüfen derzeit im Zuge der Budgetkürzungen durch die Bundesregierung, ob wenig frequentierte Strecken wie die Almtal-, Hausruck- und Mühlkreisbahn durch Busverbindungen ersetzt werden könnten. Trotz Versprechen, den Takt gleichwertig zu halten, formiert sich starker Widerstand. Besonders brisant: Noch 2019 wurde für diese Strecken ein umfassendes Attraktivierungspaket von 245 Millionen Euro vereinbart, wovon allein 24,8 Millionen Euro in die Almtalbahn flossen. Barrierefreie Bahnhöfe, sichere Bahnübergänge und moderne Infrastruktur wurden geschaffen. Ergänzt wurde dies 2023 durch einen neuen Verkehrsdienstevertrag bis 2033 – mit einem Finanzrahmen von über 2,4 Milliarden Euro für den oberösterreichischen Schienenverkehr.
Infrastruktur-Landesrat Günther Steinkellner (FP) spricht von einem „Frontalangriff auf den ländlichen Raum“ und verweist auf ein klares Bekenntnis im Regierungsprogramm zum Erhalt und Ausbau regionaler Bahnverbindungen.
Die Almtal-, Hausruck- und Mühlkreisbahn seien unverzichtbare Lebensadern und dürften nicht dem Sparstift zum Opfer fallen.
„Was hier passiert, ist kein sachliches Evaluieren, sondern ein Rückzugsgefecht gegen die Lebensqualität im ländlichen Raum“, so Steinkellner. Oberösterreich kündigt entschlossenen Widerstand an und fordert Gespräche mit dem Bund auf höchster Ebene.
Politischer Schulterschluss für den Erhalt der Regionalbahnen
Ein deutliches Zeichen setzte der Oö. Landtag am 5. Juni mit einer parteiübergreifenden Resolution zum Erhalt der Regionalbahnen: Alle Fraktionen – von FPÖ bis NEOS – stellten sich geschlossen hinter den öffentlichen Verkehr im ländlichen Raum. Anlass war der drohende Sparkurs der Bundesregierung, der auch Regionalbahnstrecken in Oberösterreich betreffen könnte.
Die Resolution fordert die Einhaltung bestehender Finanzierungszusagen durch den Bund und lehnt Kürzungen im Bahnverkehr klar ab. Stattdessen wird eine Stärkung der Regionalverbindungen gefordert – als Rückgrat einer nachhaltigen Mobilität und als zentrale Infrastruktur für Pendler, Wirtschaft und Regionen.
„Das ist kein Parteithema, sondern eine Zukunftsfrage“, betonte FPÖ-Klubobmann Thomas Dim. Auch ÖVP, SPÖ, Grüne, MFG und NEOS unterstrichen die Bedeutung der Regionalbahnen für Klimaschutz, Lebensqualität und gleichwertige Lebensverhältnisse. Oberösterreich wolle sich nicht „aufs Abstellgleis schieben lassen“, so der Tenor.

