Ein Stolperstein für Peter Horvath – Erinnerungskultur in Vorchdorf
VORCHDORF. Am Schlossplatz in Vorchdorf wurde ein Stolperstein für Peter Horvath verlegt. Damit reiht sich die Gemeinde in die Liste jener Orte ein, die mit diesem Mahnmal an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern.
Der Stolperstein erinnert stellvertretend an mehrere Burgenland-Roma, die im Zweiten Weltkrieg zur Zwangsarbeit beim Bau der Reichsautobahn herangezogen wurden. Peter Horvath wurde im März 1941 gemeinsam mit dem minderjährigen Franz Horvath und Josef Papai vom RAB-Lager Almtal ins Anhaltelager St. Pantaleon-Weyer deportiert. Von dort verschleppten die Nationalsozialisten sie weiter ins sogenannte „Zigeunerlager“ Lodz/Litzmannstadt. Wie tausende andere wurden sie kurz darauf während einer Deportation nach Kulmhof/Chelmno in speziell präparierten Gaslastwägen ermordet.
Vor dem ehemaligen Kirchenwirt erinnerten Bürgermeister Johann Mitterlehner und die grüne Gemeinderätin Bettina Hutterer an das Leid der Volksgruppe während des NS-Regimes. Der Schriftsteller Ludwig Laher schilderte den Leidensweg von Peter Horvath, der in St. Pantaleon-Weyer zur Zwangsarbeit im Ibm-Waidmoos gezwungen wurde. Nicole Sevik berichtete von ihrer Großmutter Rosa Winter, die als Einzige ihrer Familie überlebte und ein wichtiges Zeitzeugnis hinterließ. Den feierlichen Segen des Stolpersteins übernahm Pater Franz Ackerl.
Im Anschluss fand im Schloss Hochhaus eine Gedenkveranstaltung statt, bei der Bruno Schernhammer über Zwangsarbeit beim Bau der Reichsautobahn in Oberdonau referierte und die systematische Ausbeutung von Sinti und Roma thematisierte.
Seit der erste Stolperstein 1992 vom Kölner Künstler Gunter Demnig verlegt wurde, sind europaweit mehr als 100.000 solcher Gedenksteine entstanden.
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