Wenn der Alltag kippt: Wo Eltern in der Region neue Stärke finden
VÖCKLABRUCK/GMUNDEN. Wenn Ängste den Familienalltag bestimmen, bieten die Frühen Hilfen schnelle, vertrauliche und lebensnahe Unterstützung – oft genau dann, wenn sie am dringendsten gebraucht wird.
Das Leben mit einem Neugeborenen kann wunderschön sein, aber auch belastend, überfordernd und manchmal beängstigend. Viele Eltern erleben in dieser Zeit einen inneren Druck, der im Umfeld kaum sichtbar ist. Die Frühen Hilfen begleiten Familien im gesamten Salzkammergut genau in diesen Momenten. Sie unterstützen Schwangere sowie Eltern mit Kindern bis zum dritten Geburtstag – kostenlos, vertraulich und direkt zu Hause.
Wenn Unsicherheit den Alltag bestimmt
Für manche Familien beginnt die Herausforderung bereits vor der Geburt. Schlaflose Nächte, Angstgedanken und die Sorge, den eigenen Kindern nicht gerecht zu werden, können den Alltag dominieren. So auch bei einer 42-jährigen Mama aus dem Salzkammergut, die kurz vor der Geburt ihres zweiten Kindes in eine tiefe psychische Krise rutschte. Sorgen, innere Unruhe und massiver Schlafentzug nahmen ihr jede Kraft. Gefühle, zu versagen oder nicht gut genug zu sein, bestimmten ihre Gedanken – ein Zustand, der in vielen Familien vorkommt, über den jedoch selten gesprochen wird.
Ein Netzwerk, das trägt
Über die pränatale Ambulanz fand sie den Weg zu den Frühen Hilfen Salzkammergut. Dort wurde ein ambulantes Netzwerk aufgebaut, das sie durch die schwierigste Zeit begleitete. Psychologische Unterstützung, medizinische Termine sowie regelmäßige Kontakte halfen ihr, wichtige Strukturen zurückzugewinnen.
Während der Geburt stand ihr fachliche Betreuung zur Seite; nach der Entlassung aus dem Spital wurden Hebammen, Familienhilfe und Frühe Hilfen zum täglichen Anker. Spaziergänge, Gespräche und kleine Ermutigungen halfen ihr, wieder Vertrauen in sich selbst aufzubauen.
Entlastung, die verändert
Eine entscheidende Rolle spielte der stationäre Aufenthalt in der Psychiatrie Vöcklabruck, den sie zunächst aus Angst und Schuldgefühlen ablehnte. Dort wurde ihr Neugeborenes liebevoll mitbetreut, während sie Ruhe fand und erstmals wieder schlafen konnte. Die Zeit brachte Entlastung, Abstand und die Erkenntnis, dass Hilfe anzunehmen kein Zeichen von Schwäche ist. Nach der Rückkehr nach Hause begleitete ein enges Netz an Unterstützung jede ihrer Wochen – ein Rhythmus, der Sicherheit gab und sie stabilisierte.
Zurück ins Leben mit neuer Stärke
Nach einigen Monaten kehrten Normalität, Struktur und Zuversicht langsam zurück. Bis heute begleitet sie eine Psychotherapie, die ihr hilft, mit belastenden Gedanken umzugehen. Ihre Offenheit zeigt, dass viele Eltern ähnliche Erfahrungen machen, aber oft aus Scham oder Angst schweigen.
Die Frühen Hilfen schaffen hier ein Bewusstsein dafür, dass niemand mit diesen Gefühlen allein bleiben muss. Das Angebot der Frühen Hilfen umfasst Hausbesuche, Unterstützung im Alltag, Hilfe bei administrativen Aufgaben sowie Begleitung zu Terminen. Familienbegleiterinnen stehen für Fragen bereit, vermitteln weitere Fachstellen und geben Orientierung in herausfordernden Phasen. Alles erfolgt vertraulich, freiwillig und dank der Unterstützung von Land, Bund und Sozialversicherungsträgern für die Familien kostenlos.
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