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SALZKAMMERGUT. Die weltpolitische Lage sorgt derzeit für Unsicherheit beim Thema Reisen. Konflikte im Nahen Osten, steigende Kerosinpreise und Fragen zur Sicherheit einzelner Destinationen beeinflussen die Urlaubsplanung. Auch in den Bezirken Gmunden und Vöcklabruck ist diese Entwicklung spürbar. Dennoch zeigt sich, dass viele Menschen weiterhin verreisen möchten und ihren Urlaub nicht aufgeben.

Auch unsichere Regionen verzeichnen weiter Buchungen. (Foto: stock.adobe.com/svetograph)
  1 / 2   Auch unsichere Regionen verzeichnen weiter Buchungen. (Foto: stock.adobe.com/svetograph)

„Das Buchungsverhalten zu Jahresbeginn war sehr stark“, so Johannes Schierl, Geschäftsführer der sabtours Touristik und Funktionär der Fachgruppe Reisebüros der WKOÖ. Erst mit dem Ausbruch des Nahost-Konflikts sei eine gewisse Verunsicherung spürbar geworden. Laut Johannes Schierl vergleichen viele Kunden nun genauer, holen mehr Informationen ein und achten stärker auf Absicherung. Gleichzeitig spielen die Preise eine größere Rolle, da steigende Treibstoffkosten die Reisekosten erhöhen. Pauschalreisen gewinnen dadurch an Bedeutung, da sie mehr Sicherheit vor nachträglichen Preissteigerungen bieten.

Buchungen im Nahen Osten trotz Krieg

Fernreisen in potenziell betroffene Regionen werden aktuell zurückhaltender gebucht. Viele Reisende beobachten die Situation genau und verschieben Entscheidungen. „Buchen tun die Kunden im Endeffekt aber dann doch“, so Schirl. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach klassischen Zielen in Europa hoch. Spanien, Griechenland, Italien und Kroatien zählen weiterhin zu den gefragtesten Destinationen. Auch Reisen in kühlere Regionen, den sogenannten Coolcations, gewinnen zunehmend an Interesse.

Preisbewusstsein und Sicherheitsbedürfnis steigen

Die Unsicherheit zeigt sich vor allem im Buchungsverhalten. Viele Reisende nehmen sich mehr Zeit für Entscheidungen und legen Wert auf flexible Angebote. Umbuchungs- und Stornomöglichkeiten werden stärker nachgefragt. Reisebüros bieten mittlerweile bei Buchung in unsichere Gebiete flexible Tarife an. Sollte es nicht möglich sein, in die Wunschdestination zu gelangen, können Kunden umbuchen oder stornieren. Gleichzeitig bleibt die Nachfrage nach Flügen hoch, wodurch verfügbare Plätze oft rasch vergeben sind. „Wir beobachten aktuell eine deutlich gestiegene Preissensibilität. Kundinnen und Kunden vergleichen intensiver, stellen mehr Fragen und möchten sich umfassend absichern“, führt Schirl weiter aus.

Stimmen aus der Region

Tips wollte wissen, wie die Menschen in den Bezirken Gmunden und Vöcklabruck heuer ihren Sommerurlaub planen. Willi Stumpfl aus Vöcklabruck hat seine Entscheidung bereits getroffen und blickt vergleichsweise entspannt auf die kommende Reise: „Meine Frau und ich reisen demnächst nach Sardinien. Wir haben den Flug zum Glück schon gebucht, bevor die Preise gestiegen sind. Sorgen wegen des Weltgeschehens machen wir uns keine, aber wenn wir etwas Östlicheres wie etwa Zypern gebucht hätten, wäre das vielleicht anders.“

Anders stellt sich die Situation bei Katrin Gruber aus St. Georgen dar. Die ursprünglich geplante Flugreise ist für sie aktuell mit einem unguten Gefühl verbunden: „Wir wollten eigentlich nach Griechenland fliegen, aber ich hatte da dann einfach ein ungutes Gefühl. Ich weiß noch nicht, ob es heuer ein Flug wird, oder ob wir doch lieber eine Autoreise nach Kroatien machen. Beides ist gerade sehr teuer, aber auf den Urlaub verzichten wollen wir nicht. Im Mai sind wir schon ein paar Tage in der Steiermark unterwegs, deshalb soll es im Sommer dann schon ans Meer gehen.“

Für Katharina Mayr aus Bad Ischl zeigt sich, wie wichtig eine frühzeitige Planung geworden ist. Sie setzt weiterhin auf bewährte Abläufe: „Wir sind als Familie Gott sei Dank immer früh dran mit dem Buchen. Wir fahren vorwiegend in Kinderhotels und da buchen wir schon immer mindestens sechs Monate im Voraus. Wer weiß, ob wir uns das sonst jetzt für den Sommer noch leisten könnten.“

Deutlich mehr Unsicherheit ist hingegen bei Franz Lanner aus Gmunden spürbar, dessen Reisepläne auch familiär geprägt sind. Die Situation rund um sein gewohntes Reiseziel beschäftigt ihn aktuell stark: „Ich fahre seit Jahrzehnten nach Dubai. Meine Tochter ist dorthin gezogen mit ihrem Mann. Ich bin jetzt total verunsichert, wann und ob wir sie das nächste Mal sicher besuchen können. Die Flüge gehen, und sie sagen zwar, es ist kein Problem, aber ich bin mir da nicht so sicher, ob das so stimmt.“

Die Stimmen aus der Region zeigen, wie unterschiedlich mit der aktuellen Situation umgegangen wird. Während manche ihre Reisepläne beibehalten, reagieren andere mit Zurückhaltung und Unsicherheit. En gros ist aber eines mit Sicherheit festzustellen: Die Menschen möchten ungern auf ihren Urlaub verzichten, da werden auch so manche Unsicherheiten in Kauf genommen.


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