Wie die Pandemie psychische Probleme fördert – und was hilft

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Prim. Dr. Christoph Silberbauer (Foto: oög)
Prim. Dr. Christoph Silberbauer (Foto: oög)
Daniela Toth Daniela Toth, Tips Redaktion, 19.07.2021 16:00 Uhr

SALZKAMMERGUT. Die Corona-Pandemie hat bei zahlreichen Menschen Angst, Unsicherheit und ein Gefühl der Hilflosigkeit verursacht. Dr. Christoph Silberbauer, Psychiatrieprimar am Salzkammergut Klinikum Vöcklabruck, rät, mögliche Probleme ernst zu nehmen.

 

Neben Kindern und Jugendlichen sind laut Studien besonders Erwachsene unter 35 Jahren, Frauen, Singles und Menschen ohne Arbeit von psychischen Belastungen betroffen. „Während des ersten Lockdowns im März/April 2020 gab es die Empfehlung, Krankenhäuser besser nicht in Anspruch zu nehmen, weshalb es zunächst zu einer deutlich verminderten Inanspruchnahme auch unserer Abteilung kam“, erinnert sich Primar Dr. Christoph Silberbauer, Leiter der Abteilung für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin am Salzkammergut Klinikum Vöcklabruck.

Bei den Aufgenommenen habe man aber gleichzeitig einen größeren Schweregrad der Erkrankungen und vermehrte Aggression wahrgenommen, so Silberbauer. Zudem beobachte er, dass die Corona-Thematik bei Patienten praktisch aller Diagnosegruppen zu einer großen Verunsicherung geführt habe – und dies auch weiterhin tut.

Hinsehen und ansprechen

Bestehen zunehmende Verunsicherung und Hilflosigkeit über einen längeren Zeitraum hinweg, sind sie als Alarmzeichen für eine sich entwickelnde psychische Erkrankung zu sehen, professionelle Hilfe sollte in Anspruch genommen werden. Viele Menschen, die schon vor der Pandemie psychisch erkrankt waren, haben vermehrt Probleme, den Alltag zu bewältigen. Bei ihnen haben sich unter Umständen psychische Symptome verstärkt. Psychische Veränderungen und Verhaltensweisen könnten darauf hinweisen, dass eine Person über einen Suizid nachdenkt.

Wenn Angehörige, Freunde oder Arbeitskollegen merken, dass sich ein Mensch zurückzieht, Kontakte reduziert, Interessen vernachlässigt oder verstärkt Alkohol beziehungsweise Drogen konsumiert, sollten sie ihre Sorge offen ansprechen, aber nicht gleich konkrete Tipps geben.

Oft ist es für Betroffene auch hilfreich, wenn sie zum Hausarzt oder zu psychologischen Beratungsstellen beziehungsweise Akutambulanzen begleitet werden. Angehörige können auch unterstützen, indem sie dafür sorgen, dass die Tagesstruktur eingehalten wird und regelmäßig gemeinschaftliche Aktivitäten wie Spazierengehen oder gemeinsame Mahlzeiten stattfinden. Trotz Einschränkungen ist es wichtig, Dinge zu tun, die Freude bereiten, und die Zeit sinnvoll zu nutzen, etwa mit einem neuen Hobby.

Wenn ein Krankenhausaufenthalt empfohlen wird, sollte dieser Rat befolgt werden. Alle Spitäler haben umfangreiche und strenge Hygiene- und Schutzmaßnahmen ergriffen, sodass das Ansteckungsrisiko minimal gehalten wird. Hilfe annehmen „Wenn das Gefühl, nicht mehr zurechtzukommen, immer stärker wird, sollte man nicht zögern, Hilfe für sich in Anspruch zu nehmen. Die Art der Hilfestellung – persönlich, virtuell oder telefonisch – spielt dabei keine Rolle“, so Primar Dr. Silberbauer.

 

 Hier gibt es Hilfe:

  • Hausärzte sind die erste Anlaufstelle bei psychischen Beschwerden wie Schlafstörungen oder wenn bereits eine psychische Erkrankung diagnostiziert ist.
  • Zudem stehen bei gesundheitlichen Beschwerden die geschulten Fachkräfte der telefonischen Gesundheitsberatung 1450 rund um die Uhr zur Verfügung.
  • Über die jeweils richtige Anlaufstelle im Gesundheitssystem informiert auch die Website www.wobinichrichtig.at
  • Bei finanziellen Sorgen können Gespräche mit der Schuldnerberatung oder mit der Bank die Situation erleichtern.
  • Die Krisenhilfe OÖ ist rund um die Uhr unter der Telefonnummer 0732/2177 erreichbar.

Hier gibt es Hilfe:

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