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GMUNDEN. Demnächst soll das Rauchen in Gastronomiebetrieben generell verboten werden. Während viele Wirte sich mit dem Gesetzesvorhaben abfinden, fürchten gerade Inhaber kleiner Betriebe Umsatzeinbußen und bangen sogar um die Existenz – wie Johanna John.

Das geplante generelle Rauchverbot in Lokalen ärgert Johanna John und ihre Stammgäste, die großteils Raucher sind: "Von meinen Träumen, die ich als junger Mensch habe, bleibt nicht viel übrig."
Die Gmundnerin ist von klein auf im Wirtshaus aufgewachsen. Wirtin zu sein, war immer ihr großer Wunsch. Vor zwei Jahren hat sie viel Geld in die Hand genommen, um den Familienbetrieb übernehmen zu können, doch momentan ist der Frust groß. „Als Jungunternehmerin eines kleinen Kaffeehauses frage ich mich wie ich mit einem generellen Rauchverbot meinen Betrieb weiterführen soll“, sagt John. Sie habe sich schließlich selbstständig gemacht, um in ihrem Betrieb Entscheidungen selbst treffen zu können. Doch die Politik schränke immer mehr das eigenständige Handeln ein.   Ärger über Unzuverlässigkeit der Politik Besonders ärgerlich findet sie den jahrelangen Zickzack-Kurs der Politik und erinnert an die nötigen Umbauten durch die gesetzlich vorgeschriebene Unterteilung in Raucher- und Nichtraucherbereich. Rund 7.000 Euro hat sie damals dafür aufgewendet. Das sei eine ausreichende Maßnahme gewesen, mit der auch ihre Gäste sehr zufrieden seien. Doch ein generelles Rauchverbot bedrohe ihre Existenz. „Die Politiker machen sich keine Gedanken, was passiert, wenn ein Betrieb in Konkurs geht oder zusperrt. Alle Lieferanten von der Brauerei bis zur Reinigungsfirma verlieren die Umsätze. Auch Investitionen und Instandhaltungen bringen anderen Firmen Profit. Damit ich investieren kann, brauche ich Gewinn und den werde ich nicht mehr haben, weil ich als Kommunikationsbetrieb 90 Prozent Raucher als Gäste habe“, so John.   Teil von Wirtshauskultur geht verloren Das Rauchverbot würde ja vielleicht für Speiselokale von Vorteil sein, aber Lokale wie ihres würden darunter leiden, verweist sie auf den sozialen Aspekt des Wirtseins. In ihrem Café treffe sich Jung und Alt, um Freud´ und Leid´ am Stammtisch, unter Freunden oder mit ihr zu besprechen. „Das bringt vielen Familien, Partnerschaften und Betrieben glücklichere, zufriedenere und gesündere Menschen, die wiederum der Wirtschaft, den Gemeinden und dem Land die Steuern bringen. Ein gemütliches Zusammensitzen wäre nicht nur in meinem Betrieb nicht mehr möglich“, bangt John um den Verlust einer Wirtshauskultur. Bei einem generellen Rauchverbot würden außerdem viele Gäste vor der Eingangstür rauchen. Die Wirtin befürchtet Anzeigen wegen Lärmbelästigung und eine frühere Sperrstunde. „Ich kann das Blatt drehen und wenden wie ich will, am Ende trage immer ich die Auswirkungen des neuen Gesetzes“, so die Junggastronomin.   Verzweiflungsbrief an Minister geschrieben Ihre Zuversicht, das Geschäft noch lange positiv führen zu können, sei nahezu am Nullpunkt. Positive Beispiele aus Ländern mit generellem Rauchverbot lässt sie nicht gelten: „In Italien herrscht Saisonbetrieb, aber ich muss das ganze Jahr offen halten.“ Auch ihr Personal werde in diesem Fall seinen Arbeitsplatz verlieren. „Von meinen Träumen, die ich als junger Mensch habe, bleibt somit nicht sehr viel übrig: Mein kleines Traumhaus werde ich nicht kaufen können, Kinder werden finanziell schwierig. So hat sich der Traumberuf ausgeträumt. Sollen so Arbeitsplätze erhalten und geschaffen werden? Sollen so Frauen genug verdienen, um sich selbst zu erhalten?“, schreibt sie sich in einem Brief an Wirtschaftsminister Mitterlehner ihren Frust von der Seele. Ihr letzter Satz darin: „Ich würde Wert auf eine persönliche Antwort legen, nicht nur auf die daruntergesetzte Unterschrift.“

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Fritz Walchshofer
Fritz Walchshofer
20.01.2015 20:17

Jungwirtin in existenzangst

Ich muß der Jungwirtin widersprechen: kein Gesetz hat sie zu den Investitionen zur Trennung von Rauch u Nichtraucherbereich gezwungen!!! Das war eine freiwillige Entscheidung jedes Gastronomen,um sich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber gesetzeskonformen Lokalen zu verschaffen!! Daher ist nicht einzusehen,dieses Risiko jetzt durch Steuervorteile abzugelten.Die Falschberatung der WKO sollte hier zur Verantwortung herangezogenwerden!!!

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Internist privat
Internist privat
20.01.2015 18:24

Die Tabakindustrie ist der einzige Verlierer

Glauben Sie ihr nicht und auch nicht ihren Schmiergeldempfängern! Überall wo Rauchverbote ohne Ausnahmen eingeführt wurden, hatte nur die Tabakindustrie Umsatzverluste. In Bayern sind die Umsätze der Wirte nach dem Rauchverbot sogar gestiegen