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GMUNDEN/BAD ISCHL. Auch wenn manch Gewerbetreibender ein anderes subjektives Empfinden hat: Der Bezirk Gmunden kann trotz der Nähe zu den Handelszentren in Vöcklabruck, Wels und Salzburg mehr als drei Viertel seiner Kaufkraft im eigenen Bezirk halten. Die Konsumenten schätzen zudem die Fachberatung sehr, dennoch gibt´s Handlungsbedarf.

Der Einzelhandel im Bezirk Gmunden darf mit „treuer“ Kundschaft rechnen“. Foto: Stadtgemeinde Gmunden
Laut einer aktuellen Kaufstrom-Analyse können vor allem die Städte Gmunden (78 Prozent) und Bad Ischl (70 Prozent) die Kaufkraft der eigenen Bevölkerung besonders hoch binden. Dank des Tourismus fällt die Kaufkraftbilanz insgesamt sogar positiv aus. Insgesamt fließen sechs Millionen Euro mehr zu als ab. Der Bezirk Gmunden zählt damit neben Vöcklabruck zu den unsatzstärksten Teilregionen außerhalb des oberösterreichischen Zentralraumes (Wels-Linz). „Motor“ dieser Umsatzstärke ist vor allem die Bezirkshauptstadt mit einem Gesamtumsatz von 219 Millionen Euro.   Besonders gute Service- Werte für Innenstadtbetriebe Im Zuge der Kaufkraftstromanalysen wurden Konsumenten auch eingeladen, die Attraktivität der oberösterreichischen Innenstädte und Ortskerne zu beurteilen. In der Kategorie „Serviceorientierung“, „Freundlichkeit“ und „kompetente Fachberatung“ belegt Bad Ischl mit einem Wert von 1,6 gemeinsam mit Schärding den ersten Platz. Dahinter folgt gleich Gmunden (Note 1,7).   Ortskerne als Problemzonen Mit Ausnahme von St. Wolfgang (88 Prozent) und Bad Ischl (49 Prozent) liegt der Orts-/Stadtkernumsatzanteil in allen anderen Standorten des Bezirks allerdings deutlich unter dem OÖ-Wert von 32 Prozent: Altmünster (20 Prozent), Gmunden (17 Prozent), Ebensee und Vorchdorf (je zehn Prozent). „Die Studie gibt uns daher auch einige Aufträge mit. Insbesondere sind Schwerpunkte bezüglich Gestaltung und Bewirtschaftung der Ortskerne zu setzen. Entscheidend ist die Förderung der örtlichen Werbevereine, die Leben in die Innenstädte bringen. Hier gibt es schon gute Ansätze, beispielsweise mit der Wirtschaftsinitiative Gmunden, dem Wirtschaftsforum Bad Ischl, dem Werbering Vorchdorf oder der IG Laakirchen“, so WKO-Bezirksstellenleiter Robert Oberfrank. Er plädiert auch dafür, in touristischen Gebieten Sonntagsöffnungen zu ermöglichen. „Das würde Arbeitsplätze schaffen“, ist er überzeugt.   Experte empfiehlt mehr interkommunale Abstimmung „Das Kaufkraftpotential ist weitgehend ausgeschöpft. Ein „Wettrüsten“ zwischen Gmunden und Bad Ischl wäre ein Schuss ins Knie“, so Robert Murauer von der CIMA Beratung + Management GmbH, die die Studie erstellt. Er empfiehlt den Gemeinden mehr interkommunale Abstimmung bei Betriebsansiedlungen, die eher punktuell im Qualitätsbereich (“Diskonter gibt´s genug“) erfolgen sollen, und ein besseres „Abschöpfen des touristischen Potentials“. Speziell in Gmunden könnte die Zusammenarbeit von Touristik und Stadtmanagement verbessert werden. Hier werden nur 13 Prozent des Umsatzes durch Gäste erwirtschaftet – im Vergleich: Bad Ischl kommt auf 30 Prozent, Bad Goisern auf 16 Prozent. „Bad Ischl ist da viel weiter als Gmunden“, so Murauer. Kleineren Standorten wie Altmünster, Laakirchen, Vorchdorf oder Ebensee rät er zu Profilbildungen (“Wofür steht der Ort?“).   Umfassende Studie Die Daten beruhen auf einer in Oberösterreich und in benachbarten bayerischen Regionen durchgeführten Studie der CIMA Beratung + Management GmbH. Im Bezirk Gmunden befragte sie dazu 930 Personen. Zusätzlich analysierte man den Branchenmix. In den neun untersuchten „Handelszentralorten“ des Bezirks (Altmünster, Bad Goisern, Bad Ischl, Ebensee, Gmunden, Laakirchen, Scharnstein, St. Wolfgang, Vorchdorf)  begutachtete man insgesamt 737 Handelsbetriebe.

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