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„Wichtig: Arbeitsplätze müssen rasch und günstig erreichbar sein“

Daniela Toth, 13.08.2015 08:27

GMUNDEN. Die meisten Arbeitnehmer müssen täglich mehrere Kilometer von zu Hause bis zu ihrem Arbeitsplatz fahren. Tips hat mit Jacqueline Beyer vom AMS Gmunden und Elfriede Schober, Zentralbetriebsrätin bei der Miba AG, darüber gesprochen, welche Rolle in diesem Zusammenhang der öffentliche Verkehr einnimmt.  

Jacqueline Beyer, Leiterin des AMS Gmunden
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Tips: Frau Beyer, wie wichtig ist die Mobilität für den Arbeitsmarkt?

Jacqueline Beyer: Die Mobilität ist ein sehr wesentlicher Faktor. Wir im Bezirk können uns über eine sehr zufriedenstellende Auslastung der Arbeitnehmer freuen, wie die aktuellen Juli-Daten verdeutlichen. Entgegen der Oberösterreichquote von 5,6 Prozent liegen wir im Bezirk bei einer Arbeitslosigkeit von „nur“ 4,2 Prozent. Der Bezirk Gmunden ist wirtschaftlich sehr stark. Mit der Industrie im Norden und den Tourismusbetrieben im Süden. Umso wichtiger ist eine rasche und kostengünstige Erreichbarkeit der zahlreichen Arbeitsplätze.

Tips: Mobilität ist also auch ein Kostenfaktor?

Jacqueline Beyer: Absolut, jeder Autobesitzer weiß, mit welchen Kosten der tägliche Weg zur Arbeit verbunden ist. Mit der Benützung öffentlicher Verkehrsmittel spart man sich auf Dauer viel Geld und auch Nerven.

Tips: Frau Schober, wie stehen Sie als Arbeiterbetriebsrätin des größten Unternehmens im Bezirk zum öffentlichen Verkehr?

Elfriede Schober: Einerseits ist ein gut ausgebautes Netz gerade im ländlichen Raum sehr wichtig, den eher sozial schwachen Menschen die nötige Mobilität zu ermöglichen. Andererseits hat niemand Lust auf Staus und Umweltverschmutzung. Viele kommen bereits gestresst in die Arbeit und die Parkplatzsituation auf dem Firmengelände wird auch immer angespannter.

Tips: Welche Perspektiven öffnen sich zum Beispiel mit der stadt.regio.tram. Gmunden-Vorchdorf aus Ihrer Sicht?

Elfriede Schober: Wir konnten bereits gut Erfahrungen am Standort Vorchdorf machen. Vor einigen Jahren wurde auf der Lambacherbahn eine eigene Haltestelle für unsere Mitarbeiter errichtet. Seitdem nutzen immer mehr die Gelegenheit, öffentlich zur Arbeit zu fahren. Vom Lückenschluss zwischen Vorchdorfer- bis zum Gmundner Bahnhof erwarte ich mir schon einiges. Es pendeln zum Beispiel aktuell täglich insgesamt 95 Mitarbeiter aus Ebensee, Gmunden, Gschwandt und Kirchham nach Vorchdorf. Bei einer guten Anbindung zur Lambacherbahn wären das 95 Autos weniger auf den Pendlerstraßen.

Mit der nahtlosen Anbindung in den südlichen Teil unseres Bezirkes erwarten wir uns auch, dass wir noch mehr neue Lehrlinge aus dieser Region ins Boot holen können. Die sind bekanntlich am meisten vom öffentlichen Verkehr abhängig. Uns wäre auch sehr wichtig, dass sehr zeitnah auch die Schienenstrecke Gmunden–Laakirchen wieder ins Leben gerufen und ausgebaut wird. In Laakirchen gibt es bekanntlich auch sehr viele Arbeitsplätze – nicht nur bei uns. Abschließend: Wenn das Angebot passt, wird es auch zahlreich angenommen. Wichtig ist eine Anpassung der Betriebszeiten der Öffis mit den Arbeitszeiten in den Betrieben.


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Steindl Gustav
Steindl Gustav
13.08.2015 15:48

Arbeitsplatz Errreichbarkeit

Sehr geehrte Frau Beyer Interessant ist das man immer wieder die Regiobahn ins Spiel bringt. Sie wird nicht funktionieren weil es ganz wenige Betriebe gibt die man überhaupt erreicht. Dieser Flopp kostet den Steuerzahler jetzt und in Zukunft immense Summen an Steuergelder. Diese Bahn war noch nie profitable und wurde und wird auch in Zukunft unterstützt werden. Nur mit Lügen, (Beispiel Beförderungsstatistik) hat man dieses Sinnlose Projekt den Bürgern aufgebrummt. Arbeitsplätze müssen im Ort in der Stadt an Siedlungen usw. geschaffen werden so das man zu Fuß oder mit dem Rad fahren kann. Das Auto ist am Ende da wir uns das jetzt schon nicht mehr leisten können. Versuchen sie einmal ein Linienspiel, sie Wohnen an einem Platz X Pinsdorf und müssen zum Beispiel nach Laakirchen und um 1/2 7h in der Arbeit sein. Egal wo sie fahren sie brauchen viel Zeit und kosten tut es auch einiges. Öffis haben noch nie funktioniert