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Umstrittener Bebauungsplan schafft Rahmen für Wohnprojekte in Gmundner Satoristraße

Hans Promberger, 03.05.2017 17:31

GMUNDEN. In einer geheimen Abstimmung fand der Bebauungsplan für zwei Grundstücke an der Satoristraße eine Mehrheit. Bürgermeister Stefan Krapf (ÖVP) und Bau-Stadtrat Reinhold Kassmannhuber (Bürgerliste) hatten zuvor monatelang versucht, einen Kompromiss für die geplanten umstrittenen Wohnprojekte zu finden.

Gmundens Bau-Stadtrat Reinhold Kassmannhuber beim Versuch die diffizile Lage an der Satoristraße seinen Gemeinderatskollegen anschaulich zu erklären.

Die beiden Stadtpolitiker mussten sich mit Altlasten der früheren Stadtführung auseinandersetzen. Das betroffene Grundstück oberhalb der Bezirkshauptmannschaft stand 2003 und stand zum Verkauf. Gmundens ehemaliger VP-Bürgermeister Heinz Köppl hatte in einem mail der Landesregierung als damalige Grundstücksbesitzerin mitgeteilt, dass „die Stadtgemeinde möchte, dass dieses Grundstück nur sehr dezent verbaut wird“.

Alte Versprechen und neue Verhandlungen

Aufgrund des reduzierten Verkaufspreises erwarb Investor Michael Ridler somit den Grund für in dieser Lage bescheidene 230 Euro pro Quadratmeter. Zugleich sei den Anrainern versichert worden, dass etwaige Gebäude nicht über das Straßenniveau hinausreichen würden. Dies wurde allerdings nie beschlossen. Ridler plante daher bald die Errichtung zweier großer Wohnblöcke, die weit über das Straßenniveau hinausgeragt hätten. Das wiederum erregte den Widerstand der bergseitig benachbarten Villabewohner und Wohnungsbesitzer, die sich auf die Zusagen des einstigen Bürgermeisters beriefen und seither um den Seeblick und damit einen Wertverlust ihrer Immobilie fürchten. Über die zulässige Höhe der geplanten Wohnprojekte wird seither gestritten. 2012 verfügte der Gemeinderat jedenfalls eine Einschränkung für die Bebauung.

Köppl-Nachfolger Stefan Krapf und Bau-Stadtrat Reinhold Kassmannhuber (Bürgerliste) versuchten in den letzten Monaten die prekäre Situation auf rechtliche Beine zu stellen, verhandelten in mehreren Gesprächsrunden intensiv mit allen Konfliktparteien und zogen externe Experten bei. Ein Gestaltungsbeirat entschärfte schlussendlich Ridlers Baupläne. Die Wohnblöcke dürfen jetzt nur noch ein Geschoß plus Dachgeschoß über die Satoristraße hinausragen (sieben bis acht Meter über dem Straßenniveau). Den nachbarlichen Seeblick rettet das allerdings nicht, weshalb die Anrainer weiter opponieren.

„Abgelaufene Fischdose geöffnet“

So musste der Gemeinderat nun eine Entscheidung fällen. „Sie müssen eine abgelaufene Fischdose öffnen, die schon ziemlich stinkt“, brachte es ein SP-Gemeinderat auf den Punkt. Die Freiheitlichen finden die geplanten Baukörper „zu massiv“ und die Verbauungsdichte zu hoch. „Wir schaffen hier einen Präzedenzfall. der die Ablehnung weiterer überdimensionierter Bauvorhaben immer schwerer möglich macht“, begründete Vizebürgermeisterin Beate Enzmann die FPÖ-Ablehnung des Bebauungsplans. Die Stadt-SPÖ sprach sich ebenfalls gegen aus, allerdings weil „wieder nur exklusive Nebenwohnsitze“ entstehen würden und keine Wohnungen für junge Familien.

Geheime Abstimmung und ungewisse Zukunft

Auf Antrag von VP-Fraktionsobmann Siegfried John wurde die Abstimmung anonym durchgeführt. 24 Gemeinderäte stimmten schließlich für den Bebauungsplan, elf dagegen. Ob sich die Anrainer mit der Entscheidung abfinden können, wird sich in den nächsten Wochen weisen.


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