Leerstands-Diskussion in Gmunden: "Generelles Kleinstadtproblem"
GMUNDEN. In Gmunden steht jedes sechste Geschäft leer. Doch das Problem zieht sich auch durch andere Kleinstädte, wie aktuelle Zahlen zeigen. Wichtig sei, die Innenstadt zu beleben, sind sich Politik und Wirtschaft einig.

Eine Untersuchung der Standort + Markt Beratungsgesellschaft ließ vergangene Woche aufhorchen: In Gmunden stehen 15,5 Prozent der Geschäftsfläche leer, in Linz, Wels oder Steyr sind es dagegen nur drei bis sieben Prozent.
Auch andere Kleinstädte haben ähnliche Zahlen
Insgesamt wurden 22 österreichische Innenstädte und 16 Kleinstädte untersucht. Für Oberösterreich liegen auch Zahlen für Braunau vor: Mit 14,8 Prozent liegt man hier nur unwesentlich besser. Der Durchschnitt aller 16 Kleinstädte liegt bei 16,8 Prozent.
Kurzzeitparken am Rathausplatz als „wichtiger erster Schritt“
Auch Bürgermeister Stefan Krapf und der Obmann der Wirtschaftsinitiative Gmunden (WIG), Florian Schöndorfer, sehen hier ein generelles Kleinstadtproblem. „Trotzdem darf man das nicht wegreden“, betont Schöndorfer. Dass das Kurz-Parken am Rathausplatz derzeit wieder möglich ist, sieht er als ersten Schritt, es brauche aber „Strukturmaßnahmen und mehr Frequenz“. Hier sei man in guten Gesprächen mit der Stadtpolitik.
„Zweitwohnsitze bringen auch Wertschöpfung“
Bürgermeister Krapf will die Immobilienbesitzer verstärkt ins Boot holen: „Die Mieten sind sehr hoch, mit dem neuen Projekt zur Altstadtrevitalisierung wollen wir gegensteuern.“ Das Kurzzeitparken sei nur eine temporäre Maßnahme, an nachhaltigen Verkehrslösungen werde gearbeitet. Der Interpretation der Studienautoren, dass die Zweitwohnsitze die Kaufkraft in Gmunden schwächen würden, kann Krapf nicht folgen: „In Gesprächen mit Lokal- und Geschäftsbetreibern höre ich immer eher das Gegenteil, nämlich, dass gerade die Zweitwohnsitze auch viel Wertschöpfung bringen.“
„Einkaufsverhalten der Kunden entscheidet“
Auf die abgeschlossenen Bauvorhaben – Stichwort Traunseetram – und die zunehmende Attraktivität der Innenstadt verweist WKOÖ Gmunden Geschäftsführer Robert Oberfrank: „Schlussendlich entscheidet sich jedoch jeder Bewohner selbst mit seinem Einkaufsverhalten für eine pulsierende Stadt.“


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