Ohlsdorfer Grundwasser wieder weitgehend saniert, nun folgt die Deponie
OHLSDORF. Untersuchungen zeigen, dass die nach dem Pestizidskandal 2014/2015 gesetzten Maßnahmen ein weiteres Austreten von Pestiziden aus der Baurestmassendeponie unterbunden haben. Nun startet die Sanierung der Deponie.

Die Bewertung der bisher gesetzten Maßnahmen und die geplante Deponie-Sanierung standen im Zentrum der heutigen Pressekonferenz von Umweltlandesrat Stefan Kaineder (Grüne), Robert Pree, Geschäftsführer der Asamer Kies- und Betonwerke, und Herbert Rössler von der Abteilung Anlagen-, Umwelt- und Wasserrecht des Land OÖ. Keine Belastung mehr nachweisbarDie nach Bekanntwerden des Umweltskandals gesetzten Maßnahmen wie Abdeckung der Deponie, Abstoppen der Versickerung und Reinigung der Sickerwässer über einen Aktivkohlefilter haben die Belastung des Trinkwassers gestoppt. Regelmäßige Untersuchungen zeigen, dass es seit Jahren wieder den gesetzlichen Anforderungen entspricht. (Die aktuelle Grundwasserverunreinigung im Bereich Aurachrinne steht in keinem Zusammenhang mit der Baurestmassendeponie.)
Pree: „Werden uns am Verursacher schadlos halten“
Gleichzeitig mit den ersten Maßnahmen wurde der Deponiebetreiber verpflichtet, ein Konzept zur Beseitigung der Pestizidbelastung in der Deponie zu erstellen. Dieses wird nun nach einer umfassenden Prüfung durch Experten umgesetzt, kündigte Kaineder an. Über einen Zeitraum von zehn Jahren soll mit künstlicher Bewässerung der Schadstoffaustrag aus der Deponie beschleunigt, das austretende Sickerwasser dabei wie bisher über eine Aktivkohlefilteranlage gereinigt und fachgerecht entsorgt werden. Danach soll der Deponiekörper permanent abgedeckt werden, um eine künftige Gefährdung des Grundwassers auszuschließen.
Für Asamer betonte Robert Pree, dass das Unternehmen selbst das größte Interesse an einer ordnungsgemäß geführten Deponie habe. „Betreffend der Kosten werden wir uns am Verursacher schadlos halten.“
Kaineder: „Pestizid-Cocktail muss ein Ende haben“
Der Fall Ohlsdorf zeige, dass chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel nicht nur eine Gefahr für die Artenvielfalt, sondern auch für die menschliche Gesundheit darstellen, betonte Kaineder. EU-weit strengere Regelungen seien daher dringend notwendig.


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