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OHLSDORF. Das Betriebsbaugebiet Ehrenfeld sorgt weiter für Diskussionen. Nach einer Anfrage der SP-Abgeordneten Heidi Strauss in der jüngsten Landtagssitzung rund um den Schotterabbau kritisiert der Grüne Landesrat Stefan Kaineder nun eine zu große Rodungsfläche.

 (Foto: Wolfgang Spitzbart)
(Foto: Wolfgang Spitzbart)

Die Größe der in Ehrenfeld gerodeten Fläche kritisiert Landesrat Stefan Kaineder (Grüne) in einer Aussendung: Auf sein Ersuchen hin habe die Bezirkshauptmannschaft Gmunden die tatsächlich erfolgte Rodung des Waldes in Ohlsdorf untersuchen lassen. Die Vermessung des Gutachters vor Ort ergab, dass die beantragte, rund 19 Hektar große Rodungsfläche um rund 0,3 Hektar überschritten wurde, so Kaineder. „3.093 Quadratmeter entspricht in etwa der Größe des Schillerparks in Linz, die in Ohlsdorf über die bescheidmäßig genehmigte Rodung hinaus an Wald zerstört wurden. Damit sind zwischen 80 und 100 Bäume verloren gegangen, die auch ein wichtiger und wirksamer Luftfilter für die Anrainer/innen in der von Autobahn und Industrie geplagten Region gewesen sind“, so Kaineder.

Er kritisierte erneut, dass die Widmung aus seiner Sicht eigentlich versagt hätte werden müssen und betonte, dass er sich erwarte, „dass auch für die über die bescheidmäßig erfolgte Rodung hinausgehende Zerstörung Wiederaufforstungsflächen im eineinhalbfachen Ausmaß eingebracht werden.“

Rechtliche Folgen der Überschreitung werden geprüft

Der Gmundner Bezirkshauptmann Alois Lanz bestätigte auf Tips-Nachfrage die angegebenen Zahlen. Der beauftragte Ziviltechniker verweise in seinem Gutachten darauf, dass derartige Überschreitungen häufig auf natürliche Unschärfen zwischen Grundbuch und den Vermessungen im Gelände zurückzuführen seien. „Die entsprechenden Flächen sind noch nicht im Digitalkataster eingetragen, ansonsten wäre eine milimetergenaue Vermessung möglich“, erklärt Bezirkshauptmann Alois Lanz. Ob die nun festgestellte Überschreitung zu rechtlichen Folgen führe, werde zur Zeit noch untersucht.

SPÖ kritisiert Rolle des Landes beim Schotterabbau

Der Schotterabbau in Ehrenfeld war hingegen Thema einer mündlichen Anfrage der Landtagsabgeordneten Heidi Strauss (SPÖ) an Raumordnungs-Landesrat Markus Achleitner (ÖVP) in der jüngsten Landtagssitzung. Sie wollte wissen, wie seitens der Behörde garantiert werde, dass alle Bescheidauflagen zum Schotterabbau eingehalten werden. Bei den derzeitigen Arbeiten handle es sich um keine genehmigungspflichtige Schotterentnahme, die Gemeinde Ohlsdorf habe eine baurechtliche Bewilligung für Abtragungen und Aufschüttungen erteilt, um das nötige Niveau zu schaffen, betonte Achleitner.

Die SPÖ-Raumordnungssprecherin zeigt sich mit der Antwort nicht zufrieden: „Ich hätte mir mehr Klarheit erwartet. Ich bin mit der Umweltanwaltschaft einer Meinung, dass da sehr wohl eine Genehmigung nach dem MinroG notwendig ist. Sechs Meter tief hinunterzugraben und so viel Schotter wegzubringen, ist keine klassische Baureifmachung!“, so Strauss. Sie fordert daher Akteneinsicht in die Unterlagen des Raumordnungsverfahrens beim Land.

Der regionale SPÖ-Landtagsabgeordnete Mario Haas kritisiert vor allem die Abwicklung des Projektes: „Da werden zuerst seitens der ÖVP hunderte Arbeitsplätze versprochen und dafür gleich mal 19 Hektar Wald vernichtet und dann stellt sich heraus, dass weiterhin völlig unklar ist, ob überhaupt Arbeitsplätze auf dem Areal entstehen“, so Haas, der von einer „eigenartigen Optik“ spricht.


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