„Wir dürfen unsere Perlen nicht übersehen“
GMUNDEN. Was tut sich in Gmunden? Bürgermeister Stefan Krapf hat mit Tips über Teuerungen, Unterstützungen für die Bürger und den aktuellen Stand bei den Hotelprojekten gesprochen.

Tips:In den nächsten Tagen wird im Gemeinderat das Budget beschlossen. Wie wirkt sich hier die aktuelle Krise aus?
Bürgermeister Stefan Krapf:Die Teuerungen betreffen natürlich auch die Kommunen: Wir haben auf der einen Seite das Energie-Thema mit einer Verachtfachung der Energiepreise, die wir zu verarbeiten haben – und auf der anderen Seite die Teuerungen allgemein. So sind etwa die Preise bei Straßenarbeiten und Ähnlichem teilweise drastisch angestiegen. Das Budget ist heuer eine große Herausforderung mit der Konsequenz, dass es in allen Bereichen zu Einsparungen kommen muss. Ein ausgeglichener Haushalt genießt oberste Priorität. Eine solide Finanzgebarung ist für die kommunalpolitische Arbeit essenziell, auf Abenteuer lassen wir uns nicht ein. Seit ich vor acht Jahren das Bürgermeisteramt übernommen habe – und Thomas Höpoltseder das Amt des Finanzstadtrates – war ein ausgeglichenes Budget immer das zentrale Thema unserer Politik.
Tips:Gmunden hat zuletzt soziale Maßnahmen gegen die Teuerung beschlossen. Wo liegt hier der Schwerpunkt?
Krapf: Es sind aktuell schwierige Zeiten. Wir wollen mit sozialen Maßnahmen kleine Akzente setzen, etwa mit einer Christbaumaktion und einem Teuerungsausgleich für Geringverdiener. 300 Haushalte sind hier massiv betroffen. Wir wollen damit von Seiten der Gemeinde hier Solidarität und Wertschätzung zeigen. Mir ist das wichtig, denn manche schnaufen jetzt wirklich. Ich will zeigen, dass wir da sind.
Tips:Eine wichtige Aufgabe für Gmunden ist die Belebung des Stadtzentrums. Welche Schritte werden hier gesetzt?
Krapf:Wie viele andere Städte stehen auch wir hier vor Herausforderungen – das ist ein Fakt. Aber wir dürfen auch die positiven Aspekte nicht übersehen, im letzten Jahr unter anderem die Eröffnungen von La Sonett inklusive Boutiquehotel, Goldenem Hirsch mit Hotelbetten und Zimmern, dem Lavi-Brunch und nun dem „Oh wie fein“ am Graben. Gmunden ist eine Perlenkette. Natürlich sind Lücken und Leerstände drin, aber man darf die Perlen nicht übersehen, auch Traditionsbetriebe wie etwa die gerade erst ausgezeichnete Hackl-Pizza. Unser Ziel ist es, sie mit weiteren Perlen zu ergänzen. Die Stadt setzt hier Schritte: vom Keramikladen, der gut läuft, bis zur Anmietung von Immobilien wie dem Goldenen Schiff – hier wird ein hochwertiges Unternehmen hineinkommen.
Tips:Ein wichtiges Thema sind auch die geplanten Hotelbauten.
Krapf: Die Arbeiten im Hintergrund laufen auf Hochtouren. Für das Seeviertel waren kürzlich zwei international renommierte Innenarchitekturbüros mit hervorragenden Referenzen da. Es wird schon an der Gestaltung gearbeitet, der Architekturwettbewerb wird noch dieses Jahr abgeschlossen sein. Danach kann man zeitnah mit ersten Visualisierungen rechnen, und auch mit einer öffentlichen Präsentation. Das gesamte Seeviertel – nicht nur das Hotel -– wird ein wichtiger Zukunftsimpuls für Gmunden und für die Wirtschaft – mit hochattraktivem öffentlichen Raum. Zum Projekt beim Seeschloss Ort: Im Oktober gab es ein gutes Gespräch, bei dem viel Vertrauen aufgebaut werden konnte. Für Dezember ist eine nächste Gesprächsrunde geplant. Alle Fraktionen stehen hinter dem Projekt, unser Ziel ist, dass der Toscanapark in seiner bestehenden Form für immer öffentlich zugänglich bleibt.


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