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ST. WOLFGANG. Kürzlich machte in der Wolfgangseegemeinde ein Aufschrei die Runde: Vereinsmitglieder erhielten während Proben und Einsätzen Parkstrafen, obwohl es seit Jahren Usus ist, dass sie ihre Autos in der Begegnungszone abstellen. Gemeindepolitiker sehen die Grünen dafür verantwortlich, diese weisen die Vorwürfe aber entschieden zurück.

Ehrenamtliche dürfen im Markt St. Wolfgang während Vereinstätigkeiten straffrei parken. (Foto: anilah/Adobe)

„Im Markt schlägt das Herz unserer Gemeinde“, betont Bürgermeister Franz Eisl (VP), der auf die Probelokale der Musikkapellen, das Veranstaltungszentrum im „Pacher-Haus“, die Kirche und auch das Zeughaus der Feuerwehr verweist. In letzter Zeit sorgte eine Vielzahl von Strafzetteln auf den Fahrzeugen von Musikern, Feuerwehrleuten und Mitgliedern anderer wichtiger Vereine in St. Wolfgang für großen Unmut.

Anonyme Strafanzeigen gegen Ehrenamtliche

In einer Aussendung der Gemeinde heißt es, dass es seit vielen Jahren übliche Praxis sei, die Autos während Vereinsaktivitäten oder bei Einsätzen in der Begegnungszone straffrei abzustellen. Von einem auf den anderen Tag ist dies aber von der Polizei beendet worden. „Ich kann mir nicht erklären, wer unsere Ehrenamtlichen sekkieren oder gar aus dem Ort vertreiben will – mehr als Dreißig Jahre lang funktionierte unser Miteinander und die Benutzung der Begegnungszone wunderbar“, zeigt sich Eisl enttäuscht darüber, dass Ehrenamtliche der St. Wolfganger Gemeinschaft für ihren Dienst an der Allgemeinheit gestraft werden. Der Polizei seien allerdings die Hände gebunden, denn wenn – auch anonym – angezeigt wird, müsse die Exekutive einschreiten, bedauert Eisl.  

Übernahme von Strafgeldern durch Gemeinde

In einer Sondersitzung des Gemeinderates wurde eine einstimmige Lösung für das Problem beschlossen: Vereinsmitglieder können etwaige Strafzahlungen, die während eines Einsatzes über sie verhängt werden, bei der Gemeinde einreichen und bekommen diese ersetzt. SP-Gemeinderat Markus Sammer begrüßt diesen Schritt, sieht aber den Zusammenhalt in der Bevölkerung in Gefahr „Im Frühjahr sind Methoden in St. Wolfgang eingezogen, die ich vorher nicht gekannt habe – wir sollten unsere Vereine und alle Mitbürger unterstützen, nicht einzelne davon behindern“, so der langjährige Mandatar in Richtung der grünen Gemeinderatsfraktion. In die gleiche Kerbe schlug auch FP-Chef Ronald Eichenauer, der sich wie immer sehr klar ausdrückte: „Seit dem Führungswechsel bei den Grünen wird versucht, den Markt autofrei zu machen“, berichtet er.

Keine Angst vor autofreiem Markt

Karl Lepic, Fraktionsobmann der Grünen, weist die Vorwürfe entschieden zurück. „Für uns ist es als kurzfristige Lösung völlig okay, dass Vereinsmitglieder in der Begegnungszone parken“, betont Lepic und fügt hinzu, dass es den Grünen um nachhaltige Lösungen in der Verkehrsthematik geht. „Unser Ziel ist eine transparente Politik in St. Wolfgang zu machen. Wir brauchen dringend ein Parkleitsystem und bessere Öffi-Verbindungen nach Bad Ischl und Strobl – auch nach 19 Uhr“. Die Grundsatzdiskussion um weniger Autoverkehr sieht Lepic realistisch: „Wir leben in einer wunderschönen Gegend mit wenig Infrastruktur. Wir werden in den nächsten zehn bis 20 Jahren auch weiterhin viel auf das Auto angewiesen sein“ und stellt in Richtung Eichenauer klar: „Es besteht keine Gefahr, dass wir den Markt autofrei machen. Mit vier Gemeinderatssitzen können wir das auch gar nicht“.


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