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GMUNDEN. Das lang geplante Projekt für den Hotelbau im Gmundner Seeviertel kommt der Realisierung einen Schritt näher. Nötig dafür waren Abänderungen der Pläne, denen die Mehrheit im Gemeinderat zustimmte.

Seeviertel Gmunden (Foto: NEOS Gmunden (honorarfrei))
Seeviertel Gmunden (Foto: NEOS Gmunden (honorarfrei))

170 Millionen Euro werden in das Großprojekt investiert. Nachdem es immer wieder Verzögerungen und zuletzt auch eine Fristverlängerung für Soravia Real Estate gab, stehe jetzt die Finanzierung, so Bürgermeister Stefan Krapf (ÖVP). Ermöglicht wird das Projekt durch die Oberbank und rund zehn regionale Investoren. „Gmunden will und braucht ein Hotel, die Bemühungen und die Beharrlichkeit zahlt sich aus“, betont der Ortschef.

Dina Fritz, Fraktionsobfrau der FPÖ Gmunden, sieht im Hotelbau vor allem wirtschaftliche Chancen: „Mit der Realisierung des Seeviertelprojekts sind Gesamtinvestitionen in der Höhe von 170 Millionen Euro verbunden, jährliche kommunale Einnahmen und Abgaben in der Höhe von einer halben Million Euro, die Schaffung von Arbeitsplätzen während der Bauphase und dann durch den Betrieb des Hotels, die Belebung der Innenstadt und die Stärkung der heimischen Wirtschaft und des Tourismus.“

Vertragsanpassungen notwendig

Um mit dem Bau des Vier-Sterne-Hotels im nächsten Jahr beginnen zu können, brauchte es neben der Finanzierung noch eine andere Einigung. Der Gmundner Gemeinderat einigte sich mit der Mehrheit von ÖVP und FPÖ auf einen neuen Plan mit Zugeständnissen an die Investoren. Darunter fällt unter anderem der Verzicht der Stadtgemeinde auf eine Pönale von zwei Millionen Euro für den verspäteten Baustart.

Änderung des Zweitwohnschlüssels

Neben kleinen baulichen Änderungen wurde auch der Zweitwohnschlüssel für die ebenfalls geplanten Eigentumswohnungen geändert. Ursprünglich durften nur 25 Prozent der Wohnungen als Zweitwohnsitze vermarktet werden. Da sich die oben genannten Zweitwohnsitze jedoch besser verkaufen lassen, einigte sich der Gemeinderat auf eine Zweitwohnsitzquote von 75 Prozent. Das bedeutet, nur jede vierte neu gebaute Eigentumswohnung im Seeviertel müsste ein Hauptwohnsitz sein.

Kritik der Opposition

Der Beschluss im Gemeinderat wurde durch die Mehrheit von ÖVP und FPÖ gefasst. Von den anderen Parteien gibt es Kritik. Die Grünen sehen vor allem das Kippen der Hauptwohnsitz-Regelung als Problem und fürchten, dass durch Zweitwohnsitze das gesellschaftliche Leben und die Wirtschaft der Innenstadt geschwächt würden.

„2021 haben wir dem Seeviertelprojekt zugestimmt, weil zusätzlich zum Hotel ein lebendiges Wohnviertel am Ostufer mit mindestens 75 Prozent Hauptwohnsitzen zugesagt wurde“, sagt Vizebürgermeisterin Uli Feichtinger (Grüne). Nun drohe hier „eine weitere Siedlung, die nur in den Ferien bewohnt ist“.

SPÖ

Die SPÖ Gmunden bekenne sich klar zu einem neuen Hotel am Seebahnhof – nicht jedoch um jeden Preis und auf Kosten der Gmundner, heißt es aus den Reihen der Partei. Besonders unverständlich sei für die Partei neben der Zweitwohnsitzquote, auf die im Vertrag stehende Pönale zu verzichten.

„Gmunden braucht keine weiteren Zweitwohnsitze. Wir brauchen eine Stadt, in der Menschen dauerhaft leben, arbeiten und ihre Familien gründen können. Hauptwohnsitze schaffen Leben, Vereine, Nachbarschaft und Zusammenhalt. Wer diesen Anteil massiv reduziert, gefährdet genau das, was Gmunden ausmacht“, sagt Fraktionsobmann Patrick Gessert (SPÖ).

NEOS

Stadträtin Linda Windbichler von den NEOS hegt Kritik an der schnellen Abstimmung des Projekts: „Wer bei einem Projekt dieser Größenordnung abstimmt, ohne das angekündigte Wertgutachten zu kennen, handelt aus unserer Sicht nicht verantwortungsvoll. Transparenz und vollständige Entscheidungsgrundlagen sind keine Schikane und keine Verzögerungstaktik, sondern die Basis seriöser Gemeindepolitik. ÖVP und FPÖ tun jede kritische Nachfrage als Verhinderung ab und machen es sich zu einfach.“


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