Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

WENDLING. Hugo von Hofmannsthals berühmtes Theaterstück „Jedermann“ ist nicht nur bei den Salzburger Festspielen ein Dauerbrenner. Auch in Wendling wird dieser außergewöhnliche Theatergenuss seit 1956 alle zehn Jahre unter freiem Himmel am Kirchenplatz in Szene gesetzt. Heuer ist es wieder soweit.

Der Wendlinger Jedermann wird seit 1956 alle zehn Jahre aufgeführt. (Foto: Laienspielgemeinschaft)
  1 / 3   Der Wendlinger Jedermann wird seit 1956 alle zehn Jahre aufgeführt. (Foto: Laienspielgemeinschaft)

Aufgeführt wird das Stück von der Laienspielgemeinschaft Wendling, die vielen auch als „Theatergruppe Wendling“ bekannt ist. Großer Wert wird darauf gelegt, das Werk im Wesentlichen unverändert zu spielen. Aufgrund seiner guten Verständlichkeit wird der Wendlinger Jedermann auch als „Bauern-Jedermann“ bezeichnet. Die Aufführung verbindet klassische Elemente mit einer modernen, lebendigen Umsetzung.

Zeitlose Themen

Der Wendlinger Jedermann behandelt zeitlose Themen wie Erfolg, Besitz, Verantwortung, Vergänglichkeit und die Frage, was am Ende wirklich zählt.

„Gerade in einer schnelllebigen Zeit, in der oft Leistung und materieller Erfolg im Mittelpunkt stehen, regt das Stück dazu an, über Werte, Menschlichkeit und Zusammenhalt nachzudenken. Deshalb berührt die Geschichte auch heute noch Menschen aller Generationen“, sagt Magdalena Grabenberger von der Laienspielgemeinschaft.

Mitgefühl und Zusammenhalt

Die Theatergruppe möchte zeigen, dass kein Mensch alles allein schaffen kann und dass zwischenmenschliche Beziehungen, Mitgefühl und Zusammenhalt wichtiger sind als Reichtum oder Status. Das Stück erinnert daran, bewusst zu leben und die wirklich wichtigen Dinge nicht aus den Augen zu verlieren. Die Vorbereitungen und organisatorischen Arbeiten laufen bereits seit mehreren Monaten. Seit Mitte April wird intensiv geprobt, bis zur Premiere Anfang August werden die Proben weiter verstärkt.

Verbindung zur Region

„Besonders ist bei unserer Aufführung die enge Verbindung zur Region und zur Gemeinschaft in Wendling. Viele engagierte Menschen aus dem Ort wirken mit und machen das Stück zu einem gemeinsamen kulturellen Erlebnis. Zudem schafft die Aufführung unter freiem Himmel eine einzigartige Stimmung“, so Grabenberger.

Insgesamt sind rund 80 Personen beteiligt, sowohl auf der Bühne als Schauspieler als auch hinter den Kulissen in den Bereichen Technik, Maske, Kostüm, Bühnenbau, Organisation und Verpflegung.

Das gesamte Projekt basiert auf ehrenamtlicher Arbeit. Von den Proben über den Bühnenbau und die Organisation bis hin zur Betreuung der Gäste investieren zahlreiche Personen aus Wendling und Umgebung unzählige Stunden ihrer Freizeit. Das Stück verlangt den Darstellern emotional und sprachlich sehr viel ab. Die Figuren bewegen sich zwischen Lebensfreude, Angst, Schuld und Erkenntnis. Gleichzeitig erfordert die besondere Sprache des Stücks ein intensives Arbeiten an Ausdruck, Präsenz und Gefühl.

Für ein breites Publikum

„Die Aufführung richtet sich an ein breites Publikum – sowohl an Theaterliebhaber als auch an Besucherinnen und Besucher, die vielleicht nur selten ins Theater gehen. Durch die verständliche und emotionale Inszenierung eignet sich das Stück für Menschen unterschiedlichster Altersgruppen“, erklärt Grabenberger.

Christian Perndorfer, Obmann der Laienspielgemeinschaft und Bürgermeister von Wendling, fasziniert vor allem das einmalige Ambiente der Naturbühne vor Friedhof und Kirche: „Der überdimensionale Schatten des Todes auf der Kirchenmauer sorgt für Gänsehaut pur. Das gibt es nirgendwo sonst.“

Theater seit über 100 Jahren

In Wendling wird bereits seit über 100 Jahren Theater gespielt. Der Durchbruch gelang 1956 mit der ersten Aufführung des „Jedermann“, gefolgt von zahlreichen weiteren Freilichtspielen in den 1950er- und 1960er-Jahren.

Seit 1978 finden in der Gemeinde außerdem jährlich Lustspiele, auch „bäuerliche Schwänke“ genannt, statt. Nach dem Vorbild des Chiemgauer Theaters beziehungsweise von Peter Steiners Theaterstadl erfreuen sich Besucher aus nah und fern an den Komödien.

Aufführungstermine:Freitag, 7. August,Samstag, 8. August,Sonntag, 9. August,Freitag, 14. August,Samstag, 15. August,jeweils um 20.30 Uhr 


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden