Eine Decke, die jedem Flüchtlingskind Wärme und Geborgenheit schenken soll
GRIESKIRCHEN. Wärme und Geborgenheit - zwei Geschenke, die Flüchtlingskindern in Grieskirchen gemacht werden sollen. Wie das mit einer kleinen Decke gelingen soll, erzählt Sybille Schauer, die das Projekt „Mini Decki“ aus der Schweiz übernahm und mit zwei Asylwerbern betreut.

Das Projekt „Mini Decki“ hat die Schweizerin Simone Maurer ins Leben gerufen. Aus dem Schweizerischen bedeutet „Mini Decki“ so viel wie „Meine Decke“. Mit dem Hintergrund, dass jedes Flüchtlingskind eine eigene Decke besitzen sollte, mit der es sich wärmen, in die es sich kuscheln oder in der es sich verstecken kann.
Sybille Schauer aus Grieskirchen hat zusammen mit dem Netzwerk Integration das Projekt aus der Schweiz auch für Grieskirchen übernommen. Ihre Motivation dahinter: Sie will Kindern ein wenig Geborgenheit auf ihrer unsicheren Reise vermitteln. „Diese Kinder besitzen oft nur das, was sie gerade am Körper tragen. Sie kommen verstört, oft voller Angst, weil sie nicht verstehen, was um sie herum passiert, in ein fremdes Land. Das ist eine Situation, die wir unseren eigenen Kindern nicht wünschen“, erklärt Schauer, die gemeinsam mit den beiden Asylwerbern Masoud Rezai aus dem Irak und Schakhawan Nadry aus dem Iran die Decken näht.
Seit 2015 konnten sie so bereits 50 Decken produzieren, jedes Stück ein Unikat und immer versehen mit dem Namen des jeweiligen Flüchtlingskindes. Ein bis zwei Mal im Monat treffen sich die Drei um gemeinsam zu nähen.
In eine Decke fließen dabei mindestens sechs Stunden Arbeitszeit. „Man gibt ein Stück von sich, wendet viel Zeit auf und kann das Geschenk in Form von Decken weitergeben“, sagt Schauer, die das Projekt durch ihr Hobby, das Patchworken entdeckt hat. Sie bekomme dabei eines der schönsten Geschenke zurück, wie sie sagt. „Die strahlenden Augen des Kindes sind das schönste Geschenk und man hat das Gefühl, dass auch die Eltern es sehr schätzen, dass man an ihre Kinder denkt“.
An eine Situation erinnert sich Schauer ganz besonders: „Ein zweieinhalbjähriges Flüchtlingskind war sehr schüchtern, ist bei unserem Besuch immer auf Abstand gegangen. Wir haben die Decke ins Wohnzimmer gelegt. Eine Zeit später war es ganz still. Das Kind hat die Decke genommen und sich ganz fest darin eingekuschelt. Genauso soll es sein, die Kinder sollen ihre Decke selbst erobern“, meint Schauer und erklärt: „Kinder sind unsere Zukunft. Einige werden vielleicht irgendwann wieder in ihre Heimat zurückkehren. Dann ist es besonders wichtig, dass sie hier positive Erfahrungen machen und viel lernen, um dieses Wissen in ihrem Land wieder anwenden zu können“.
Projekte des Netzwerks Integration
Das Netzwerk Integration hat es sich zur Aufgabe gemacht, Flüchtlingen und Asylwerbern die Chance auf ein Leben in Österreich zu geben. Mehr als 50 Mitglieder, davon 25 aktive, arbeiten in verschiedenen Arbeitsgruppen mit den Asylwerbern zusammen, unterstützen sie bei der Suche nach Arbeit oder einer Wohnung. „Die Menschen haben in der Wartezeit zwischen den Asylbescheiden große Unsicherheit, diese Zeit wollen wir mit Sinn füttern“, erklärt Sybille Schauer. Ein Beispiel hierzu ist das Nähcafé, das nun mit dem Netzwerk Integration zusammenarbeitet.
Zu den weiteren Projekten gehört das Thema der Wohnraumschaffung. Zur Zeit werde ein Pott mit Geld aus Spenden geschaffen, mit dem die Kaution für Wohnungen zur Verfügung gestellt werden soll. „Viele können sich die Kaution nicht leisten“, meint Schauer.
Ebenso sucht das Netzwerk Integration aktuell freiwillige Helfer, die bei Übersiedlungen behilflich sein können. Es gibt viel zu tun. Auch die Ehrenamtlichen würden zeitlich oft an ihre Grenzen stoßen und suchen deshalb weitere Unterstützung.
Unterstützung
Baumwollstoffe, Kinderbettwäsche mit Motiven werden gerne angenommen.
Kontakt: Sybille Schauer, sib.schauer@gmx.at
Wer Flüchtlingskinder kennt, die noch keine Mini Decki haben, kann diese Information auch weitergeben.


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