Geplanter Hochwasserschutz in Waizenkirchen scheint „verdammt“

Hits: 3106
Bürgerinitiative lud zu einem Infogespräch zum geplanten Hochwasserschutzdamm an der Aschach.
Bürgerinitiative lud zu einem Infogespräch zum geplanten Hochwasserschutzdamm an der Aschach.
Sabrina Lang Sabrina Lang, Tips Redaktion, 16.01.2018 18:00 Uhr

WAIZENKIRCHEN. Hohe Wellen schlägt der geplante Hochwasserschutz in der Gemeinde Waizenkirchen. Eine Bürgerinitiative stellt sich seit Jahren gegen den Damm, denn die Erbauung sei kostspielig, mache den Menschen Sorgen und führe dazu, dass Ortschaften außerhalb des Zentrums mehr vom Hochwasser betroffen sein könnten. Nicht nachvollziehen kann diese Angst Josef Mader vom Gewässerbezirk Grieskirchen.

Als „Dammmonster“ bezeichnet Georg Doppler von der Bürgerinitiative „Dammfrei“ in Waizenkirchen das geplante, 6,5 Meter hohe Hochwasserschutzprojekt in seiner Gemeinde. Kritik kommt von Seiten der Bürgerinitiative, da die Planung eines Hochwasserschutzprojektes einfach über die Köpfe der Betroffenen hinweg passiere. Man sehe zudem mehr Nachteile für die Gemeinde.

„Hochwasser-Schutz­zonen unterhalb von Waizenkirchen können wegen dem Rückhaltebecken künftig reduziert werden und diese Gemeinden können dadurch munter weiterwidmen und -bauen. Oberliegergemeinden sparen künftig bei aufwändigen Sicker- und Retentionsbecken bei Siedlungs- und Gewerbebauten und können das Wasser ungebremst zu uns “runterlassen„“, meint Doppler. Anders sieht das Josef Mader, Leiter des Gewässerbezirk Grieskirchen. „Ich kann die Angst nicht nachvollziehen, da die Technik zum Bau von Rückhalteanlagen ausgereift ist und sehr hohe Sicherheitsmaßstäbe angesetzt werden müssen. Es geht um den Schutz vor Hochwasser, welches die Betroffenen jederzeit heimsuchen könnte“, erklärt Mader. „In einem Rückhaltebecken ist ganz selten Wasser, aber wenn Wasser drinnen ist, dann wurde dadurch ein möglicher Schaden verhindert und das ist der positive Effekt, welcher durch die Anlage erreicht wird“, erklärt Mader.

Zur Dammhöhe meint der Experte: „Bei der Hochwasserentlastung ist er nur 4,5 Meter hoch und bei einem 100-jährlichen Ereignis ist die höchste Einstauhöhe demnach auch 4, 5 Meter. Die restliche Dammhöhe wird für die Sicherheitszuschläge und als Freibord benötigt“, erklärt Mader das Projekt und ergänzt: „Es ist nur eine Frage der Zeit und dann haben wir ein großes Hochwasser im Aschachtal.

 

Kritik an den Kosten

Die Verantwortlichen hätten den Überblick verloren, was die Kosten für das Projekt betrifft, kritisiert die Bürgerinitiative. Ähnlich wie bei der Anzahl der geschützten Objekte würden diese zwischen 20 und mittlerweile 45 Mio. Euro inkl. der Erhaltung differieren. “Rechnet man von bereits realisierten, jedoch viel einfacheren Becken in der Region hoch, ist von einer bis zu doppelt so hohen Summe auszugehen„, meint Doppler. Josef Mader nennt die aktuelle Zahl, die ihm laut der Kostenschätzung vorliege: Für beide Rückhaltebecken Waizenkirchen und am Sandbach in der Gemeinde Hinzenbach, das wiederum die Gemeinde Hinzenbach schützt, wurden inklusive Begleitmaßnahmen und Absiedelungen 38,5 Millionen Euro berechnet.

 

Betroffene Objekte

Die von offiziellen Stellen angegebene Anzahl der zu schützenden Unterlieger schwanke seit zwei Jahren zwischen 20 und 330, ebenso der Wert dieser Objekte. “Wir von „Dammfrei“ vermuten, dass die Experten und Planer hierzu bisher kaum ernsthafte Erhebungen bzw. Berechnungen angestellt haben. Es entsteht das Gefühl, hier wird maximal geschätzt und vermutet – vor allem aber politisch taktiert„, kritisiert Doppler. Der Leiter des Gewässerbezirks stellt klar: “Es sind bei einem 100-jährlichen Hochwasser zwischen Waizenkirchen und Pupping 185 Objekte betroffen und es können diese mit zwei Rückhaltebecken in Waizenkirchen und am Sandbach, durch zusätzlich begleitende Maßnahmen und auch Absiedelung von einigen Objekten geschützt werden„.

 

Baustart und die Forderung nach Alternativen

Zum Baustart meint Mader: “Ich gehe davon aus, dass im Herbst mit der Einreichplanung eines Teilbereiches des Hochwasserschutzprojektes begonnen werden kann. Wenn alle Genehmigungen vorliegen, dann gehe ich von einer Bauzeit von mindestens fünf Jahren für die Rückhalteanlagen aus. Die Begleitmaßnahmen benötigen ebenfalls eine mehrjährige Bauzeit„.

Die Bürgerinitiative fordert hingegen einen sofortigen Stopp der einseitigen Arbeiten am Projekt. “Es ist schon zu viel Geld „verplant“ worden„, meint Doppler. “Wir fordern von den Verantwortlichen einen sofortigen Stopp der Arbeiten am Projekt und die ernsthafte Suche nach Alternativen, besonders auch jene im Bereich des integrierten Hochwassermanagements.

Kommentar verfassen

Kommentare

  1. Gastuser
    Gastuser17.01.2018 07:28 Uhr

    Geplanter Hochwasserschutz in Waizenkirchen scheint „verdamm - zuerst lassen die Experten Jahrzehnte lang Baugründe im Hochwassergebiet widmen, beim ersten Hochwasser zahlt der Steuerzahler für die Fehler dieser Experten, den Damm zahlt der Steuerzahler und wenn die Kosten beim Bau explodieren zahlt der Steuerzahler und wenn der Damm bricht zahlt der Steuerzahler!! Was also ist eine Aussage dieser Experten Wert?



Brand einer Absauganlage

GRIESKIRCHEN. Die Feuerwehren Grieskirchen und Tolleterau wurden am Montag, 20. September zum Brand einer Absauganlage in einem Industriebetrieb alarmiert. Die firmenangehörige Brandschutzgruppe bekämpfte ...

Gasselsberger und Mucha sind in ungekanntem Land

GASPOLTSHOFEN. Komponist Martin Gasselsberger und Schriftsteller Martin Mucha veröffentlichen mit „Ungekanntes Land“, ihr zweites gemeinsames Werk und ihr erstes Chorwerk. Im Interview mit Tips spricht ...

Rennstrecke wird zum Schauplatz des Finales

TAUFKIRCHEN. Landesmeistertitel und OÖ Cup-Titel im Motocross werden heuer in Taufkirchen vergeben. Die Rennstrecke in Untertrattbach ist am Sonntag, 26. September, Schauplatz des großen Finales. 

Mann bei Frontalzusammenstoß getötet

GALLSPACH. Das Auto eines 30-Jährigen aus Gmunden kollidierte mit dem PKW eines 78-JJährigen aus dem Bezirk Grieskirchen auf der B135 auf der Höhe der Umfahrung Gallspach. Wie es zu dem Unfall gekommen ...

Ahnenforschung im Archiv

GRIESKIRCHEN. Das historische Stadtarchiv hat neue Räumlichkeiten in der Landesmusikschule bezogen und lässt die Bevölkerung in vergangene Zeiten eintauchen. Wer Geschichte lernen und etwas über seine ...

Erster Teil des Haager-Lies Radwegs ist nun offiziell befahrbar

GASPOLTSHOFEN/ HAAG/ WEIBERN/ NEUKIRCHEN/ AICHKIRCHEN/ BACHMANNING. Der erste Abschnitt des Haager Lies Radweges zwischen Neukirchen bei Lambach (Bezirk Wels Land) und Haag ist nun offiziell befahrbar. ...

Grieskirchner Netz gewinnt Ortsbildpreis

GRIESKIRCHEN. Das über den Kirchenplatz gespannte „Grieskirchner Netz“, das ursprünglich für die Landesausstellung 2010 ins Leben gerufen wurde, wurde auf der Ortsbildmesse in Freistadt zum innovativsten ...

St. Agatha gibt Vollgas beim 33. Internationalen Bergrennen

ST. AGATHA. Der Motorsportclub (MSC) Rottenegg veranstaltet am Sonntag, 26. September, sein traditionelles Bergrennen und sorgt bei Jung und Alt für Gänsehautmomente.