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Körbe werfen, statt Körbe kriegen - seit zehn Jahren sind die Rolling Bones aktiv

Sabrina Lang, 09.05.2018 08:22

GRIESKIRCHEN. Einmal ins Rollen gekommen, gibt es für sie kein Halten mehr. Seit nunmehr zehn Jahren zählt für den Grieskirchner Rollstuhl-Basketballverein nur eines: Körbe werfen, statt Körbe kriegen, Spaß haben und gemeinsam Sporteln.

Spaß und Gemeinschaft stehen bei den Rolling Bones im Vordergrund.
  1 / 5   Spaß und Gemeinschaft stehen bei den Rolling Bones im Vordergrund.

Zwei Räder, einen Ball und zwei Körbe – mehr braucht es nicht, damit die „Rolling Bones“, auf deutsch: die rollenden Knochen, in Fahrt kommen und um Ball und Körbe kämpfen. Es ist nichts für schwache Nerven, wenn die Bastketballer mit ihren Sportrollstühlen im Eiltempo die Sporthalle rauf und runter düsen.

 

Erste Erfahrungen im Rollstuhl

Wenn man zum Training der „Rolling Bones“ kommt, hat man nach dem herzlichen Empfang der Vereinsmitglieder gar keine andere Wahl, als auch selbst mitzuspielen. Und es macht auch neugierig, wie es wohl funktionieren könnte, auf zwei Rädern Ball und Mitspieler unter Kontrolle zu bringen und den Rollstuhl gleichzeitig in Bewegung zu setzen. Erst einmal Platz genommen gibt es im wahrsten Sinne kein Halten mehr, der Ball fliegt durch die Lüfte, die Mitspieler rollen hinterher und kämpfen um die begehrte Kugel. Selber, als gänzlich unerfahrener Rolli-Fahrer, kämpft man anfänglich eher mit der eigenen Koordination als um den Ball. Hat man als Neuling den Ball doch einmal gefangen, gilt es in Richtung Korb zu rollen. Mit den Händen werden die Räder des Stuhls in Gang gesetzt, allerdings darf man den Rollstuhl nur zweimal berühren, dann muss wieder getrippelt werden. So wollen es die Spielregeln. Gar nicht so einfach. Aber der Spaßfaktor kommt nicht zu kurz. Gespielt wird meist mit fünf Spielern pro Mannschaft. Dabei muss darauf geachtet werden, dass ein Team nicht über 14,5 „Punkte“ hat. Je nach Beeinträchtigungsgrad werden jedem Spieler Punkte zugewiesen. Nicht-Beeinträchtigte haben 4,5 Punkte, Frauen einen weniger als Männer. „Für uns steht der Spaß, die Gemeinschaft und der Teamsport im Vordergrund“, erklärt Hans Schmiedbauer, einer der Bones. Der gegenseitige Ansporn und dass man sich untereinander aufbaut seien schön. „Es herrscht kein Leistungsdruck. Wir haben alle unterschiedliche Behinderungen, aber das lässt sich gut integrieren“.

 

Gemeinsame Aktivitäten

Aus 30 Mitgliedern besteht der Verein der Rolling Bones, jeder von ihnen trägt ein anderes persönliches Schicksal, das sie auf den Rollstuhl angewiesen macht. 2007 wurde die Idee geboren, einen eigenen Basketballverein zu gründen. Seither ist viel passiert, man spielte bereits bei Meisterschaften mit, organisierte gemeinsame Aktivitäten und man trifft sich ein Mal im Monat zum Stammtisch. „Natürlich gibt es auch nach jedem Training eine Nachbesprechung im Fitnesscenter Grieskirchen“, schmunzelt Gerald Hohensinn. Gemeinsam mit dem Besitzer des Fitnessstudios, Dietmar Schmee, war er vor zehn Jahren maßgeblich an der Gründung des Vereins beteiligt. Damals startete man mit gebrauchten Rollstühlen von einem Rehazentrum. Die reparaturbedürftigen Spielgeräte wurden restauriert. Ein Sportrollstuhl unterscheide sich maßgeblich von einem alltäglichen. Stützen, ein Bodensturz sowie ein Prellschutz und die abgeschrägten Räder machen das Gerät wendig und für Sportler geeignet.

 

Neue Mitglieder und Spieler jederzeit willkommen

Die Rolling Bones freuen sich jederzeit über neue Mitspieler – mit oder ohne Beeinträchtigung – oder Besucher, die sich einfach mal im Rollstuhlbasketball versuchen möchten. Auch Schulklassen werden immer wieder einmal eingeladen, um mitzuspielen.

Wer gerne bei den Rolling Bones mitspielen möchte, kann sich bei Gerald Hohensinn unter 0664/2836427 melden.

Trainingszeiten: Dienstag, 18 bis 20 Uhr, Schulzentrum-Sportarena Grieskirchen,

Weitere Infos: www.rollingbones.at


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