Unternehmen Postbus kündigt Mitarbeiter im Krankenstand

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Sabrina Lang Sabrina Lang, Tips Redaktion, 14.02.2020 16:22 Uhr

BEZIRK GRIESKIRCHEN/LINZ. Ein schwerer Motorradunfall zwang einen 48-jährigen Postbus-Chauffeur aus dem Bezirk Grieskirchen in den Krankenstand. Nach sechs Monaten bot ihm sein Arbeitgeber, die ÖBB-Postbus GmbH, an, wenn das Arbeitsverhältnis einvernehmlich aufgelöst werde, er nach seiner Genesung wieder seinen Dienst antreten könne. Der Buslenker lehnte ab und wurde gekündigt.

Vier Tage vor Weihnachten bekam der Buslenker aus dem Bezirk Grieskirchen die Information, dass sein Arbeitgeber das Dienstverhältnis einvernehmlich mit Ende des Jahres auflösen möchte. Gleichzeitig bekam er das Angebot, dass er im Fall seiner Genesung wieder als Postbuschauffeur beginnen könne. „Ich bin aus allen Wolken gefallen“, berichtet der 48-Jährige. Seit Juli 2016 war der Mann bei dem staatlichen Unternehmen Postbus, einer Tochter der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) beschäftigt. Bis zu seinem Motorradunfall im August hatte er keinen einzigen Krankenstandstag vorzuweisen. Umso enttäuschter ist der Buslenker über die Vorgehensweise seines Arbeitgebers. Da er das Angebot nicht annahm, wurde er gekündigt, sein Dienstverhältnis endet nach zweiwöchiger Kündigungsfrist. „Es ist nicht normal, alles zu akzeptieren. Es ist traurig, wenn man das Arbeitsrecht immer mehr aushöhlt und von Seiten des Dienstgebers Druck auf eine einvernehmliche Lösung mit dem Zuckerl auf Wiedereinstellung ausgeübt wird“, zeigt sich der 48-Jährige verärgert. Er wandte sich mit seinem Fall an die Arbeiterkammer.

„Eigentlich Sozialbetrug“

Verärgert zeigt sich Helmut Woisetschläger von der Gewerkschaft vida, der selbst als Betriebsrat bei der Postbus-Mutterfirma ÖBB aktiv ist: „Es ist absolut nicht akzeptabel, wenn kranke Menschen einfach ausgemustert und nach Genesung wieder eingestellt werden. Schließlich haben wir alle die Kosten für solche Machenschaften zu tragen. Das ist eigentlich Sozialbetrug.“

Arbeiterrechte wahrnehmen

Sauer stößt diese Vorgehensweise des Unternehmens auch Sabine Ameshofer, der Grieskirchner Regionalvorsitzenden des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB), auf: „Solche Fälle häufen sich. Hier ist es ein Unternehmen, in denen es einen Betriebsrat gibt. Was passiert dann in Firmen, wo es keinen gibt. Noch dazu handelt es sich um einen staatlichen Betrieb.“ Ameshofer gibt zu bedenken: „Die Arbeitnehmer verlieren hier viel Geld. Gott sei Dank gibt es Menschen, die sich nicht einschüchtern lassen und auch vor Gericht gehen. Das hat Vorbildfunktion.“ Um solchen Ungerechtigkeiten entgegenzuwirken sei es laut der Gewerkschafterin wichtig, dass sich jeder Arbeitnehmer seiner Rechte bewusst ist und sich vorab Informationen einholt.

Keine Stellungnahme von Postbus

„Zu dem vermuteten und gegenständlichen Fall geben wir sowohl aus Gründen des persönlichen Datenschutzes als auch der Tatsache, dass die Kündigung noch nicht rechtswirksam ist, keine Stellungnahme ab“, heißt es von ÖBB-Konzernsprecher Karl Leitner in einer schriftlichen Mitteilung.

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