Suche


Weitere Angebote

Sociale Medien

Kontakt

BEZIRK GRIESKIRCHEN/LINZ. Ein schwerer Motorradunfall zwang einen 48-jährigen Postbus-Chauffeur aus dem Bezirk Grieskirchen in den Krankenstand. Nach sechs Monaten bot ihm sein Arbeitgeber, die ÖBB-Postbus GmbH, an, wenn das Arbeitsverhältnis einvernehmlich aufgelöst werde, er nach seiner Genesung wieder seinen Dienst antreten könne. Der Buslenker lehnte ab und wurde gekündigt.

Das Unternehmen Postbus wird von Seiten der Gewerkschaft stark kritisiert. Foto: Weihbold
  1 / 2   Das Unternehmen Postbus wird von Seiten der Gewerkschaft stark kritisiert. Foto: Weihbold

Vier Tage vor Weihnachten bekam der Buslenker aus dem Bezirk Grieskirchen die Information, dass sein Arbeitgeber das Dienstverhältnis einvernehmlich mit Ende des Jahres auflösen möchte. Gleichzeitig bekam er das Angebot, dass er im Fall seiner Genesung wieder als Postbuschauffeur beginnen könne. „Ich bin aus allen Wolken gefallen“, berichtet der 48-Jährige. Seit Juli 2016 war der Mann bei dem staatlichen Unternehmen Postbus, einer Tochter der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB) beschäftigt. Bis zu seinem Motorradunfall im August hatte er keinen einzigen Krankenstandstag vorzuweisen. Umso enttäuschter ist der Buslenker über die Vorgehensweise seines Arbeitgebers. Da er das Angebot nicht annahm, wurde er gekündigt, sein Dienstverhältnis endet nach zweiwöchiger Kündigungsfrist. „Es ist nicht normal, alles zu akzeptieren. Es ist traurig, wenn man das Arbeitsrecht immer mehr aushöhlt und von Seiten des Dienstgebers Druck auf eine einvernehmliche Lösung mit dem Zuckerl auf Wiedereinstellung ausgeübt wird“, zeigt sich der 48-Jährige verärgert. Er wandte sich mit seinem Fall an die Arbeiterkammer.

„Eigentlich Sozialbetrug“

Verärgert zeigt sich Helmut Woisetschläger von der Gewerkschaft vida, der selbst als Betriebsrat bei der Postbus-Mutterfirma ÖBB aktiv ist: „Es ist absolut nicht akzeptabel, wenn kranke Menschen einfach ausgemustert und nach Genesung wieder eingestellt werden. Schließlich haben wir alle die Kosten für solche Machenschaften zu tragen. Das ist eigentlich Sozialbetrug.“

Arbeiterrechte wahrnehmen

Sauer stößt diese Vorgehensweise des Unternehmens auch Sabine Ameshofer, der Grieskirchner Regionalvorsitzenden des Österreichischen Gewerkschaftsbundes (ÖGB), auf: „Solche Fälle häufen sich. Hier ist es ein Unternehmen, in denen es einen Betriebsrat gibt. Was passiert dann in Firmen, wo es keinen gibt. Noch dazu handelt es sich um einen staatlichen Betrieb.“ Ameshofer gibt zu bedenken: „Die Arbeitnehmer verlieren hier viel Geld. Gott sei Dank gibt es Menschen, die sich nicht einschüchtern lassen und auch vor Gericht gehen. Das hat Vorbildfunktion.“ Um solchen Ungerechtigkeiten entgegenzuwirken sei es laut der Gewerkschafterin wichtig, dass sich jeder Arbeitnehmer seiner Rechte bewusst ist und sich vorab Informationen einholt.

Keine Stellungnahme von Postbus

„Zu dem vermuteten und gegenständlichen Fall geben wir sowohl aus Gründen des persönlichen Datenschutzes als auch der Tatsache, dass die Kündigung noch nicht rechtswirksam ist, keine Stellungnahme ab“, heißt es von ÖBB-Konzernsprecher Karl Leitner in einer schriftlichen Mitteilung.


Kommentare sind nur für eingeloggte User verfügbar.

Jetzt anmelden


Weitere Beiträge

Naturfreunde Grieskirchen laden zum traditionellen Schibasar ein

Naturfreunde Grieskirchen laden zum traditionellen Schibasar ein

GRIESKIRCHEN. Die Naturfreunde Grieskirchen veranstalten auch heuer wieder ihren traditionellen Schibasar im Pfarrheim. Die Warenannahme findet ...

Tips - total regionalHelmuth Wimmer
Sängerin ams präsentiert Debütalbum im Spielraum Gaspoltshofen

Sängerin ams präsentiert Debütalbum im Spielraum Gaspoltshofen

GASPOLSTHOFEN. Mit ihrem Debütalbum „gemeinsam“ kommt die österreichische Singer-Songwriterin ams, alias Anna-Maria Schnabl, am Freitag, ...

Tips - total regionalHelmuth Wimmer
Gewässernetzwerk Mostlandl Hausruck schafft 26 Rastplätze

Gewässernetzwerk Mostlandl Hausruck schafft 26 Rastplätze

MOSTLANDL HAUSRUCK. Das Gewässernetzwerk Mostlandl Hausruck verbindet Naturerlebnis mit Wissensvermittlung. In zwölf Gemeinden entstehen insgesamt ...

Tips - total regionalHelmuth Wimmer
Heiligenbergerin schreibt Buch über Umgang mit Trauer

Heiligenbergerin schreibt Buch über Umgang mit Trauer

HEILIGENBERG. HEILIGENBERG. Margit Sandberger aus Heiligenberg hat ein Buch über den Umgang mit Trauer geschrieben. In „Der Trauer begegnen“ ...

Tips - total regionalHelmuth Wimmer
Weinkost im Pfarrheim Pötting

Weinkost im Pfarrheim Pötting

PÖTTING. Die Arbeitsgemeinschaft für Sport und Körperkultur in Österreich (Askö) Pötting lädt am Sonntag, 25. Oktober, ab 18 Uhr zur Weinkost ...

Tips - total regionalPichler Elisa
Energiegemeinschaft Stromlandl aus Haag am Hausruck zählt 250 Mitglieder

Energiegemeinschaft Stromlandl aus Haag am Hausruck zählt 250 Mitglieder

HAAG AM HAUSRUCK. Regional erzeugten Strom gemeinsam nutzen und dabei Kosten sparen: Dieses Konzept überzeugt immer mehr Menschen in der Region. ...

Tips - total regionalHelmuth Wimmer
Weitere Beiträge