Martin Antlinger aus Grieskirchen ist einer von 3500 freiwilligen Zivildienern
GRIESKIRCHEN. 3500 ehemalige Zivildiener haben sich für den Einsatz während der Corona-Krise freiwillig gemeldet. Der 20-jährige Grieskirchner Martin Antlinger ist einer von ihnen.

Elf Monate nach Ende seines regulären Zivildienstes schlüpfte Martin Antlinger erneut in die Rot-Kreuz-Uniform. Er ist dem Aufruf, dass sich ehemalige Zivildiener für einen erneuten Einsatz während der Corona-Krise melden sollen, gefolgt.
Solidarität als Stichwort
Der Grieskirchner studiert Medizin in Wien. Für ihn war klar: „Da ich auch nach dem Zivildienst ehrenamtlich beim Roten Kreuz Grieskirchen aktiv bin, war es mir sehr wichtig, mein Wissen und Können als Rettungssanitäter in dieser schwierigen Zeit der Gesellschaft zur Verfügung zu stellen. Solidiarität ist momentan ein wahnsinnig wichtiges Stichwort in unserer Gesellschaft, ich drücke meine dadurch aus, dass ich im Rettungsdienst hilfsbedürftigen Menschen meine Hilfe zur Verfügung stelle.“
Dienst dauert drei Monate
Mit April begann der dreimonatige Dienst von Antlinger. Von normalen Rettungseinsätzen und Krankentransporten, die es außerhalb der Krise auch gibt, führt der 20-Jährige auch Infektionstransporte mit Menschen, die positiv auf das Coronavirus (Covid-19) getestet wurden und jene wo ein Verdacht besteht, durch. „Des Weiteren wurde ich als Medizinstudent eingeschult, die Probenabnahmen für die Covid-19-Testungen durchzuführen, also sowohl im Drive-In in Grieskirchen, als auch bei Personen zu Hause“, erzählt Antlinger.
Von Mindestabstand bis Ganzkörper-Schutzanzug
Ausnahmslos jeder Patientenkontakt findet mit Schutzmasken und Handschuhen statt. „Des Weiteren wird bei jedem Patient eine sogenannte „Vortriage“ durchgeführt. Noch vor Betreten des Einsatzortes wird erfragt, ob beim Patienten Symptome wie Husten, Kurzatmigkeit oder Fieber vorliegen, um vor direktem Kontakt einen Verdachtsfall auszuschließen. Bei Verdacht legen die Sanitäter einen Ganzkörper-Schutzanzug samt Schutzbrille an und ein extra für Infektionstransporte aufgerüsteter Rettungswagen wird angefordert“, schildert der Grieskirchner.Außerdem bekomme jeder Patient einen Mundschutz, um Ansteckungen vorzubeugen. Auch in der Dienststelle wird auf einen Mindestabstand von einem Meter zueinander geachtet.
Wertschätzung und Zusammenhalt
„Besondere Freude bereitet mir zum einen die Wertschätzung und der Zusammenhalt unter den Kollegen. Man merkt, dass jedem bewusst ist, dass wir diese Situation nur gemeinsam meistern können. Das ist im Rettungsdienst generell der Fall, aber in der momentanen Situation wird ganz stark sichtbar, wie wichtig das ist und wie gut der Zusammenhalt funktioniert. Auch große Freude bereitet mir, dass ich als Rettungssanitäter schlicht und einfach einen Beitrag an der Gesellschaft leisten kann, und dass ich schlichtweg die Möglichkeit habe, zu helfen.“


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