Corona-Krise: Unmut und Skepsis in der Gastro-Szene

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Sabrina Lang Sabrina Lang, Tips Redaktion, 12.01.2021 09:35 Uhr

GRIESKIRCHEN. Fünf Monate ohne geselligem Beisammensein, ohne Stammtisch-Plauderei bei einem kühlen Bier und ohne Essengehen mit der Familie. Insgesamt waren es fast ein halbes Jahr seit Beginn der Corona-Krise, in denen die heimische Gastronomie geschlossen halten musste. Ein Wirteehepaar aus Bad Schallerbach hat ihre Imbissstube nun wieder für Gäste geöffnet.

Sie sind das Lebenselixier eines jeden Wirten: die Gäste. Und diese müssen nun wieder einmal „draußen“ bleiben. Ein Gastro-Ehepaar aus Bad Schallerbach beruft sich nun auf den Verfassungsgerichtshof, hat seine Imbissstube wieder für Gäste geöffnet und erntet damit auf dem sozialen Online-Netzwerk Facebook breite Zustimmung. Das Posting, in dem Bianca und Andreas Zankl-Erler ankündigen, ihre Gäste wieder bewirten zu wollen, wurde mehr als 1.100-mal geteilt. Laut den beiden Wirten hätte der Verfassungsgerichtshof das Betretungsverbot per 31. Dezember aufgehoben, da es gesetzeswidrig sei. Etwas anders sieht man das beim Verfassungsgerichtshof (VfGH) selbst, heißt es dort auf Tips-Nachfrage. Zwar hätte der VfGH im Herbst eine Verordnung als gesetzes- und damit auch als verfassungswidrig aufgehoben, in der es um das Betretungsverbot von Gaststätten ging, mittlerweile ist aber das Betretungsverbot für Gaststätten in neuen Verordnungen geregelt worden, die nun in Kraft sind und vom VfGH noch nicht angefochten wurden beziehungsweise dazu noch keine Entscheidung getroffen wurde. Bis zu einer weiteren Entscheidung des VfGH gelten die neuen Verordnungen des Gesundheitsministers.. Bei Verstößen drohen laut Bezirkshauptmannschaft Gästen bis zu 1.450 Euro und den Gastronomen bis zu 30.000 Euro Strafe.

Kritik aus der Gastronomie

Thomas Altendorfer, unter anderem Betreiber der Manglburg in Grieskirchen, hatte bereits im ersten Lockdown Kritik an der Regierung geübt und sie zum raschen Handeln aufgefordert. Zwar verstehe Altendorfer die Maßnahmen noch, sie würden aber nicht zum gewünschten Erfolg führen. „Hier wurden in den letzten neun Monaten zu viele Fehler gemacht“, meint der Wirt. „Die Milliarden, die man jetzt für Wirtschaftshilfen ausgibt, hätte man im Gesundheitsbereich gut brauchen können, wo man ja auf Teufel komm raus gespart hat.“ Altendorfer ist sich sicher: „Die Zahlen werden nicht so schnell unter 1.000 gehen. Die Pandemie wird uns noch lange begleiten. Die Regierung sollte trotzdem schön langsam wieder alles zulassen. Wir in der Gastro können die Maßnahmen noch am besten umsetzen. Abstände einhalten, Registrierung der Gäste, das Einhalten von Personenbeschränkungen, das würde alles gehen. Darum verstehe ich die weitere Schließung der Gastronomie bald nicht mehr.“

Hilfen sind ausreichend

Die Hilfen der Regierung waren bis jetzt für seine Betriebe ausreichend. Aber: „Wir sollten am 24. Jänner aufsperren. Es ist auch für unsere Mitarbeiter extrem wichtig, wieder zu arbeiten. Auch müssen sie wieder 100 Prozent Lohn verdienen und sie wollen alle unbedingt wieder arbeiten. Fünf Monate sind genug, lautet der Tenor“, so Altendorfer. Jetzt Lokale mit Berufung auf den Verfassungsgerichtshof aufzusperren, dazu meint der Wirt: „Gesetz hin oder her, die Gäste werden ausbleiben, weil es monatelang schon so ist.“

Skepsis über Wiederöffnung

Fritz Schrank, Wirtesprecher im Bezirk Grieskirchen, tut sich laut eigenen Angaben ebenfalls schwer mit den Maßnahmen der Regierung. Es sei nicht mehr nachvollziehbar, warum Supermärkte offen haben, Lebensmittel und Kleidung verkaufen können und die Gastronomie nichts machen darf. „Ich glaube nicht, dass wir nach dem 24. Jänner aufsperren dürfen. Ich denke, dass wir bis Fasching noch zurückgehalten werden. Jeder Tag, den wir nicht offen haben können, ist natürlich dramatisch, aber irgendwann stellt sich auch eine Lethargie ein.“<

 

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