"Wir wollen Teil der Diskussionen sein"
NATTERNBACH. Simon Parzer ist nicht nur Obmann der Ortsgruppe Schärding-Ried-Grieskirchen der Union Höherer Schüler (UHS), sondern auch Schulsprecher in der HTL Andorf, Bezirk Schärding. Mit Tips spricht der Natternbacher über die Auswirkungen des Lockdowns auf das Bildungssystem, Partizipation und ein niederschwelliges Impfangebot für Schüler.

Tips: Was läuft derzeit im Bildungssystem verkehrt?
Parzer: Jugendliche und Kinder haben mit den Kontaktbeschränkungen zu kämpfen, besonders in schwierigen Familienverhältnissen. Dies hat bei einigen Spuren hinterlassen. Über diese Gräben der Psyche muss gesprochen werden. Außerdem muss an Schulen mehr auf Selbstverantwortung und Flexibilität gesetzt werden. Meine Schule, die HTL Andorf (Bezirk Schärding), sowie das Gymnasium Dachsberg machen dies den Schulen in unserem Land vor. Mittels einer umfassenden Umstrukturierung der Wochenstunden entstehen FLEX-Einheiten, in denen Schüler selbstbestimmt entscheiden können, wann, wie und mit wem sie lernen wollen.
Tips: Fühlen sich Schüler mittlerweile als Spielball der Politik? Wie ist die Stimmung der Schüler nach mehreren Lockdowns?
Parzer: Es fühlt sich manchmal so an, dass immer über uns und wenig mit uns diskutiert wird. Wir wollen Teil der Diskussionen sein und unsere Meinung schildern dürfen. Wir sind diejenigen, die tagtäglich in der Klasse sitzen und hautnah mitbekommen, wie sich gesellschaftliche Entwicklungen auf unser Leben auswirken. Es fühlt sich manchmal so an, dass immer über uns und wenig mit uns diskutiert wird. Wir wollen Teil der Diskussionen sein und unsere Meinung schildern dürfen. Wir sind diejenigen, die tagtäglich in der Klasse sitzen und hautnah mitbekommen, wie sich gesellschaftliche Entwicklungen auf unser Leben auswirken. Wir sehen hier bereits einen positiven Trend, aber halten es dennoch für zentral, dass weiterhin das Scheinwerferlicht verstärkt auf uns gerichtet wird.
Tips: Ist die Sommerpause genutzt worden, um Lösungen zum Schutz der Schüler zu finden?
Parzer: Wir nehmen schon wahr, dass sich vor allem die Teststrategie stark verbessert hat. Natürlich muss wertvolle Unterrichtszeit investiert werden, aber ein Präsenzunterricht ist in der momentanen Situation leider nicht anders möglich, deshalb sehe ich es als bestmögliche Variante. Weiterhin müssen aber vor allem die Impfungen forciert werden, um auch an Schulen ein niederschwelliges Angebot zu ermöglichen – dies muss Hand in Hand mit einer umfassenden Aufklärung von Schulärzten stattfinden.
Tips: Wenn du an zukünftige Ausbildungs- oder Berufschancen denkst, was löst das bei dir aus?
Parzer: Nach Abschluss meines Bildungsweges erhoffe ich mir für uns Jugendliche eine breite Palette an Jobs. Es muss genügend Arbeitsplätze für uns alle geben, in denen sich ein jeder entfalten kann. Talente gehören gefördert und unterstützt. Natürlich machen uns die Schließungen großer Unternehmen Sorge – hierfür stehen Politiker in der Verantwortung, die Vielfalt an Berufen aufrecht zu erhalten.


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