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PEUERBACH. 50 Jahre saß Hans Prodinger für die SPÖ im Gemeinderat, er war viele Jahre Gemeindevorstand, Stadtrat und Fraktionsobmann. Das Peuerbacher SPÖ-Urgestein hat mit Ende des Jahres seine Funktion zurückgelegt. Die Tips haben mit ihm gesprochen.

  1 / 2   Nach 50 Jahren hat sich Hans Prodinger (l.) aus dem Gemeinderat von Peuerbach verabschiedet. Bürgermeister Roland Schauer (r.) hat sich für sein Engagement mit einem Geschenk bedankt. (Foto: Stadtgemeinde)

Mit knapp 28 Jahren wurde Hans Prodinger im November 1973 als SPÖ-Gemeinderat von Peuerbach angelobt. 48 Jahre war er Gemeinderat, in den beiden vergangenen Jahren Ersatz-Gemeinderat. Von den 50 Jahren als Kommunalpolitiker war er 32 Jahre auch als Gemeindevorstand beziehungsweise Stadtrat und 38 Jahre als Fraktionsobmann tätig. Dabei hat Prodinger seit 1973 vier Bürgermeister erlebt. Ab 1997 hat er sich selbst vier Mal der Wahl zum Bürgermeister gestellt.

Nach 50 Jahren ist Hans Prodinger mit Jahresende in Polit-Pension gegangen. „Gemeindepolitik und das Ortsgeschehen haben mich immer interessiert. Eine Zeit lang hatte die SPÖ sieben Mandate und als Bürgermeisterkandidat habe ich einmal 35 Prozent erreicht. Da macht Gemeindepolitik Spaß“, kann der 78-Jährige von schönen Erfolgen in seiner Laufbahn berichten, die ihn immer wieder motiviert haben weiterzumachen.

Viel erreicht in 50 Jahren

Auf einige Projekte ist Prodinger besonders stolz, wie zum Beispiel das Projekt Naturschutzgebiet Koaserin. „Über dieses Thema alleine könnte ich ein Buch schreiben. In den 1980er-Jahren habe ich erfahren, dass im Feuchtgebiet Koaserin ein riesiger Staudamm für ein Hochwasser-Rückhaltebecken gebaut werden soll. Ich verbündete mich mit drei Familien, die sich mit dem OÖ. Naturschutzbund gegen diesen Monsterstaudamm wehrten. Nach rund zwei Jahrzehnten haben wir es aber mit Hilfe der Landes-SPÖ geschafft, dass das Gebiet zum Naturschutzgebiet ernannt wurde“, erzählt der leidenschaftliche Kommunalpolitiker.

Auch hat sich Prodinger immer für die Gemeindezusammenlegung engagiert. „Ab 1979 habe ich dieses Thema immer wieder vorgebracht und auch bei der Stadterhebung war mein Wunsch zuerst Zusammenlegung und dann Stadterhebung“, fügt er hinzu. Mit der Zusammenlegung der beiden Gemeinden Bruck-Waasen und Peuerbach 2018 erfüllte sich, zumindest teilweise, der Wunsch von Prodinger.

Stolz darauf ist er auch, dass er dazu beigetragen hat, dass die vier Gemeinde-Wohnbauten nicht verkauft wurden oder dass verhindert werden konnte, dass der Ledererbach im Ortszentrum verrohrt wurde.

Dass nun erstmals die ÖVP als stimmenstärkste Partei nicht mehr den Bürgermeister stellt, bewirkt, dass mehr besprochen wird im Gemeinderat, weil man sich die Mehrheiten suchen müsse. Das empfindet das Kommunalpolitik-Urgestein als sehr positiv.

Auch für den Sport engagiert

Trotz seines so lange andauernden und großen Engagements hatte er nie den Drang, in höhere Funktionen im Bezirk oder Land aufzusteigen. Auch wenn er sogar nach Wien reiste, um Themen mit der Bundesparteiführung zu besprechen.

Neben seiner politischen Tätigkeit hat sich der pensionierte Elektrotechniker, er war zuerst bei der OKA und später bei der Energie AG beschäftigt, auch als Vereinsfunktionär engagiert. Seit 1969 hatte er verschiedene Funktionen in der ASKÖ Bruck-Peuerbach inne, war als Gründungsmitglied Fußballsektionsleiter.

„Es war eine interessante Zeit, die mich geprägt hat und die ich nicht missen möchte“, fasst er die 50 Jahre zusammen. Jetzt in der Polit-Pension will er seine Zeit noch mehr der Familie – er hat drei Kinder und vier Enkel – und seinem großen Hobby, der Fotografie, widmen. Und auch wenn er nicht mehr aktiv beteiligt ist, das Geschehen in Peuerbach wird er weiterhin mitverfolgen.


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