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GRIESKIRCHEN/ST. GEORGEN/NEUKIRCHEN AM WALDE. Alt-Landeshauptmann Josef Ratzenböck, der in Neukirchen am Walde lebte, am 23. Dezember verstarb und am 10. Jänner zu Grabe getragen wurde, hat unser Bundesland über Jahrzehnte geprägt. Auch im Bezirk Grieskirchen erinnert man sich gern an ihn.

  1 / 3   Der verstorbene ehemalige Landeshauptmann Josef Ratzenböck 1986 zu Besuch in St. Georgen, gemeinsam mit dem im Sommer 2025 verstorbenen ehemaligen Volksschuldirektor Wolfgang Hofer (r.) und dem Grieskirchner "Wetterhans" Hans Gessl (l.). Die Herren stellten sich als lebendige Vogelscheuchen zu den gebastelten. (Foto: privat/Gessl)

Gute Kontakte zu Josef Ratzenböck hatte der Grieskirchner Hans Gessl, bekannt als ehemaliger Journalist und nunmehriger Brauchtums- und Wetterexperte. Gemeinsam haben sie sich in den 1980er-Jahren Wetten ausgedacht, ganz nach dem Vorbild von „Wetten, dass....?“.

So wollte man 1986 in St. Georgen bei Grieskirchen das Kulturgut Vogelscheuchenbau forcieren. Maßgeblich beteiligt war damals der im Sommer 2025 verstorbene Volksschuldirektor Wolfgang Hofer. Rund 300 dieser Vogelscheuchen wurden in Zusammenarbeit mit anderen Schulen des Bezirkes gebaut und dann ausgestellt. Zur Eröffnung der Schau ist Landeshauptmann Josef Ratzenböck persönlich gekommen. Als lebende Vogelscheuchen sind Ratzenböck, Hofer und Gessl dann gemeinsam vor die Medien getreten, wie Gessl erzählt.

Als man 1982 den Grieskirchner Pferdemarkt neu belebten wollte, hat sich Ratzenböck eine Mostkrugwette ausgedacht, die von Hans Gessl eingefädelt wurde. „Ich wette, dass es die Grieskirchner nicht schaffen, mindestens 1.000 Landesleute mit einem Mostkrug in der Hand nach Grieskirchen zum Pferdemarkt zu locken“, hieß es damals. Ratzenböck und Gessl haben die Wette krachend verloren, wie sich der Wetterhans heute noch erinnert: fast 2.000 Besucher sind mit Mostkrug gekommen. Als Wettverlierer hat Ratzenböck mit Besuchern den Oberösterreicher Marsch mit dem Text „Mostschädln werdn ma gnent...“ gesungen.

Als 1988 Gessl sein Buch „Allerhand - Aus dem Tagebuch eines Kuriositätenforschers“ im Kornspeicher in Wels präsentierte, war es Josef Ratzenböck der die Laudatio hielt. Er freute sich, mit dem „Vogelscheuchenbild“ selbst Teil des Buches geworden zu sein, erzählt Gessl.


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