Neukirchner Ergotherapeutin bringt beeinträchtigten Menschen mehr Lebensqualität und Selbstbestimmung
NEUKIRCHEN AM WALDE/ENGELHARTSZELL. Die Ergotherapeutin Melanie Gahleitner aus Neukirchen am Walde unterstützt seit drei Jahren das Caritas-Team in Engelhartszell. Mit dem Team „Aktiv im Alter“ verschafft sie den Bewohnern im invita-Wohnhaus und im Seniorenwohnhaus St. Bernhard mittels unterstützter Kommunikation mehr Lebensqualität und Selbstbestimmung.
„Es geht darum, den Menschen Freude zu bereiten“, sagt Melanie Gahleitner. Nach diesem Leitsatz verrichtet sie ihre gesamte Arbeit – stets steht das Miteinander und das individuelle Wohlbefinden im Vordergrund. Ergotherapeutische Maßnahmen fließen in die Aktivitäten ein, ohne sich aufzudrängen.
Besonders wichtig ist ihr das Thema „Unterstützte Kommunikation“, mit dem sie 2007 erstmals zu tun hatte. Inzwischen hat Gahleitner in Engelhartszell den Einsatz moderner Hilfsmittel kräftig vorangetrieben. Beispielsweise ermöglichen es Geräte wie der Powerlink, durch einfaches Drücken eines großen Tasters elektrische Geräte wie Saftpressen, Kaffeemühlen oder Küchenmaschinen selbst zu bedienen. Das bringt den Bewohnern ein neues Gefühl von Selbstwirksamkeit und fördert die Motivation zur aktiven Beteiligung. Das reichte der Ergotherapeutin jedoch nicht aus und sie holte sich gezielt Beratung zu weiteren assistierenden Technologien und initiierte eine Testphase vor Ort.
Heute verwenden mehrere Bewohner individuell angepasste Kommunikationshilfen, die per Fingertipp oder sogar durch Augenbewegungen gesteuert werden. Dabei stehen ihnen verschiedene Symbole zur Verfügung, die für einzelne Worte, Fragen, Wünsche oder auch Lieblingsspeisen stehen können.
Ein Bewohner – Norbert – nutzt seine Kommunikationshilfe besonders aktiv: Der Rollstuhlfahrer ist gerne am Stiftsgelände unterwegs. Bisher hatte er bei seinen Versuchen mit Passanten ins Gespräch zu kommen oft das Problem, nicht verstanden zu werden. Mit gezielt abgespeicherten Fragen kann er nun ein Gespräch beginnen oder um Hilfe bitten. „Für ihn ist es ein Schritt in Richtung echter Teilhabe auch außerhalb des Wohnbereichs“, erklärt Gahleitner. Die neuen Geräte helfen auch neuen Mitarbeitern dabei, die Bewohner von Anfang zu verstehen.
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