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GRIESKIRCHEN/WELS. Intensive Sonneneinstrahlung kann die Augen akut belasten und langfristig die Entstehung bestimmter Augenerkrankungen begünstigen. Auch Hitze, trockene Luft, Wind und Klimaanlagen können Beschwerden verursachen. Ernst Dragosits, leitender Oberarzt an der Abteilung für Augenheilkunde und Optometrie am Klinikum Wels-Grieskirchen, erklärt, worauf in der heißen Jahreszeit zu achten ist.

Ernst Dragosits, Abteilung für Augenheilkunde und Optometrie, Klinikum Wels-Grieskirchen (Foto: Nik Fleischmann/Klinikum Wels-Grieskirchen)

„UV-Strahlung betrifft nicht nur die Haut. Auch die Augen können dadurch geschädigt werden – kurzfristig ebenso wie über viele Jahre hinweg“, sagt Dragosits. Eine hohe UV-Belastung kann Entzündungen der Hornhaut und Bindehaut verursachen. Mögliche Beschwerden sind starke Lichtempfindlichkeit, Schmerzen, Tränenfluss oder ein Fremdkörpergefühl. Langfristig kann intensive UV-Strahlung Veränderungen an der Augenoberfläche begünstigen und ein Risikofaktor für bestimmte Formen des Grauen Stars sein.

UV-Schutz für die Augen ist laut dem Experten nicht nur im Urlaub oder beim Wandern wichtig. Besonders hoch ist die Belastung dort, wo Sonnenstrahlen zusätzlich reflektiert werden. Dazu zählen etwa Wasser, Berge und helle Flächen.

Sommer belastet den Tränenfilm

Auch sommerliche Temperaturen können den Augen zusetzen. „Hitze, trockene Luft, Wind, Staub oder Klimaanlagen können den schützenden Tränenfilm beeinträchtigen“, sagt Dragosits. Die Folge können trockene, gerötete oder gereizte Augen sein.

In den Sommermonaten treten zudem allergische Beschwerden mit Juckreiz und Tränenfluss häufiger auf. Auch infektiöse Bindehautentzündungen kommen öfter vor. Bei leichten Beschwerden können konservierungsmittelfreie Benetzungstropfen und kühle Umschläge Linderung verschaffen.

Kontaktlinsenträger sollten bei gereizten Augen vorübergehend auf eine Brille wechseln. „Für alle Betroffenen ist wichtig: die Augen nicht reiben!“, betont Dragosits. Wenn die Beschwerden nicht abklingen, ist eine ärztliche Abklärung ratsam.

Bestimmte Symptome gelten als augenärztliche Notfälle. Dazu zählen plötzlich auftretender Sehverlust, Lichtblitze, zahlreiche neu auftretende schwarze Punkte, ein Schatten im Gesichtsfeld, starke Augenschmerzen sowie Augenverletzungen oder Verätzungen. Diese Beschwerden müssen umgehend abgeklärt werden. „Rasches Handeln kann hier entscheidend sein, um das Sehvermögen zu erhalten“, sagt der Experte.

UV-Schutz wichtiger als die Tönung

Bei einer Sonnenbrille kommt es laut Dragosits nicht in erster Linie auf die Farbe der Gläser an. „Entscheidend sind ein geprüfter UV-400-Schutz, ausreichend große Gläser, ein guter seitlicher Abschluss, eine an die Lichtverhältnisse angepasste Tönung sowie eine hohe optische Qualität der Gläser.“

Besonders wichtig ist der Schutz bei starker Sonneneinstrahlung, im Alltag und beim Sport, im Hochgebirge, am Wasser sowie generell für Kinder. Welche Sonnenbrille im Einzelfall geeignet ist, hängt von den persönlichen Sehbedürfnissen und den jeweiligen Einsatzbedingungen ab. Bei Bedarf können Augenarzt oder Optiker beraten.

Drei Empfehlungen 

Um die Sehkraft möglichst lange zu erhalten, empfiehlt die Augenheilkunde des Klinikum Wels-Grieskirchen drei Maßnahmen: Die Augen konsequent vor UV-Strahlung schützen, regelmäßige augenärztliche Kontrollen wahrnehmen – insbesondere ab dem mittleren Lebensalter – und auf einen gesunden Lebensstil mit ausgewogener Ernährung, ausreichend Bewegung und Nichtrauchen achten.

„Die Chancen, bis ins hohe Alter gut zu sehen, sind heute so gut wie nie zuvor. Viele Augenerkrankungen können früh erkannt und erfolgreich behandelt werden. Prävention bleibt dabei ein wichtiger Baustein“, so Dragosits.


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