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Andreas Hetzlinger, Obmannstellvertreter der IG-Milch aus Pram: „So eine Dürre habe ich noch nicht erlebt“

Helmuth Wimmer, 03.08.2026 11:06

PRAM. Die anhaltende Trockenheit setzt viele Milchviehbetriebe unter Druck. Andreas Hetzlinger, Obmannstellvertreter der IG-Milch aus Pram, spricht von einer außergewöhnlichen Situation und fordert rasche Unterstützung für betroffene Betriebe.

Die Kühe leiden unter der Dürre. (Foto: IG-Milch)
Die Kühe leiden unter der Dürre. (Foto: IG-Milch)

„So eine Dürre habe ich in meinem Berufsleben noch nicht erlebt“, sagt Hetzlinger. Die Kühe würden nicht mehr auf die Weide gehen, weil kaum Futter wachse und es zu heiß sei. Stattdessen stünden sie im Stall und fräßen bereits das Heu, das eigentlich für den nächsten Winter vorgesehen sei. Die Trockenheit sei für die Landwirte nicht nur eine psychische Belastung, sondern in vielen Regionen auch eine existenzielle Bedrohung. Die IG-Milch fordert daher ein Maßnahmenpaket, das die Folgen der Dürre abfedern soll.

Auch die Versorgung mit Futtermitteln wird schwieriger. Stefan Scheipl, Vorstand der IG-Milch, berichtet, dass es durch die großflächige Dürre in halb Europa bereits kaum mehr möglich sei, Futter zuzukaufen. Gleichzeitig würden die Schlachthöfe ein erhöhtes Angebot und sinkende Preise signalisieren.

Sinkende Preise

Zusätzlich zur Trockenheit belasteten die sinkenden Milchpreise und steigenden Produktionskosten die Betriebe. „Es gibt auf den Betrieben keine finanziellen Reserven, um die derzeitige Notlage auszugleichen“, sagt Reinhard Üblacker, Vorstandsmitglied der IG-Milch.

Die IG-Milch fordert mehrere Maßnahmen. Vorgeschlagen werden eine Dürreausgleichszahlung von 300 Euro je Großvieheinheit in Dürreregionen aus Mitteln des Katastrophenfonds, eine nationale Futtermittelbörse durch die Landwirtschaftskammer und die Sicherung noch bestehender Maisbestände als Futterersatz für Wiederkäuer. Außerdem fordert sie einen Transportkostenzuschuss für Futtermitteltransporte sowie die Einberufung eines Krisenstabes unter Einbeziehung von Betroffenen und Praktikern.

„Jeder der jetzt übers Land fährt wird sehen, dass absoluter Handlungsbedarf besteht“, sagt Hetzlinger. Nicht nur die Pegelstände von Bächen und Flüssen seien auf einem niedrigen Stand, auch die Futtervorräte für den Winter seien knapp.


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