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BAD SCHALLERBACH. Die 22-jährige Jana Aichinger hat ein Buch über ihre Erfahrungen mit psychischen Belastungen und einer stationären Therapie geschrieben. In „Du bist nicht zu viel! – Mein Weg in die stationäre Therapie“ erzählt sie von schwierigen Zeiten, ihrer Entscheidung, Hilfe anzunehmen, und ihren persönlichen Erfahrungen.

Jana Aichinger (Foto: M. Aichinger)
Jana Aichinger (Foto: M. Aichinger)

Aichinger wollte ihre Geschichte ehrlich erzählen und nichts beschönigen. Sie weiß aus eigener Erfahrung, wie hilfreich es sein kann, sich in den Geschichten anderer wiederzufinden. „Ich bin nicht allein“ sei dabei eine wichtige Erkenntnis gewesen.

Mit ihrem Buch möchte die Autorin dazu beitragen, psychische Erkrankungen aus der Tabuzone zu holen. Vielen Menschen falle es noch immer schwer, über ihre psychische Gesundheit zu sprechen oder Hilfe zu suchen. Das Buch soll Betroffenen Hoffnung geben und Angehörigen helfen, die Situation besser zu verstehen.

Eine ehrliche Geschichte

„Als ich mich intensiver mit meiner Diagnose auseinandergesetzt habe, habe ich selbst nach Büchern gesucht, die von Betroffenen geschrieben wurden. Ich habe viele fachlich sehr gute Bücher von Psychologen, Therapeuten und Ärzten gefunden. Was mir aber oft gefehlt hat, war die Perspektive von jemandem, der all das selbst erlebt hat – mit allen Ängsten, Zweifeln und Rückschlägen, aber auch mit den kleinen Fortschritten“, sagt die Bad Schallerbacherin: „Irgendwann habe ich mir gedacht: Vielleicht kann ich genau das Buch schreiben, das ich mir selbst in dieser Zeit gewünscht hätte. Kein Fachbuch, sondern eine ehrliche Geschichte, in der auch die schwierigen Momente ihren Platz haben und die zeigt, dass man mit seinen Gedanken und Gefühlen nicht allein ist.“

Aichinger wollte nichts schönreden oder dramatisieren, sondern ihre Erfahrungen so erzählen, wie sie sie tatsächlich erlebt hat. Das Werk ist kein Fachbuch, sondern ein Einblick in ihr Leben mit einer psychischen Erkrankung.

„Ich schreibe darüber, wie ich meine Erkrankung, verschiedene Behandlungen, Klinikaufenthalte und vor allem die stationäre Psychotherapie erlebt habe – mit allen Herausforderungen, Ängsten und Rückschlägen, aber auch mit den kleinen Momenten, die Hoffnung gegeben haben“, erklärt Aichinger: „Trotz der ernsten Themen soll das Buch vor allem Mut machen. Mir war wichtig zu zeigen, dass es auch in schweren Zeiten Lichtblicke geben kann und dass man seinen Weg nicht allein gehen muss.“

Ihr ist wichtig, dass sich jeder Mensch gesehen und verstanden fühlt. Niemand sollte das Gefühl haben, mit seinen Gedanken, Ängsten oder Problemen allein zu sein.

Dunkle Zeiten

„Es gibt im Leben immer wieder dunkle Zeiten. Manchmal scheint der Weg unendlich schwer, und man hat das Gefühl, dass sich nie etwas verändern wird. Aber ich möchte Mut machen, weiterzugehen. Es gibt immer einen Grund, weiterzukämpfen – auch wenn man ihn in diesem Moment vielleicht selbst noch nicht sehen kann“, sagt die 22-Jährige: „Ich glaube, dass man irgendwann auf eine sehr schwere Zeit zurückblicken und unglaublich stolz auf sich sein kann. Nicht, weil alles leicht war, sondern weil man trotz aller Herausforderungen nicht aufgegeben hat. Oft sind es gerade diese schwierigen Erfahrungen, aus denen wir am meisten lernen und an denen wir wachsen. Außerdem möchte ich vermitteln, dass es Hilfe gibt. Auch bei mir hat es gedauert, bis ich die richtigen Menschen, die passende Klinik und Angebote gefunden habe, die mich wirklich unterstützen konnten. Dieser Weg war nicht einfach, aber die Suche hat sich gelohnt.“

Gedanken und Erfahrungen

Aichinger begann im November 2025, noch vor ihrer zehnwöchigen stationären Psychotherapie, mit dem Schreiben. Während ihrer Therapie ab Jänner hielt sie fast täglich ihre Gedanken und Erfahrungen fest. Im März war das Buch nach weniger als fünf Monaten fertig.

„Wenn mein Buch auch nur einem Menschen das Gefühl gibt, nicht allein zu sein, dann hat sich das Schreiben gelohnt“, sagt sie.

Neben dem Schreiben engagiert sich die Bad Schallerbacherin freiwillig beim Jugendrotkreuz und begleitet dort Kinder und Jugendliche. Außerdem ist sie als Trainerin in einem Turnverein tätig und arbeitet als Babysitterin.

Ihre zentrale Botschaft lautet: „Man muss nicht perfekt sein, um wertvoll zu sein. Es ist in Ordnung, Hilfe anzunehmen.“ Betroffenen möchte sie mitgeben: „Du bist nicht zu viel. Du bist wichtig. Und es gibt Hoffnung – auch wenn man sie manchmal selbst nicht mehr sehen kann.“

Das Buch ist bei Amazon erhältlich.


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