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GEBOLTSKIRCHEN. Der Gemeinderat spricht sich gegen die geplante Errichtung einer zweiten Schottergrube im Gemeindegebiet aus und hat eine entsprechende Resolution beschlossen. Hauptkritikpunkt ist die erwartete zusätzliche Verkehrsbelastung.

Protestaktion gegen die geplante Schottergrube (Foto: Gemeinde Geboltskirchen)
Protestaktion gegen die geplante Schottergrube (Foto: Gemeinde Geboltskirchen)

Der geplante Schotterabbau beschäftigt Gemeinderat und Bevölkerung bereits seit geraumer Zeit. Das betreffende Projekt befindet sich derzeit in der Projektierungsphase.

Geplant ist der Schotterabbau auf 4,7 Hektar am Ausläufer des Hausruckwaldes im Bereich Roßwald/Oberentern. Über eine Projektlaufzeit von rund 25 Jahren sollen dort etwa 900.000 Kubikmeter Schotter abgebaut werden. Laut den Projektbeteiligten ist aufgrund der Größe des Vorhabens keine Umweltverträglichkeitsprüfung erforderlich. Der Antrag soll in den kommenden Wochen eingereicht werden.

Kritik an zusätzlichem Schwerverkehr

Der Gemeinderat rechnet mit mindestens 36 zusätzlichen Lkw-Fahrten pro Tag. Diese kämen zum Verkehr der bereits bestehenden Schottergrube in dem Gebiet hinzu. Dadurch würden Lärm, Staub und Erschütterungen zunehmen, befürchten die Gemeindevertreter.

Die Zu- und Abfahrt zum geplanten Abbaugebiet führt zwischen Wohnhäusern hindurch und durch kleinere Ortschaften. Die betroffenen Straßen seien aus Sicht des Gemeinderates nicht für einen derart intensiven Schwerverkehr ausgelegt. Befürchtet werden auch Schäden an Gemeindestraßen und Brücken sowie eine mögliche Wertminderung von Häusern und Grundstücken entlang der Transportstrecke.

Sorgen um Natur und Grundwasser

Auch die Auswirkungen auf Natur, Klima und Wasserhaushalt werden in der Resolution angesprochen. Für den geplanten Abbau müsste ein Waldgebiet gerodet werden. Der Gemeinderat erwartet dadurch Auswirkungen auf den Naturhaushalt und das lokale Kleinklima. Auch ein Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten wäre betroffen.

Zudem befürchtet die Gemeinde Eingriffe in den Wasserhaushalt. Diese könnten langfristige Folgen für den Grundwasserspiegel und die Trinkwasserversorgung der Region haben.

Gemeinde nimmt Stellung

Die Gemeinde argumentiert außerdem, dass die Versorgung der Region mit Kies, Sand und Beton durch die bestehende Schottergrube bereits ausreichend gesichert sei. Eine weitere Grube sei angesichts der bestehenden Belastungen für die Bevölkerung nicht zumutbar.

Formell hat die Gemeinde im Verfahren keine Entscheidungsbefugnis. Dennoch sieht sich der Gemeinderat als Vertretung der Bevölkerung dazu verpflichtet, Stellung zu nehmen. Die Resolution wurde unter anderem an das Land Oberösterreich, die zuständigen Behörden und den Vorhabenträger übermittelt.


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