Bäuerin aus Peuerbach setzt auf Direktvermarktung und wünscht sich mehr Wertschätzung
PEUERBACH. Christina Arminger führt gemeinsam mit ihrem Mann Josef einen Milchviehbetrieb in Peuerbach. Neben der Milchwirtschaft verarbeitet die Familie einen Teil der Milch selbst und verkauft die Produkte direkt ab Hof und in Regionalläden. Sorgen bereiten der Bäuerin der niedrige Milchpreis und die zunehmende Bürokratie. Sie wünscht sich mehr Wertschätzung für die Landwirtschaft.

Anlässlich des Internationalen Jahres der Bäuerin besuchte Nationalratsabgeordneter Klaus Lindinger (ÖVP) aus Fischlham Christina Arminger auf ihrem Hof.
Die junge Bäuerin lebt mit ihrem Mann Josef und den beiden Kindern auf dem elterlichen Hof „Bauer z’Gschwendt“. Das Paar hat den Betrieb 2024 übernommen. Gemeinsam bewirtschaften sie einen Vollerwerbsbetrieb mit 47 Holstein-Milchkühen und rund 50 Hektar landwirtschaftlicher Fläche. Mit Christina Armingers Eltern und ihrer Großmutter leben vier Generationen am Hof.
Direktvermarktung
Seit 2020 setzen Christina und Josef Arminger zusätzlich auf Direktvermarktung. Rund zehn Prozent der produzierten Milch verarbeiten sie selbst weiter. Daraus entstehen Frischmilch, Joghurt, Topfen, Obers, Sauerrahm und saisonale Spezialitäten wie Grillkäse. Die Produkte sind direkt am Hof und in Regionalläden in der Umgebung erhältlich.
„Mit der Direktvermarktung wollen wir die Wertschätzung und Wertschöpfung auf den Hof holen“, erklärt Christina Arminger. Sie hat die Höhere Bundeslehranstalt für Landwirtschaft und Ernährung Elmberg absolviert und wollte den Familienbetrieb schon früh weiterführen. Ihr Mann Josef ist gelernter Elektriker.
Rund vier Stunden täglich verbringen die beiden im Stall. Ein moderner Melkroboter erleichtert die Arbeit. Die Kühe können selbst entscheiden, wann sie zum Melken gehen.
Der Familie ist auch der Kontakt zur Bevölkerung wichtig. Bei Ferienaktionen am Hof erleben sie, dass selbst Kinder aus ländlichen Gemeinden oft wenig über den Alltag in der Landwirtschaft wissen. Der Kontakt zu den Tieren, die Maschinen und Aktivitäten wie das Springen im Stroh und Heu sorgen dabei für besondere Erlebnisse.
Abwechslung
An ihrem Beruf schätzt Christina Arminger vor allem die Abwechslung. „Ich kann jeden Tag wer anderer sein: Elektrikerin, Mama, Frau am Herd, Produzentin von besten regionalen Lebensmitteln, Bürokraft und so weiter. Das taugt mir“, sagt sie.
Niedriger Milchpreis und Bürokratie bereiten Sorgen
Die zunehmende Bürokratie und der derzeit niedrige Milchpreis bereiten der Bäuerin Sorgen. Sie wünscht sich mehr Anerkennung für die Arbeit in der Landwirtschaft. „Landwirtschaft ist das wichtigste Business auf der ganzen Welt – Essen braucht jede und jeder! Das sollte der Gesellschaft mehr bewusst und auch mehr wert sein!“, betont sie.
Angehenden Bäuerinnen rät sie, immer wieder aufzustehen, positiv zu bleiben und Mut zu beweisen.
Auch Klaus Lindinger unterstreicht die Bedeutung der heimischen Landwirtschaft. „Die Bäuerinnen führen mit Mut und Tatkraft ihre Betriebe. Sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur regionalen Versorgung und hoher Lebensqualität für die gesamte Gesellschaft“, sagt der Abgeordnete.








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