Verdrängung des Todes: Einblickein die Psyche eines Grenzgängers
PEUERBACH. Klaus Klaffenböck (58) zählt zu den erfolgreichsten österreichischen Motorsportlern. Der ehemalige Seitenwagen-Weltmeister und dreifache Sieger der Tourist Trophy auf der Isle of Man blickt in seiner Biografie „Sterben tun die anderen“ auf sein bewegtes Rennfahrerleben zurück.

Bei der Buchpräsentation am Samstag, 7. November, um 17 Uhr im Melodium Peuerbach erzählt er gemeinsam mit Weggefährten von Erfolgen, gefährlichen Situationen und besonderen Begegnungen. Die Biografie gibt tiefe Einblicke in die Psyche eines Grenzgängers, für den die Verdrängung des Todes zur Überlebensstrategie wird.
Der gebürtige Peuerbacher wurde 2001 gemeinsam mit seinem Beifahrer Christian Parzer Seitenwagen-Weltmeister. 2010 gewann er mit Dan Sayle zwei Rennen bei der Tourist Trophy auf der Isle of Man. Ein Jahr später folgte ein weiterer Sieg. In seiner Biografie lässt er seine Karriere Revue passieren.
Der Titel des Buches geht auf eine Aussage Klaffenböcks aus einem früheren Interview zurück. „Ich glaube, genau diese Einstellung muss man haben, wenn man Rennen wie die Tourist Trophy auf der Isle of Man bestreitet. Man darf sich nicht ständig damit beschäftigen, was passieren könnte. In dem Moment muss man davon überzeugt sein, dass es gut geht, sonst kann man solche Rennen nicht bestreiten“, sagt Klaffenböck.
Gefährlichstes Motoradrennen
Die Tourist Trophy gilt als das gefährlichste Motorradrennen der Welt. „Die Strecke schlängelt sich durch Dörfer, kleinere Städte und hinauf in die Berge – abwechselnd gesäumt von Steinmauern, Bäumen, Telegrafenmasten oder Abgründen“, erklärt Klaffenböck: „Die Solobikes erreichen an den schnellsten Abschnitten über 300 Kilometer pro Stunde, während die Seitenwagen auf eine Höchstgeschwindigkeit von 260 Kilometern pro Stunde kommen.“ 1907 wurde das Rennen erstmals ausgetragen. Seither hat die Veranstaltung mehr als 150 Todesopfer gefordert. In seiner Karriere erlebte Klaffenböck mehrmals Situationen, in denen er dem Tod nahe war. Auch tödliche Unfälle von Kollegen musste er miterleben. „Solche Momente vergisst man nicht. Sie machen einem sehr deutlich, wie schmal der Grat in unserem Sport sein kann“, sagt er. Als Rennfahrer habe er diese Gedanken jedoch ausblenden müssen.
„In meiner Karriere ist unglaublich viel passiert, und vieles davon wird im Buch erzählt: Erfolge genauso wie Niederlagen, besondere Begegnungen und Geschichten abseits der Rennstrecke“, sagt der Peuerbacher.
Motorsportgeschichte
Er begann seine sportliche Laufbahn zunächst im Skibob und im Motocross. Ende der 1980er-Jahre stieg er in die Seitenwagen-Weltmeisterschaft ein. Mit dem Titel im Jahr 2001 schrieb er österreichische Motorsportgeschichte.
Nach seiner aktiven Karriere gründete er das „Team Klaffi“ und war als Teamchef in der Supersport- und Superbike-Weltmeisterschaft tätig.
Seit 14 Jahren lebt Klaffenböck auf der Isle of Man. „Es gefällt mir sehr gut dort. Die Insel ist zu einem wichtigen Teil meines Lebens geworden“, betont Klaffenböck: „Aber meine Heimat wird immer dort sein, wo ich aufgewachsen bin. Peuerbach und die Menschen, die mich von dort aus auf meinem Weg begleitet haben, werden deshalb immer einen besonderen Stellenwert für mich haben.“ Seit 2012 gibt es in Peuerbach eine Klaus-Klaffenböck-Straße.
Weggefährten
Bei der Präsentation der Biografie im Melodium werden Weggefährten aus seiner Motorsportzeit auf der Bühne stehen. Dazu zählen der Tourist-Trophy-Newcomer des Jahres 2026, Thomas Altendorfer, der ehemalige Seitenwagen-Beifahrer und Weltmeister Adolf Hänni, der Rekordstarter der Tourist Trophy Toni Rechberger sowie die ehemaligen Motorrad-Weltmeisterschaftspiloten Sepp Doppler und Andi Preining.








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