Sport und Corona: So trifft es die Fitnessstudios

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Sabrina Lang Sabrina Lang, Tips Redaktion, 02.04.2020 10:07 Uhr

WAIZENKIRCHEN. Mit der Corona-Krise stehen auch in den Fitnessstudios die Sportgeräte still. Was bedeutet das für die Betreiber? Tips hat bei Christian Sittenhalter, Inhaber des Fitnesscenters in Waizenkirchen, nachgefragt.

Tips: Wie stark trifft Sie als Fitnessstudio-Betreiber diese Krise?

Christian Sittenhaler: Sie trifft einerseits die Betreiber und deren engagierte Mitarbeiter, aber massiv auch alle Mitglieder. Die Dauer des Zeitraums der Schließung ist ein beitragsfreier Zeitraum. Nachdem der Großteil der Betriebskosten weiterlaufen, ist dies wirtschaftlich betrachtet eine katastrophale Situation. Je nach Dauer versuchen wir, den Zeitraum den ein Mitglied nicht trainieren kann, am Ende der Mitgliedschaft beitragsfrei zu ersetzen, um den wirtschaftlichen Schaden nicht komplett konzentriert abzubekommen. Wir hoffen hier auf ein großes Verständnis und gute Unterstützung unserer treuen Mitglieder.

Wie wirkt sich die Schließung auf die Mitglieder aus?

Deren gesundheitlicher Schaden durch die Unmöglichkeit eines ordentlichen Trainings kann nicht beziffert werden. Besonders bei älteren Menschen wirkt sich Bewegungsmangel stark aus. Wenn eine Studie an der Universität Regensburg eindeutig zeigt, dass „schlechte muskuläre Fitness die Wahrscheinlichkeit für einen früheren Tod erhöht“, so muss dies zu denken geben. Besonders bei Krankheit sind die Muskeln eine für das Leben zentrale Reserve. Wir wünschen uns eine rasche Öffnung der Studios, damit Menschen wieder vorbeugend für ihre Fitness und Gesundheit tätig sein können. Wir hoffen auch, dass ein langjähriger Wunsch der Fitnessbranche – die steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge für Fitness für Unternehmen und Personen, endlich umgesetzt wird. Fitnessstudios leisten mit ihrer Arbeit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Immunsystems der Bevölkerung.

Welche Tipps haben Sie jetzt, um trotzdem fit zu bleiben?

Für die Dauer der Schließung bieten wir kostenfreie Online-Kurse an. Darunter sind auch Kurse für Kinder, die diese daheim zwischen den Lernübungen mit Energie versorgen. Details auf fitnesscenter-waizenkirchen.at/onlinekurse-fuer-zuhause/. Grundsätzlich empfehlen wir, zumindest 10.000 Schritte täglich zu machen. Das kann schon ausreichen, um einem Muskelabbau entgegenzuwirken und die Fettpolster nicht wachsen zu lassen. Die ungewöhnlich längere Zeit zu Hause kann zu mehr Bequemlichkeit und zu viel Essen führen. Daher ist es wichtig, sich mental mit den Auswirkungen zu beschäftigen und sich vorstellen, wie möchte ich nach der Corona-Krise aussehen und wie werde ich aussehen, wenn ich mehr esse, fauler bin, möchte ich das wirklich?

Gibt es spezielle Tipps für die eigenen vier Wände?

Je nach dem wie die jeweilige Wohnsituation für jeden Einzelnen ist, kann daraus ein Fitnessstudio werden. Bereits nach dem Aufstehen, einige Dehnungs- und Bewegungsübungen durchführen. Zähneputzen abwechselnd auf einem Bein oder mit Kniebeugen durchführen. Im Tagesablauf immer wieder fixe Zeiten einplanen, für Bewegung und Kräftigung. Es spricht nichts dagegen, beim Fernsehen immer wieder einige Kniebeugen, Rotationsübungen, etc. einzustreuen. Wichtig ist, dass die Übungen so wie vom Trainer gezeigt, korrekt durchzuführen. Auch Bücken und Heben, etwa bei der Gartenarbeit exakt und einige Male mehr durchführen, wird gute Effekte bringen. Auch kann das Stiegenhaus oder die Treppen gut für Fitness eingesetzt werden. Meditation und auch abschalten in dieser schwierigen Zeit, kann gut für die Psyche sein. Nach wie vor sind wir der festen Überzeugung, dass Fitnesstraining die beste Maßnahme gegen fast alle Krankheiten darstellt. Daher: Trainiert bitte weiter und nutzt die vielfältigen Online-Angebote.

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Kommentare

  1. Franz
    Franz09.04.2020 23:41 Uhr

    - Sehr Interessanter Artikel!! Ich selbst Versuch es zurzeit mit diesem online Trainingsprogramm https://bit.ly/2UUZDdS! Würde mich freuen wenn ihr mir über eure Erfolge berichten würdet

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