Lungenexperte Josef Eckmayr im Interview über „Long Covid“

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Tanja Auer Tanja Auer, Tips Redaktion, 30.11.2021 07:00 Uhr

WELS/GRIESKIRCHEN. Viele Patienten benötigen nach einer Corona-Erkrankung eine längere Genesungszeit. Wann eine weiterführende Long Covid-Betreuung erforderlich ist, erklärt Josef Eckmayr, Leiter der Abteilung für Lungenkrankheiten im Klinikum Wels-Grieskirchen.

Tips: Was versteht man eigentlich unter Long Covid?

Eckmayr: Es handelt sich üblicherweise um Beschwerden, die während oder nach einer Erkrankung auftreten und die – je nach Studie – länger als vier bis zwölf Wochen nach der Akuterkrankung anhalten. Die Symptome können sowohl nach schweren als auch nach milden Verläufen auftreten.

Tips: Was sind die häufigsten Beschwerden bei Long Covid?

Eckmayr: Die Beschwerden sind sehr variabel und reichen von einer geringen Befindlichkeitsstörung bis hin zu massiver Beeinträchtigung. Häufig gehören dazu Müdigkeit und eingeschränkte Leistungsfähigkeit, anhaltender Riech- oder Geschmacksverlust, Atemnot und Schlaflosigkeit. Weitere, jedoch seltenere, Symptome können Brustschmerzen, Husten, Gelenkschmerzen, Muskelschmerzen, Nervenstörungen, Kopfschmerzen, Schwitzen, Durchfall, Haarausfall, Konzentrationsstörungen, Herzrasen, depressive Verstimmung oder Hautausschläge sein.

Tips: Wann ist eine Nachsorge unbedingt notwendig?

Eckmayr: Bei Atemnot oder Sauerstoffmangel in Ruhe oder bei Belastung, Bluthusten, bei Verdacht auf Brustschmerzen, die mit dem Herzen zusammenhängen sowie bei Hinweisen auf eine ausgeprägte Kreislaufinstabilität. Bei Kindern und Jugendlichen, wenn es Anzeichen auf das gefährliche Multisystem-Entzündungssyndrom gibt. Dazu gehört auch Fieber, das zwei bis acht Wochen nach einer Infektion auftritt.

Tips: Gibt es schon Erfahrungswerte, wer von Long Covid am häufigsten betroffen ist?

Eckmayr: Personen mit sehr schwerer Erkrankung, Personen über 50 Jahre, übergewichtige Personen sowie Personen, bei denen während der akuten Infektion mehr als fünf verschiedene Organsymptome vorhanden waren, dürften ein höheres Risiko für eine Symptomatik haben.

Tips: Was passiert bei der Nachsorge?

Eckmayr: Einerseits werden Beschwerden abgeklärt und der Verlauf beurteilt. Andererseits werden sowohl spezifische Erkrankungen als auch funktionelle Störungen behandelt. Letztere können oft langwierig verlaufen. Unter anderem werden Strategien angewendet, die eine langsame Wiederaufnahme von Alltagstätigkeiten und Belastungen ermöglichen sollen. Zudem wird auf die Entwicklung der Symptome geachtet und bei Bedarf eine entsprechende Unterstützung organisiert, etwa Physiotherapie, Ergotherapie oder Psychotherapie.

Bei anhaltenden Beschwerden steht an erster Stelle die Untersuchung durch den Hausarzt. Dieser entscheidet in der Regel über das weitere Vorgehen. Je nach Ergebnis können unterschiedlichste Fachärzte oder Fachambulanzen eingebunden werden.

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