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BAD SCHALLERBACH. Wenn die 27-jährige Lisa Grechhamer aus Bad Schallerbach am Fußballplatz ihr Pfeiferl zückt, heißt es für alle 22 Männer am Feld „Achtung“. Seit die Schallerbacherin fünf Jahre alt ist, gehört der Fußball zu ihrer großen Leidenschaft. Jetzt wagte sie den nächsten Schritt und zeigt als Unparteiische am Platz, wo es lang geht.

Wenn Lisa Grechhamer pfeift, dann haben 22 Männer aufzupassen. Fotos: LangS
  1 / 4   Wenn Lisa Grechhamer pfeift, dann haben 22 Männer aufzupassen. Fotos: LangS

Tips: Wann sind Sie zum ersten Mal als Schiedsrichterin am Platz gestanden?

Lisa Grechhamer: Seit einem Jahr bin ich Schiedsrichterin. Ich habe noch den Grundkurs absolviert und dann kam Corona. Mein erstes Spiel war am 5. September 2020, da habe ich in der U15-Klasse die Spiel­gemeinschaft Eferding/Fraham gegen Schardenberg/Freinberg gepfiffen.

Wie kommt man zum Schiedsrichtern?

Seit ich fünf Jahre alt bin, bin ich am Schallerbacher Fußballplatz und war auch Trainerin. Dazu gebracht hat mich schließlich ein Arbeitskollege, der Regionalliga-Schiedsrichter ist und gemeint hat, ich solle es mir mal anschauen. Ich habe mir allerdings immer gedacht, nein, das ist nichts für mich, gerade ich, die selbst immer gegen die Schiris geschimpft hat (lacht). Ich habe es mir dann aber doch angeschaut und war gleich willkommen. Ich habe dann öfter von den Kollegen gehört „So blöd stellst du dich eh nicht an“ und habe mir gedacht, ich probiere es. Ausschlaggebend war für mich auch, dass man so viel fürs Leben lernen kann. Man lernt so viele Menschen kennen, entwickelt die Persönlichkeit weiter, erhöht das Durchsetzungsvermögen und wird zielstrebiger.

Was ist die größte Herausforderung am Feld?

Die Burschen unter Kontrolle zu halten. Manche wollen cool sein und einem Gas geben und mich als Frau beeinflussen. Das zu unterbinden, ist die größte Herausforderung. Und dass man das Spiel im Griff haben soll. Wenn es einem aus den Händen gleitet, wird es gefährlich. Dann kann man sich oft nur noch mit gelben, roten oder blauen Karten helfen.

Was ist so spannend am Fußball?

Fußball war schon immer spannend und für mich, seit ich fünf bin, die größte Leidenschaft. Als Schiedsrichterin ist man mitten im Geschehen, sieht viele junge Spieler mit großem Talent und man kann sich viel mitnehmen.

Haben männliche Spieler und Kollegen Respekt vor einer Frau?

Es herrscht ein guter Zusammenhalt unter den Kollegen und Männer am Spielfeld haben vor einer Frau oft mehr Respekt als vor Männern. Natürlich werden Meldungen geschoben, aber abfällige Kommentare gibt es nicht. Das hat mich auch selbst etwas überrascht.

Was muss man sich als Schiedsrichter am Feld dennoch alles anhören?

Die Eltern auf der Tribüne sind oft die Schlimmsten. Sie haben oft keinen Respekt. Sie sollten die eigenen Burschen anfeuern, aber nicht die anderen Spieler oder den Schiedsrichter runtermachen. Weil den braucht man genauso, um ein Spiel abzuhalten. Es gibt immer welche, die auf den Schiri einplärren, weil sie glauben, die Regeln besser zu kennen.

Wie schafft man es, im Spiel tatsächlich unparteiisch zu sein?

Das ist schwierig, aber mit der Zeit lernt man es. Und es wird einem eingetrichtert.

Wie behält man den Überblick am Feld?

Das Wichtigste ist die Stutzenfarbe. Die muss unterschiedlich sein, dann sieht man, welcher Stutzen den Ball berührt oder gefoult hat. Man läuft am Spielfeld auch in der Diagonale – so behält man den Überblick.

Wieviel Kilometer legt man als Schiedsrichter pro Spiel zurück?

Man läuft circa sieben bis zwölf Kilometer pro Spiel.

Ihr persönlicher Lieblingsverein?

Der SV Bad Schallerbach und FC Bayern - das waren schon immer meine zwei Lieblingsvereine.

Daten und Fakten

Lisa Grechhamer ist eine von zehn Schiedsrichterinnen in Oberösterreich und die einzige in der Schiedsrichtergruppe Wels. Österreichweit gibt es 57 weibliche Schiedsrichter. 13 Spiele hat die 27-Jährige bisher absolviert. Das höchste Spiel war in der U16-Klasse.


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