Die Spitzenkandidaten aus den Bezirken Grieskirchen und Eferding im Überblick

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Lisa Hackl Lisa Hackl, Tips Redaktion, 24.09.2021 11:09 Uhr

GRIESKIRCHEN/ EFERDING. Vor der Landtagswahl am Sonntag, 26. September, hat Tips einmal alle Spitzenkandidaten für den Landtag, die in den Bezirken Eferding und Grieskirchen antreten, zu Wort gebeten. In den vier Kategorien Arbeit, Verkehr, Gesundheit und Umweltschutz wurde von jedem Teilnehmenden eine Frage nach zukünftigen Entwicklungen beantwortet.

Tips: Wie kann der Lehrlings- und Fachkräftemangel im Bezirk eingedämmt werden?

Peter Oberlehner (ÖVP Grieskirchen): Wir müssen noch mehr Wertschätzung für Handwerk und junge Leute aufbauen, die einen Beruf erlernen. Das Motto „Handwerk mit Weltruf“ passt dazu gut.

Astrid Zehetmair (ÖVP Eferding): Solche Geschichten müssen wir jungen Menschen erzählen: Dass ein Arbeitsleben mit Lehrberuf Zukunft hat, Erfüllung und Sicherheit bietet.

Wolfgang Klinger (FPÖ Grieskirchen und Eferding): Wir müssen die Lehre wieder aufwerten und eine fundierte Ausbildung forcieren. Es muss nicht jeder studieren, um Erfolg zu haben.

Thomas Antlinger (SPÖ Grieskirchen und Eferding): Mit Lehrstellengarantie, einem Ausbildungsprogramm für Maturant*innen auf Arbeitsplatzsuche, Hilfen, um Schulabbrüche zu verhindern und Berufsinformation.

Bernhard Waldhör (Grüne Grieskirchen): Mehr Praxisbezug in der Schulbildung (echte Ganztagsschule) würde eine bessere Berufsorientierung bewirken. Talente und Interessen würde man so frühzeitig erkennen.

Martina Follner (Grüne Eferding): Wir brauchen eine Bildungs- und Qualifizierungsoffensive in Form von Stiftungen, innovativen Lehrlingsausbildungen und Hochschul-Lehrgängen.

Tips: Was ist Ihre Strategie zum Thema Flächenversiegelung, wie kann diese in Zukunft begrenzt werden, während gleichzeitig notwendige Bauprojekte wie die Eferdinger Umfahrung umgesetzt werden?

Peter Oberlehner (ÖVP Grieskirchen): Bestehende alte Areale sollen genutzt werden, dazu brauchen wir auch veränderte Rahmenbedingungen, die den Abriss eines Gebäudes attraktiver machen als den Bau auf die grüne Wiese.

Astrid Zehetmair (ÖVP Eferding):Vor Neuwidmungen sollen leerstehende Gebäude und brachliegende Flächen genutzt werden. Hier muss mit Maß und Ziel gearbeitet werden. Der Bau der Umfahrung Eferding ist wesentlich.

Wolfgang Klinger (FPÖ Grieskirchen und Eferding): Durch die Sanierung bestehender Objekte, insbesondere durch die Revitalisierung der Ortskerne und durch verdichtete Bauweise, sparen wir wertvolles Bauland. Oberösterreich ist hier seit Jahren Spitzenreiter.

Thomas Antlinger (SPÖ Grieskirchen und Eferding): Als SPÖ setzen wir auf differenzierte Strategien für die Attraktivierung ländlicher Regionen. Wir schaffen wohnortnahe Arbeitsplätze, Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie Verwaltungskooperationen zur Raumplanung.

Bernhard Waldhör (Grüne Grieskirchen):Die maßvolle Nachverdichtung in bestehenden Siedlungsräumen und die Definition von absoluten Siedlungsgrenzen im Flächenwidmungsplan sind wertvolle Werkzeuge zur Eingrenzung des Flächenfraßes.

Martina Follner (Grüne Eferding):OÖ braucht endlich ein strenges Raumordnungs-Gesetz für einen wirklich effektiven Bodenschutz. Die letzte Novelle greift viel zu kurz! Wir müssen unseren wertvollen Boden vor überdimensionierter Verbauung und Bodenversiegelung schützen.

Tips: Immer weniger Ärzte entschließen sich dazu, Arztpraxen in ländlichen Regionen zu eröffnen oder von pensionierten Kollegen zu übernehmen. Wo muss man ansetzen, um ihnen den Beruf als Hausarzt schmackhaft zu machen?

Peter Oberlehner (ÖVP Grieskirchen): Zum einen muss ein besseres Bewusstsein für die Arbeit eines praktischen Arztes entstehen, gleichzeitig müssen wir Systeme wie gemeinschaftliche Arztpraxen weiter ausbauen.

Astrid Zehetmair (ÖVP Eferding): Die größte Herausforderung ist es, die Abwanderung zu stoppen. Dafür gibt es mehrere Hebel wie mehr Studienplätze. Die Gemeinde kann z.B. mit Räumlichkeiten unterstützen, um Ärzten ein attraktives Umfeld zu bieten.

Wolfgang Klinger (FPÖ Grieskirchen und Eferding): Es bedarf eines Anreizsystems, um junge Mediziner im und am Land zu halten. Attraktive Kassenverträge und eine kleine Hausapotheke wären Anreize dafür, sich am Land niederzulassen.

Thomas Antlinger (SPÖ Grieskirchen und Eferding): Oft stoßen sich Mediziner*innen am Bewerbungsprozess. So werden nur viermal pro Jahr Hearings für potenzielle neue Hausärzte veranstaltet. Weiters könnte eine „Landarztquote“ angedacht werden.

Bernhard Waldhör (Grüne Grieskirchen): Die Einrichtung von Primärversorgungszentren ermöglicht den einzelnen ÄrztInnen die Verwirklichung einer Work-Life-Balance, die diesen Beruf attraktiver macht.Gemeinden und Gesundheitskasse müssen unterstützend eingreifen.

Martina Follner (Grüne Eferding): Ö muss ein „Niederlassungs-Paket“ schnüren: Klare Bedingungen bei Praxen-Übernahme, Mentoring, etc. Außerdem: Ausbau der Primärversorgungszentren für eine bessere wohnortnahe Versorgung.

Tips: Wie kann die Situation des öffentlichen Nahverkehrs in den Bezirken verbessert werden?

Peter Oberlehner (ÖVP Grieskirchen): Wir sind im Bezirk gut ausgestattet, müssen aber noch bessere Lösungen für die letzten zwei Kilometer von und nach Hause finden. Dabei könnten Modelle mit Ruftaxis wie in der Steiermark sinnvoll sein.

Astrid Zehetmair (ÖVP Eferding): Durch die Installierung eines Mikro-Öffentlichen Verkehrskonzeptes, also „Zubringerdienste“ zu den öffentlichen Verkehrsmitteln. Es soll in Zukunft möglich sein, von der Haustüre bis zum Arbeitsplatz öffentlich zu kommen.

Wolfgang Klinger (FPÖ Grieskirchen und Eferding): Landesrat Steinkellner investiert mehr in den ÖV als in die Straße und schafft so eine Alternative zum Auto. Ein billiges Ticket wird die Verkehrswende nicht einleiten. Das geht nur mit entsprechendem Angebot.

Thomas Antlinger (SPÖ Grieskirchen und Eferding): Ausbau der Verbindungen von Landgemeinden in die regionalen Zentren (Bezirksstädte) – auch durch Mikro-ÖV-Lösungen – und Einrichtung eines landesweiten Nachtlinien-Netzes.

Bernhard Waldhör (Grüne Grieskirchen): Das große Problem des öffentlichen Verkehrs ist am Land die sogenannte letzte Meile, also der Weg von der Haustür zur Bushaltestelle oder zum Bahnhof. Hier können Bedarfsbusse und andere Modelle den Lückenschluss bieten.

Martina Follner (Grüne Eferding):Wir wollen täglich ausreichend Öffi-Verbindungen in jeder Gemeinde. Wir wollen S-Bahnknotenpunkte schaffen, Regio-Bahnen erhalten. Innovative Konzepte wie Car-Sharing und Ruf-/Sammeltaxis können Mobilitätslücken schließen.

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