Nationalratswahl 2024: Das sind die Ziele der Spitzenkandidaten aus dem Bezirk Grieskirchen
BEZIRK GRIESKIRCHEN. Am Sonntag, 29. September wählt Österreich einen neuen Nationalrat. Schon seit Wochen werben die Parteien um die Gunst der Wähler und präsentieren sich und ihre Wahlprogramme. Im Tips-Brennpunkt bieten wir eine kleine Entscheidungshilfe, indem wir die regionalen Spitzenkandidaten aus dem Bezirk Grieskirchen im Wahlkreis Hausruckviertel näher vorstellen.

Tips hat Laurenz Pöttinger aus Grieskirchen von der ÖVP, Katharina Sperz aus Peuerbach von der SPÖ, Sabine Binder aus Wallern von der FPÖ, Alois Giglleitner aus St. Thomas von den Grünen und Karin Doppelbauer aus Kallham von den Neos zu ihren Meinungen und wichtigsten Zielen zu den Themen Klimaschutz, Migration, Arbeitsmarkt und Bildung befragt.
Die wichtigsten Anliegen und Ziele im Bereich Klimaschutz
Laurenz Pöttinger, ÖVP: Klimaschutz ja, aber mit Hausverstand. Das bedeutet auf Innovation und Fortschritt setzen statt auf Verbote und Rückschritt. Wichtig ist den Ausbau erneuerbarer Energien weiterhin voranzutreiben. In einer ökosozialen Marktwirtschaft sollen sich Klimaschutz und Wirtschaftswachstum nicht im Wege stehen, sondern Hand in Hand gehen.
Katharina Sperz, SPÖ: Klimaschutzmaßnahmen müssen sich an den Lebensrealitäten der Menschen orientieren! Statt zusätzlichen Steuern braucht es Mobilitätskonzepte für den ländlichen Raum und sozial gerechte Maßnahmen.
Sabine Binder, FPÖ: Eine ideologiefreie Energiepolitik ist essenziell, um unseren Wohlstand zu sichern. Statt utopische Maßnahmen zu forcieren, müssen Private und Unternehmen unterstützt werden. Beim Klima- und Umweltschutz dürfen nicht moralische Interessen überwiegen.
Alois Giglleiter, Grüne: Die Klimakrise ist die größte Herausforderung unserer Zeit. Wir alle sind Mitverursacher und bestimmen damit wie die künftigen Generationen leben. Effektiver Klimaschutz bedeutet eine rasche Energie- und Mobilitätswende und wirksamen Bodenschutz. Dafür stehen die Grünen ein.
Karin Doppelbauer, Neos: Wir müssen dringend den Ausbau der Erneuerbaren vorantreiben, die zügellose Bodenversiegelung eindämmen und nachhaltige Mobilitätskonzepte umsetzen. Priorität hat zudem die gemeinsame Verlegung der WAG-Loop-Gasleitung mit der 110kV-Stromleitung als Erdkabel.
Thema Migration
Laurenz Pöttinger, ÖVP: Wir wollen den Zuzug qualifizierter Arbeitskräfte in unseren Arbeitsmarkt fördern, müssen aber die unkontrollierte Einwanderung in unser Sozialsystem verhindern. Die Asylbremse von Minister Karner wirkt. Die Anerkennungsquote ist von 2018 (47,6 Prozent) bis 2023 deutlich gesunken (22,6 Prozent).
Katharina Sperz, SPÖ: Migrationspolitik braucht beides - Menschlichkeit und klare Regeln. Einerseits geordnete Zuwanderung und Integration, andererseits klare Rahmenbedingungen. Was in Österreich keinen Platz hat sind Extremisten und Terrorismusverherrlicher.
Sabine Binder, FPÖ: Wir müssen die Asyl-Einwanderung durch sichere Grenzen auf Null stellen und kriminelle Ausländer konsequent ausweisen, bzw. bei negativen Asylbescheiden abschieben. Wir wollen uns aussuchen, wer bei uns leben darf. Leistungsträger sind herzlich willkommen.
Alois Giglleiter, Grüne: Österreich ist keine Insel. Ohne Zuzug aus dem Ausland überaltern wir. Pflege, Gastronomie, Handwerk brauchen dies zur Aufrechterhaltung. Wirkliche Integration beinhaltet auch die Pflicht, geltende Werte der Demokratie zu akzeptieren, z.B. bei den Rechten der Frauen.
Karin Doppelbauer, Neos: Neos stehen für eine geordnete Migrationspolitik und europäische Lösungen - von einem gemeinsamen Außengrenzschutz über eine gerechte Verteilung der Asylwerbenden bis zu Rückführungsabkommen.
Die Meinungen zum Thema Arbeitslosigkeit
Laurenz Pöttinger, ÖVP: Wir stehen für einen zukunftsfitten Arbeitsmarkt. Deshalb müssen Lohnnebenkosten gesenkt, Bürokratie abgebaut und die Abgabenlast reduziert werden. Wichtig ist es die Überstunden steuerfrei zu stellen und eine markante Entlastung beim Zuverdienst im Regelpensionsalter herbeizuführen. Alle, die mehr und länger arbeiten soll auch mehr Netto vom Brutto bleiben.
Katharina Sperz, SPÖ: Eine moderne Arbeitswelt lebt von guten Arbeitsbedinungen und fairen Löhnen. Dafür braucht es moderne Schul- und Ausbildungsplätze für Lehrlinge sowie endlich gleichen Lohn für gleiche Arbeit für alle.
Sabine Binder, FPÖ: Die FPÖ setzt auf eine starke nationale Arbeitsmarktpolitik, die Arbeitsplätze für Österreicher sichert. Unser Ziel ist die Begrenzung der Zuwanderung, um Lohndumping zu verhindern und heimische Arbeitskräfte zu bevorzugen.
Alois Giglleiter, Grüne: Geht es den Menschen gut, geht es der Wirtschaft gut. Neue Arbeitsplätze entstehen durch Energiewende und Klimaschutz. Dafür muss in Umschulung und Weiterbildung investiert werden. Dies ist auch die Chance technologisch in Europa vorne dabei zu sein.
Karin Doppelbauer, Neos: Damit den Menschen 10 Prozent mehr Netto vom Brutto bleiben, müssen wir endlich die viel zu hohen Steuern auf Arbeit senken. Durch niedrigere Lohnnebenkosten und weniger Bürokratie machen wir den Standort attraktiver und sichern Arbeitsplätze in der Region.
Was sagen die Kandidaten zum Thema Bildung
Laurenz Pöttinger, ÖVP: Bildung ist der zentrale Schlüssel für eine persönliche und berufliche Zukunft und muss daher einen hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft haben. Besonders die Lehre hat sich bewährt, ist ein gutes Fundament für den weiteren Karriereweg. Weiters ist die Verstärkung digitaler Kompetenzen in den Lehrplänen aller Schulstufen wichtig , um Schülerinnen und Schüler auf die Anforderungen der digitalen Arbeitswelt bestmöglich vorzubereiten.
Katharina Sperz, SPÖ: Bildung beginnt bei den Kleinsten. Gleich ob in Kinderbildungseinrichtungen oder in den Pflichtschulen - alle Kinder müssen die gleichen Bildungschancen haben. Unabhängig von Herkunft oder finanziellen Mitteln.
Sabine Binder, FPÖ: Die FPÖ fordert ein Bildungssystem, das Leistung fordert und fördert. Unser Ziel ist es, die österreichische Kultur und Werte zu stärken, Frühförderungen in den wichtigen Fächern auszubauen und ideologische Einflüsse aus den Schulen zu verbannen.
Alois Giglleiter, Grüne: Bildung darf keine Frage von Herkunft und sozialem Umfeld sein. Bildung ist zentraler Faktor für den individuellen Lebensweg. Ich bin für ein Bildungsrecht, das allen jungen Menschen ermöglicht, mittlere und höhere Schulabschlüsse zu erreichen. Dafür braucht es die rechtlichen und finanziellen Ressourcen.
Karin Doppelbauer, Neos: Als Reformkraft stehen wir für ein modernes Bildungssystem mit weniger Bürokratie und mehr Schulautonomie, einen Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung ab dem 1. Geburtstag und einen Chancenindex nach Wiener Vorbild, um allen Kindern die Flügel zu heben.


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