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GROSS GERUNGS. Bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr begeisterte der Soziologe und Alternsforscher Franz Kolland mit seinen Ausführungen das Waldviertler Publikum. Auf Einladung Waldviertel Akademie und in Kooperation mit der Stadtgemeinde Groß Gerungs, der KPH Wien/Krems, der Donau-Universität Krems, dem Pensionistenverband Zwettl und dem Seniorenbund Zwettl war Kolland am Donnerstagabend, den 10. Dezember, im Gemeindesaal Groß Gerungs zu Gast.

V.l.: Waldviertel Akademie-Vorstandsmitglied Brigadier iR Franz Teszar, Johannes Petschenig (Katholisch-Pädagogische Hochschule Wien/Krems), Bürgermeister Maximilian Igelsböck, Referent Univ.Prof. Franz Kolland, Waldviertel Akademie-Vorsitzender Ernst Wurz und Pensionistenverband-Obmann Ernst Sinnhuber.

Gleich zu Beginn rückte der Wissenschaftler zwei wichtige Fragestellungen in den Mittelpunkt: „Was heißt Alter?“ und „Wann ist jemand alt?“. Dazu konnte er verschiedene Ansätze präsentieren – von der Pension über die Seniorenkarte der ÖBB bishin zu AMS-Initiativen –, bei denen klar wurde, dass es keine klare Abgrenzung gibt. „Wir wissen nicht wirklich, was das Alter ist“, schlussfolgerte Kolland, „aber es gibt verschiedene Bilder des Alterns.“

Abseits von „pensionistenbeige“

Mit seiner unterhaltsamen Vortragsart konnte der Soziologe das Publikum von Beginn weg mitreissen und auch zu einigen Lachern motivieren. „Es wäre schön, wenn das Alter etwas bunter wäre, nicht so einheitlich“, appellierte Kolland, nachdem er feststellte, dass bei den Seniorinnen und Senioren die Farbe „pensionistenbeige“ vorherrsche. Kolland hatte aber auch gute Nachrichten mitgebracht: „Sie werden sehr alt, das ist sicher. Seit 170 Jahren steigt die Lebenserwartung, seit 1970 pro Dekade um 2,4 Jahre. Dieser Prozess wird erst bei einem Durchschnittsalter von cirka 120 Jahren stehen bleiben.“ In weiterer Folge ging der Soziologe auch auf Krankheitshäufigkeiten und vor allem die Bildung im Alter ein. „Studien haben ergeben, dass die Lebenszufriedenheit und das Wohlbefinden bis 46 sinken, danach geht es wieder bergauf. Das Leben beginnt also mit 46 erst“, so Kolland.

Ernst Sinnuber, Obmann des Seniorenbundes Zwettl zeigte auch einige Initiativen seiner Organisation auf und meinte: „Neue Techniken überfahren die Pensionisten teilweise. Sehr viele aber finden sich damit auch sehr gut zurecht, das bewundere ich.“

Die „5L“ im Alter

„Bleiben Sie stets in Bewegung und bereiten Sie sich auf das Alter vor“, gab Kolland auch wertvolle Tips, die er vor allem in 5L verpackte: Lernen, Laufen, Lieben, Leben Lachen. Zum Abschluss entwickelte sich auch eine spannende Publikumsdiskussion, bei der eine Dame den Abend perfekt zusammenfasste: „Wichtig ist, dass man neugierig bleibt und sich für alles interessiert.“


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