Freiwilligen-Einsatz bei Entwicklungshilfe-Projekt
GSCHWANDT/BOLIVIEN. Seit zweieinhalb Monaten unterstützt der junge Gschwandtner Gabriel Uhl Familien im bolivianischen Santa Cruz. Ein halbes Jahr lang ist er für das Hilfsprojekt „Famundi“ als Voluntär im Einsatz, Tips hat mit ihm gesprochen.

Erfahrungen zu sammeln, eine andere Kultur und Sprache kennen zu lernen, das waren - neben dem Wunsch zu helfen - für Gabriel Uhl die Hauptgründe, sich für ein Voluntariat zu entscheiden. Seit Anfang September ist der 24-jährige Gschwandtner täglich im Einsatz, besucht Familien, hilft im Kindergarten und unterstützt die Hort-Kinder beim Lernen. Wobei es ihm bei den Jüngsten am besten gefällt: „Die Kindergartenkinder freuen sich immer so, wenn ich komme. Letzte Woche sind sie vor lauter Freude so auf mich zugestürmt, dass ich gestolpert bin und wir alle miteinander umgefallen sind“, erzählt er mit einem breiten Lachen.
Wo 14 Personen in einem Taxi Platz haben
Ein besonderes Erlebnis gab es gleich zu Beginn: das Taxi vom Flughafen war mit unglaublichen 14 Personen besetzt. Überhaupt sei der bolivianische Autoverkehr: „echt ein Wahnsinn“, so der 24-Jährige. Was ihn immer wieder beeindruckt ist die Freundlichkeit der Menschen: „Obwohl ich am Anfang kaum Spanisch sprechen konnte, haben sie mich immer mit Respekt und Menschlichkeit aufgenommen und mich nie wegen der Sprache gestresst.“
„Etwas anderes, die Armut „live“ zu erleben“
Als herausfordernd erlebt Uhl die große Armut mancher Familien: „Die Menschen leben teilweise zu acht in einem Zimmer mit zwanzig bis dreißig Quadratmetern, mit zwei Betten, in denen alle schlafen, einem Fernseher, einem Kühlschrank - und das wars.“ Für ihn sei der Umgang mit dieser Not zu Beginn sehr schwierig gewesen, erzählt der junge Gschwandtner: „Es ist einfach ganz anders, wenn man solche Bilder im Fernsehen sieht, oder wenn man das „live“ miterlebt.“
Wertschätzung für den „Luxus“ daheim - und viele neue Geschmacksrichtungen
Eine größere Wertschätzung für den „Luxus“ zuhause ist etwas, was er mit nach Hause nehmen wird, ist sich der 24-Jährige sicher: „Wir jammern wirklich auf extrem hohem Niveau und regen uns im Endeffekt wegen Belanglosigkeiten auf.“ Ebenfalls fix im Heimreise-Gepäck des gelernten Kochs: jede Menge neue Rezepte und Geschmacksrichtungen.
Eines steht für Gabriel Uhl aber jetzt schon fest: „Ich habe vor auf jeden Fall vor, nochmal zu kommen und die Leute zu besuchen, weil sie es einfach wert sind.“
Das Hilfsprojekt „Famundi - damit Familien in Bolivien würdevoll leben können“ wurde von der Gmundnerin Anna-Maria Marschner ins Leben gerufen. Derzeit werden 33 Familien mit 175 Kindern und Jugendlichen betreut. Es gibt unter anderem einen Hort mit Ausspeisung und einen Kindergarten für derzeit 102 Kinder. Infos: www.famundi.com


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