Ehepaar arbeitet Geschichte aller Bauernhöfe in Gunskirchen auf
GUNSKIRCHEN. Zur 500-Jahr-Feier der gotischen Kirche Maria Fallsbach hat Johann Weiss ein Buch zum Inventar und zur Geschichte des Gotteshauses zusammengestellt. Das Buch ist nur eines von mehreren Heimatforschungs-Projekten des Gunskirchners.

Für die Geschichte seiner Heimat hat sich Johann Weiss schon lange interessiert. Mit dem Antritt seiner Pension (er war Baubetriebsplaner bei der ÖBB) hat er sich entschlossen, die Sache etwas professioneller anzugehen. Zusammen mit seiner Frau Elfriede, einer pensionierten Sozialarbeiterin, hat er eine Ausbildung zum Heimatforscher an der Akademie der Volkskultur absolviert. Elfriede hat als Abschlussprojekt die Kleindenkmäler Gunskirchens erforscht und beschrieben. Johann hat eine Chronik seines Elternhauses verfasst – dem Steffelhuemer-Hof in Oberriethal, der inzwischen von seinem Neffen Markus geführt wird.
Schon mehrere Projekte
Diese Buchprojekte waren dem Paar aber nicht genug. Auch vom Anwesen des Schwagers, vom Hof der Schwiegereltern der Nichte oder vom Hof des Cousins fertigte Johann Chroniken an. Dabei ist das Paar ein eingespieltes Team. Johann forscht und tippt alles in den Computer, Elfriede hilft beim Lesen der Quellen und liest Korrektur.
Das aktuelle Projekt, in dem man mittendrin steckt, ist ein ganz besonderes. Das Ehepaar Weiss arbeitet die Geschichte und Besitznachfolge aller Bauernhöfe und Sölden von Gunskirchen auf, und das sind immerhin zwischen 300 und 320. Dabei stützt man sich auf die Arbeiten des 1989 verstorbenen Lehrers und Heimatforschers Rudolf Moser aus Gunskirchen. Jeder Hof wird besucht, mit den Besitzern Interviews geführt, alte Urkunden aus verschiedenen Archiven werden gesichtet und gescannt und die Besitznachfolge niedergeschrieben. Zusätzlich werden von allen Höfen Fotos gemacht, zum Teil sogar aus der Luft. Dazu lässt sich Johann mit einem motorisierten Drachenflieger über Gunskirchen fliegen. 2019 soll das Werk fertig sein, dann wird das 1200-jährige Jubiläum der erstmaligen Erwähnung Gunskirchens begangen.
Fallsbach zwischendurch
Dass man auch die Geschichte und Ausstattung der Wallfahrtskirche Maria Fallsbach dokumentiert hat, war nur ein „Zwischendurch-Projekt“. „Ich wollte zum 500-Jahr-Jubiläum der Kirche etwas besonderes schaffen“, erzählt Weiss. Auch hier hat er auf Grundlage der Arbeit von Schulrat Moser gearbeitet. Dessen Werk hat er mit aktuellem Material (wie dem Neubau des Mesnerhauses 2004) und Fotos ergänzt und zu einem Buch zusammengefasst. Zu Maria Himmelfahrt, das man in Fallsbach feierte, wurde es ausgegeben. Das Interesse war so groß, dass schon nachgedruckt werden muss.


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