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GUTAU. Der Blaudruck – seit Kurzem UNESCO-Kulturerbe der Menschheit – ist das Thema der 2.700-Einwohner-Gemeinde. Die EU fördert nun den Infrastruktur-Ausbau der Zeugfärberei, eines Vereins von Kunstschaffenden und Textilinteressierten.

Das Einbringen der Küpen war Millimeterarbeit: v.l. Gemeindevorstand Josef Pilgerstorfer, Martin Lasinger, Franz Pötscher, Janina Wegscheider, Bgm. Josef Lindner Foto: privat

„Wir möchten den Indigo-Blaudruck mit der Gegenwart verbinden, indem wir allen Interessierten die Möglichkeit bieten, selbst in dieser Technik zu experimentieren und zu arbeiten. Wichtig ist uns dabei die Erkundung umweltfreundlicher Verfahren und die Auseinandersetzung mit textilen Techniken“, erläutern Janina Wegscheider und Martin Lasinger. Interessierte können jeden letzten Sonntag im Monat in der „Offenen Werkstatt“ vorbeischauen und z. B. mitgebrachte Kleidungsstücke mit eigenen Motiven bedrucken.

Herzstück des Ausbaus: zwei neue Färbebehälter

Im Rahmen des Interreg-Projekts Lidová kultura/Volkskultur – Österreich-Tschechien wird nun der Ausbau der Infrastruktur der Zeugfärberei von der EU gefördert. Das Herzstück sind die beiden neuen Küpen (Färbebehälter) in der Färbewerkstatt und der Holzanbau zum Trocknen der Stoffe. Die künstlerisch gestaltete Außenfassade dieses „Trockenturms“ wird auch als sichtbares Wahrzeichen des Blaudrucks in Gutau dienen. Dadurch können in Zukunft Workshops abgehalten werden und die Technik des Blaudrucks weiter verbreitet werden. Auch im Färbermuseum werden im Rahmen des Projekts zwei Räume neu adaptiert.

Ankauf des Färberhauses geplant

Zuvor soll aber noch der Ankauf des Färberhauses mit Unterstützung des Landes OÖ über die Bühne gehen. Museumsvereinsobmann Alfred Atteneder freut sich: „Das gemeinsame Projekt ist für alle eine Win-win-Situation. Wir können unseren Gästen in Zukunft den Blaudruck auch in der Praxis zeigen, andererseits können die Workshopteilnehmer der Zeugfärberei bei uns die Tradition der Färberei kennenlernen.“Bürgermeister Josef Lindner nimmt selbst an vielen Besprechungen und Aktivitäten teil. „Für Gutau ist das Projekt ein Meilenstein. Ohne die EU, das Land OÖ und die tatkräftige Mithilfe vieler ehrenamtlicher Helfer wäre das nicht möglich gewesen!“


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