Manager aus Gutau zum "Brexit": "Die Briten wollen keine Fremdbestimmung"
WIMBLEDON/GUTAU. Am Tag nach dem Votum der Briten für einen Austritt aus der Europäischen Union sprach Tips mit Jernej Hren, Geschäftsführer von Gorenje UK in Wimbledon. Der ehemalige Gutauer berichtet von persönlichen Eindrücken und beruflichen Auswirkungen des „Brexit“.

Mit 51,9 Prozent (17,4 Millionen Stimmen) haben die Briten am vergangenen Donnerstag für einen EU-Austritt gestimmt.
Der ehemalige Gutauer Jernej Hren (36) arbeitet seit 2009 für Gorenje in Großbritannien, ist mittlerweile Geschäftsführer und lebt mit seiner Familie in Wimbledon (London).
„Die EU-Frustration war deutlich spürbar“
Er schildert seine persönlichen Eindrücke zum „Brexit“ vor Ort im Tips-Gespräch: „Als Expat hat man einen anderen Blick auf die Situation, aber eine gewisse EU-Frustration war stets zu spüren. Ich denke, Margaret Thatchers Statement „I want my money back“ beschreibt die Briten sehr stark. Sie wollen sich nicht fremdbestimmen lassen.“
„Von beiden Seiten wurde viel Angst geschürt“
Die Wochen und Tage vor dem „Brexit“ hat Jernej Hren folgendermaßen erlebt: „Von beiden Seiten, Befürwortern und Gegner des EU-Austritts, ist viel Angst geschürt worden. Es gab viele negative Kampagnen und Emotionen.“ Nachdem das Votum gefallen ist, sei es an der Politik, die Verhandlungen weiterzuführen und bestmögliche Handels-Deals mit der EU und anderen Staaten anzustreben.
Für ihn als Managing Director von Gorenje UK stellt sich die Frage, wie der Konsument nach dem „Brexit“ reagiert. „Der Privatkonsum ist in England einer der treibenden Wirtschaftsmotoren. Generell stellen sich die Briten sehr schnell auf Veränderungen ein. Wie sich der EU-Austritt langfristig auf die Preise auswirkt, wird sich erst zeigen“, sagt Hren.
Dreimal im Jahr geht“s zur Familie nach Gutau
Hrens Eltern und sein Bruder mit Familie leben nach wie vor in Gutau. Rund drei Mal im Jahr besucht Jernej Hren mit seiner Frau Polona und den beiden Kindern Julia und Mia die Eltern bzw. Großeltern in der alten Heimat. „Es tut gut, mal aus der Großstadt rauszukommen, abschalten zu können und nicht rund um die Uhr erreichbar sein zu müssen“, freut sich der Manager auf die Kurzurlaube im Mühlviertel.


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