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HALLSTATT. Kirche, See und schmucke Häuschen. So kennt man den kleinen Ort am Hallstättersee. Doch der hat aktuell echte Probleme mit Verkehr und Menschenmassen. 

Hallstatt wird als Fun-Park gesehen Foto: Thomas Leitner
  1 / 4   Hallstatt wird als Fun-Park gesehen Foto: Thomas Leitner

Über kopierte Designerhandtaschen und nachgemachte Elektrogeräte aus China wundert sich keiner. Doch als vor rund sechs Jahren in Guangdong ein Hallstatt-Double inklusive Kirche und See gebaut wurde, waren die Gemüter amüsiert. Was dort als Freizeitpark gilt – ausgelegt für tausende Besucher, wird für das Original seit zwei Jahren zum wirklichen Problem. „Wir haben an jeder Nebenstraße einen Wächter stehen, der die Leute weiterschickt. Sonst würdens uns alles zuparken“, erklärt Bürgermeister Alexander Scheutz.

Top Gemeinde-Bilanz

Zwar kann der 800-Seelen-Ort über steil-wachsende Zahlen berichten, sind etwa in den letzten zehn Jahren die Nächtigungen von 65.000 auf 134.000 und die Seilbahn-Karten von 106.000 auf 307.000 gestiegen, klagen aber dadurch die Einheimischen immer mehr über die verschwindende Lebensqualität. „Wir sind nun am Maximum angelangt und arbeiten gerade mit Experten ein Verkehrskonzept aus, damit wir den Verkehr wieder bewältigen und der Ort von den tausenden Besuchern täglich entlastet wird“, sagt der Ortschef.

Ort wird oft mit Freizeitpark verwechselt

Bei einem Besuch des Weltkulturerbe-Ortes merkt man ganz genau, wer sich über die Besucher freut und wer nicht. So begrüßen etwa Souvenirgeschäfte und Gastro-Betriebe oft in der chinesischen Landessprache, während andere mahnende Verbotschilder an den Gartentürchen hängen haben. „Wir haben bei uns in Hallstatt einfach nur den Tourismus und sollten mit den Ressourcen leben, die wir haben. Das einzige Problem ist, dass wir nur eine Straße haben, wo sich eben alles abspielt“, erzählt Souvenirladen-Betreiberin Elisabeth Jirasek. „Ich spreche sehr oft mit meinen Gästen im Geschäft. Ich wurde einmal gefragt wo das Hochhaus steht, zu dem die Arbeiter aus diesem Fun-Park am Abend gebracht werden. Viele können es nicht glauben, das die Häuser jemanden gehören, dort Menschen wohnen und das jeder selber sein Haus mit Blumen schmückt“, schildert Jirasek.

Seitens der Gemeinde ist man jedoch bemüht, sich dem Wunsch der Bürger anzunehmen und zu handeln. Im Herbst soll das Verkehrskonzept fertig sein und die gewünschte Entlastung bringen. „Was man aber auch sagen muss, dadurch dass es uns finanziell gut geht, sind Investitionen möglich gewesen, wo alle profitieren. So etwa ein Haus wo wir eine Ärztin haben und sechs leistbare Wohnungen gebaut haben. Einheimische können günstig parken und wir unterstützen unsere Vereine wo es geht“, ist der Ortschef stolz.


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