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Leserartikel Christian Hartl, 22.10.2015 14:59

HASLACH/EL ALTO. Seit zwölf Jahren kümmern sich Martin Berndorfer und die Streetworker von Maya Paya Kimsa um die Straßenkinder in Bolivien. Die Lage verschärft sich: Weil die Kinder von den Straßen vertrieben werden, mieten sie sich teure Zimmer. So entsteht ein Teufelskreis aus Kriminalität, Drogen und (sexueller) Gewalt.

Seit 2003 kümmern sich Martin Berndorfer und sein Team um Waisenkinder, die in Bolivien auf der Straße leben.

Schauplatz El Alto: Der Ausblick von der Stadt am Berg auf die bolivianische Hauptstadt La Paz ist beeindruckend. Trotzdem sind es nicht die Reichen und die Schönen, die sich hier leben, sondern die Ärmsten der Armen. Viele Menschen sind obdachlos und leben auf der Straße - darunter auch tausende Kinder. Und diese kennen Martin Berndorfer. Seit mittlerweile zwölf Jahren lebt der gebürtige Haslacher in El Alto und betreut mit seinem zehnköpfigen Team von Maya Paya Kimsa (Mapaki) Straßenkinder, die täglich um das Überleben kämpfen. Drogen, Alkohol, Kinder-Prostitution und Gewalt bestimmen ihren Alltag. Auf der Staße gelandet sind die Kinder aus verschiedensten Gründen. „Die Lage ist komplizierter geworden“, erzählt Berndorfer. Weil die Staatsgewalt die Kinder von den Straßen mit Repressionen vertreiben will, nehmen sich viele von ihnen ein teures Touristenzimmer. Um dieses finanzieren zu können, verkaufen sie Drogen oder prostituieren sich. Auf der Straße sind sie weniger zu sehen. Auch die Drogenhändler haben die Kinder als „Menschenmaterial“ für ihre Geschäfte entdeckt. „Es wird schwerer, mit den Kindern Kontakt zu halten“, sagt Berndorfer. 250 bis 300 Kinder werden von der Organisation betreut, rund ein Drittel hat es geschafft, sich vom Leben auf der Straße zu verabschieden.

Nationaler Betreuungsplan

Mit der Organisation UNICEF und dem Innenministerium arbeitet Maya Paya Kimsa an einem nationalen Betreuungsprotokoll, das die Lage der Kinder verbessern soll. Dazu gehört laut Berndorfer die Kontrolle der Schlafstellen-Vermieter, um diesen Missbrauch einzudämmen. Auch die Polizei soll geschult werden, um die Lage der Kinder besser zu verstehen. Es brauche aber auch mehr Präventionsarbeit, damit Kinder aus schwierigen Familienverhältnissen erst gar nicht auf der Straße landen. Wie Berndorfer und sein Team mit den Kinder arbeiten, ist auch hierzulande von Interesse: Auf der Fachhochschule in Innsbruck referiert er vor den Studenten über die Arbeitsweisen. Auch der Bund unterstützt das Projekt Maya Paya Kimsa.

Benefizkonzert

Neben staatlichen Zuwendungen finanziert sich die Organisation auch durch den aktiven Mapaki-Förderverein. Dieser veranstaltet ein Benefizkonzert mit feinster Folk-Musik von Georg Höfler und Sigi Mittermayr. Vorverkaufskarten gibt es in allen Sparkassen und im Modegeschäft Moderna in Haslach.

Termin: Freitag, 30. Oktober, 20 UhrKinosaal, Haslachwww.mayapayakimsa.org


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