Das Hopfenjahr ist erst zu Ende, wenn die letzte Dolde ausgeliefert ist
HASLACH. Alle Hände voll zu tun haben jetzt die Mühlviertler Hopfenbauern. Schließlich ist die „Hopfenbedel“-Zeit voll angelaufen. Wobei die Arbeit heute mit früher nicht zu vergleichen ist, wie beim Lokalaugenschein beim „Seppnhansl“ in Neudorf deutlich wird.

Mit ihrem heurigen Jahresprogramm wollen die Bäuerinnen des Bezirkes auf die Vielfalt in der Landwirtschaft aufmerksam machen. Tips unterstützt sie dabei und stellt im Laufe des Jahres traditionelle landwirtschaftliche Betriebe vor. Wie jenen von Christian Wild und Claudia Moser, die in Neudorf einen Hopfenbetrieb bewirtschaften. Für den jungen Landwirt, der mit dem grünen Gold aufgewachsen ist, käme gar nichts anderes in Frage: „Wir führen den Betrieb in dritter Generation und haben diesen sogar ausgebaut“, berichtet er stolz.
Gutes Hopfenjahr
Auf drei Hektar wachsen jetzt Aromahopfen und Bitterhopfen. Im Durchschnitt werden jedes Jahr 6000 Kilo an die Hopfenbaugenossenschaft Mühlviertel geliefert, die insgesamt 42 Mitglieder zählt. Für heuer erwartet sich der Hopfenbauer eine sehr gute Ernte. „Im Vorjahr war es zu trocken, da hatten wir rund 50 Prozent Einbußen. Aber heuer schaut es sehr gut aus.“ Man dürfe beim Hopfen auch nicht schlechte und gute Jahre sehen, „im Schnitt von zehn Jahren sollte die Menge passen“, sagt Christian Wild.
Die Ernte selbst erfolgt heute großteils maschinell - sogar das Abreißen der Reben, das bis vor wenigen Jahren noch händisch vom Anhänger aus gemacht wurde. „Wir haben in eine Hopfenpflückmaschine investiert, denn die Arbeit am Hof muss einfach weniger werden“, sagt der Nebenerwerbs-Landwirt und Vater von zwei kleinen Kindern. Auch beim Hopfen-Bedeln, einst die zeitaufwändigste, aber auch geselligste Arbeit, kommen Maschinen zum Einsatz. Sein Vater, der „Wild-Hans“ erinnert sich an die damalige Investition: „Bis 1972 haben wir händisch gebedelt. Dann war beim Rohrbacher Volksfest eine Maschine ausgestellt, die wir dann gekauft und mit dem Traktor geholt haben.“ Nur das Aufleiten der jungen Triebe im Frühjahr kann den Hopfenbauern nicht abgenommen werden. Da helfen dann zwei Wochen lang auf dem Hopfenacker alle zusammen.
Nach der Ernte kommen die Dolden in den Trockenturm, wo ihnen in drei Phasen innerhalb von sechs Stunden die meiste Feuchtigkeit entzogen wird und sie somit fürs Abfüllen vorbereitet werden. Wirklich beendet ist das Hopfenjahr aber erst, wenn die Bonitierung vorbei und auch der letzte Sack ausgeliefert ist. Verlässliche Abnehmer sind die österreichischen Brauereien, die auf die gute Qualität des Mühlviertler Hopfens setzen.


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