önj-Naturtipp: Der Stieglitz - bunt und gesellig
Zum Vogel des Jahres 2016 wurde der Stieglitz ernannt.

Stieglitze sind immer in Bewegung und so klingt auch ihr Gesang. Meist hört man sie mit ihrer namensgebenden Stimme „stieglitt“ eher, als man sie sieht. Unverkennbar sind ihr rotes Gesicht und das bunte Federkleid. Die Geschlechter sind in der freien Natur nur schwer zu unterscheiden.
Selbst ist die Frau
Das Männchen erkundet einzelne Brutplätze in Baumkronen. Die endgültige Standortwahl trifft jedoch das Weibchen. Es baut auch allein das kunstvolle Nest aus Halmen, Moos und Pflanzenwolle und legt fünf Eier. Auch das Brutgeschäft ist reine Frauensache. Das Männchen versorgt das Weibchen dabei mit Nahrung. Nach dem Schlüpfen der Küken geht alles sehr schnell. Nach zwei Wochen verlassen die Jungvögel das Nest, nach einem Monat sind sie bereits selbständig unterwegs. Die Altvögel beginnen danach sofort mit der zweiten Brut. Ein erfolgreiches Stieglitzpaar kann jedes Jahr zehn Jungvögel aufziehen.
Wertvolle Disteln
Stieglitze sind auch unter dem Namen Distelfinken bekannt. Stieglitze lieben Samen aller Art, besonders die Samen der verschiedenen Distelarten sind gefragt. Es sind mehr als 150 verschiedene Nahrungspflanzen, deren Samen sie suchen. Als Nahrungsbiotope kommen offene Brachflächen in Frage. Diese unaufgeräumten Stellen werden immer weniger. Noch ist der Stieglitz nicht gefährdet. Sein ursprünglicher Bestand hat sich jedoch bereits halbiert.
Illegaler Fang
Längst vergangene Zeiten, möchte man meinen. Doch den Distelfinken wird immer noch mit Fallen nachgestellt. Färbung und Stimme des Distelfinks sind auch die Gründe, warum er als Käfigvogel beliebt ist. Quer durch die Europäische Union werden trotz EU-Verbots immer wieder Vogelfänger aufgegriffen.
Verfasser:
Karl Zimmerhackl
Naturschutzjugend önj Haslach


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