Naturtipp im März: Frühlings-Krokus - ein Frühlingsbote
Auf den Waldwiesen der Böhmerwaldregion haben sich die einheimischen Blütenpflanzen gut an die raueren Bedingungen angepasst. Der Frühlings-Krokus (Crocus albiflorus), auch als weißer Safran bezeichnet, ist ein interessantes Beispiel dafür. Die Pflanze blüht unmittelbar nach der Schneeschmelze.

Den Winter überdauert der Krokus als unterirdische Speicherknolle, die auch selbst Wärme erzeugen kann. Wenn der Frühling naht, arbeiten seine gespeicherten Reservestoffe wie kleine Heizkörper. Sie erzeugen einen Hohlraum mit angenehmem Mikroklima; eine Art Minigewächshaus, in dem sich die zarten weißen Blüten bilden können.
Frühe Nahrung für Bienen
Mit ihren versteiften speerförmigen Blättern durchstoßen sie den Boden und, wenn noch vorhanden, auch die Reste der Schneedecke. So können die Frühlings-Krokusse schon die frühen wärmenden Sonnenstrahlen nützen und Nahrung für die ausschwärmenden Bienen, Hummeln und Schmetterlinge bereitstellen. Die Samen tragen kleine Anhängsel, die von Ameisen abtransportiert und als kleine Jause zwischendurch gefressen werden. Als Reste bleiben die Samen in der Wiese liegen. Damit tragen die Ameisen zur Verbreitung der Krokusse bei.
Herkunft ist unklar
Diese Krokusart ist nur an ganz wenigen Stellen zu entdecken, ihr ursprüngliches Vorkommen in der Böhmerwaldregion ist fraglich. Auffallend ist, dass die Frühlings-Krokusse in der Nähe von ehemaligen Glashüttenstandorten zu finden sind. Damit liegt die Vermutung nahe, dass die Beschäftigten der Glashütten diesen Frühlingsboten mitgebracht und in ihren Gärten ausgepflanzt haben. Denkbar wäre auch die Verwendung des orangeroten Griffels zur Gelbfärbung und als Gewürz für Backwaren in der Küche der Glasmacher-Familien.
Verfasser:
Karl Zimmerhackl
Naturschutzjugend önj Haslach, www.oenj-haslach.at


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